Archive for September 29th, 2015

29. September 2015

FAZ Redakteur Rainer Hermann: Das Massaker von Hula (2012) wurde von „Rebellen“ begangen

http://www.wsws.org/de/articles/2012/06/hula-j16.html

Der Journalist Rainer Hermann hat am 13. Juni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seinen früheren Bericht vom 7. Juni bestätigt, der die offizielle Version des Hula-Massakers widerlegt.

Die Ereignisse in Hula vom 25. Mai sind von den Medien größtenteils einhellig als „Gräueltat“ der syrischen Regierung bezeichnet worden, wobei sie sich ausschließlich auf Berichte der so genannten Rebellen stützten. Der Westen nutzte das Massaker als Vorwand, um kräftig die Kriegstrommel zu rühren und den Druck auf das Regime von Bashar al-Assad zu verstärken. Die USA und Großbritannien zogen als Reaktion auf das Massaker ihre Diplomaten aus Syrien ab.

In seinem Bericht vom 7. Juni hatte Hermann festgestellt, dass die Opfer des Massakers in der Stadt Taldou, die in der Ebene von Hula liegt, Angehörige der alawitischen und schiitischen Minderheit und die Mörder nicht Truppen des Assad-Regimes, sondern Kommandos der sunnitischen Rebellen-Armee waren. Die syrische Oppositions-Bewegung wird hauptsächlich von Angehörigen der Sunniten getragen, während Präsident Bashar al-Assad der alawitischen Minderheit angehört.

Obwohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine der bedeutendsten deutschsprachigen Zeitungen und Rainer Hermann ein renommierter Journalist ist, wurde der Bericht von der internationalen und deutschen Presse kaum aufgegriffen, teils sogar verworfen.

In seinem neuen Artikel verteidigt Hermann seine Berichterstattung und führt weitere Details zu dem Massaker der Rebellen an. Auch dieser neue Bericht ist bisher mit Schweigen übergangen worden.

Die Ebene von Hula, schreibt Hermann, „ist von einer langen Geschichte konfessioneller Spannungen belastet. (…) Die Namen der getöteten 84 Zivilisten sind bekannt. Es handelt sich um die Väter, Mütter und 49 Kinder der Familie al Sajjid und zwei Zweige der Familie Abdarrazzaq. (…) Zudem waren die in Taldou lebenden Verwandten des regimetreuen Parlamentsabgeordneten Abdalmuti Mashlab unter den Ermordeten.“

Er fährt fort, den genauen Tathergang zu beschreiben: „Die Mitglieder der Familien wurden gezielt und bis auf eine Ausnahme getötet. Kein Nachbar wurde auch nur verletzt. Ortskenntnisse waren eine Voraussetzung für diese gut geplanten ‚Hinrichtungen‘.“

Hermann zitiert dann den elf-jährigen Ali, der als einziger aus der Familie al Sajjid das Blutbad überlebt hat: „Die Täter waren kahlgeschoren und hatten lange Bärte“. Dies deutet Hermann zufolge auf „fanatische Dschihadisten“, nicht „Milizen der Schabiha“ als Täter hin.

Bisher lautete die gängige Version des Massakers, die insbesondere der britische Observer und der Spiegel in reißerischen Berichten präsentiert hatten, dass die Milizen der Schabiha, die als „Stoßtrupp des Assad-Regimes“ gelten, für das Massaker verantwortlich seien. Diese Artikel stützten sich auf die Aussagen des Majors Dschihad Raslan, der zuerst in Assads Armee gedient habe und dann vor Entsetzen über die „Ereignisse in Hula“ desertiert sei. Hermanns Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung entlarvt diese Berichte als Lügen und Kriegspropaganda.

Den Tathergang rekonstruiert Hermann folgendermaßen: „Nach dem Freitagsgebet am 25. Mai griffen mehr als 700 Bewaffnete unter Führung von Abdurrazzaq Tlass und Yahya Yusuf in drei Gruppen, die aus Rastan, Kafr Laha und Akraba kamen, drei Straßenkontrollen der Armee um Taldou an. Die zahlenmäßig überlegenen Rebellen und die (meist ebenfalls sunnitischen) Soldaten lieferten sich blutige Gefechte, bei denen zwei Dutzend Soldaten, überwiegend Wehrpflichtige, getötet wurden. Während und nach den Gefechten löschten Rebellen, von Einwohnern aus Taldou unterstützt, die Familien Sajjid und Abdarrazzaq aus. Diese hatten sich geweigert, sich der Opposition anzuschließen.“

Hermann beruft sich in seinem Artikel auf frühere Berichte anderer Journalisten und Nonnen vom Jakobskloster in Syrien. Dem Journalisten Martin Jannsen hatten Nonnen geschildert, wie die Rebellen nach dem Hula-Massaker „die Leichen der getöteten Soldaten und Zivilisten vor der Moschee stapelten und wie sie am folgenden Tag vor den Kameras rebellenfreundlicher Sender den UN-Beobachtern ihre Version von dem angeblichen Massaker der syrischen Armee erzählten.“

Schon Ende April hatte die Nonne Agnès-Maryamin in einem offenen Brief die Eskalation der sektiererischen Gewalt in der Gegen um Homs beschrieben. Sie warnte vor einer schrittweisen Liquidierung aller Minderheiten durch die sunnitischen Rebellen und berichtete von Vertreibungen von Christen und Alawiten aus ihren Häusern und der Vergewaltigung junger Mädchen, die den Rebellen als „Kriegsbeute“ gegeben worden waren.

Auch auf den russischen Journalisten Marat Musin, der für die Nachrichtenagentur Anna arbeitet und sich am 25. und 26. Mai in Hula aufgehalten hatte, nimmt Hermann Bezug, um seine Darstellung der Ereignisse zu stützen. Musin hat die bis dato wohl genaueste Reportage über das Massaker in Hula verfasst. Seine Version stimmt in allen wesentlichen Punkten mit derjenigen Hermanns und der Nonnen überein. (Für eine englische Übersetzung des Berichts, siehe: „ANNA News Journalist Marat Musin about Houla Massacre“)

Die Berichte dieser Journalisten und der neueste Artikel in der FAZ bestätigen, dass in Syrien ein Bürgerkrieg im Gange ist, der von den westlichen Mächten bewusst gefördert und ausgenutzt wird, um das Land zu destabilisieren und einen Regime-Wechsel vorzubereiten. Die Rebellen sprechen nicht für die Mehrheit der Bevölkerung, sondern bestehen aus ehemaligen Regime-Mitgliedern, Söldnern, Terroristen und Geheimdienstlern, die eine reaktionäre politische Agenda verfolgen und von denen viele die Unterstützung des Westens nutzen, um alte Rechnungen zu begleichen und sektiererische Konflikte auszutragen.

Die internationale Presse unterstützt die Kriegsvorbereitungen des US-Imperialismus und seiner Verbündeten mit einer beispiellosen Hetze und Gräuel-Propaganda. Das ist der Grund, warum Hermanns Artikel und die fundierten Berichte anderer Journalisten und Augenzeugen von der Presse größtenteils totgeschwiegen werden.

(Siehe auch: „Massaker von Hula wurde laut FAZ von der Freien Syrischen Armee begangen“ und „Der Imperialismus und das Massaker von Hula“)

29. September 2015

Russischer Präsident Putin auf deutsch: UNO-Rede zum IS

29. September 2015

„Uranium Filmfestival“ Berlin – Noch bis Mittwoch, den 30. September

Noch bis Mittwoch, 30.09. läuft das in der Welt einmalige Festival des atomaren Films im Kino der Brotfabrik mit Spiel- und Dokumentarfilmen über Tschernobyl, Fukushima sowie über die Folgen von Uran-Munition und Uranbergbau.

Am Sonntag wurden zwei wichtige Dokumentarfilme im Brotzeitkino in Berlin aufgeführt. Das Thema des Nachmittags war Umweltvergiftung durch Krieg und zwar im Rahmen des „Uranium Filmfestivals“, das zum wiederholten in Berlin stattfindet. Und zwar noch bis zum kommenden Mittwoch am Calagariplatz 1 im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg.
Die Filme „Lighter than Orange“ des Regisseurs Matthias Leupold und „Leiser Tod im Garten Eden“, Regie Karin Leukefeld und Markus Matzel, hatten beide die kriminelle Praxis extremster Umweltzerstörung zum Thema. Agent Orange, ein dioxinhaltiges Entlaubungsmittel wurde vom US-Militär in gigantischen Mengen in den 60er Jahren während des Vietnamkriegs eingesetzt. Mit abgereichertem Uran, d.h. leicht strahlenden Atommüll hergestellte Munition wurde zu Tausenden von Tonnen Im Irakkrieg verschossen. Auch dieses Kriegsverbrechen wurde hauptsächlich von den USA verübt.
Als Konsequenz dieser Verbrechen leiden Abertausende von Menschen der betroffenen Regionen an Krankheiten, die überdies für viele Generationen auftreten werden, da das Genmaterial der betroffenen Bevölkerung betroffen ist.
Eine Begrenzung der Schäden und eine Entschädigung der Opfer würde wahrscheinlich hunderte von Milliarden Dollar kosten. Die Weltgemeinschaft muss Entschädigung einfordern und gleichzeitig Verfahren gegen die Verantwortlichen einleiten. Derartige Kriegsverbrechen dürfen keine Duldung erfahren.
Das weitere Programm des Uranium Filmfestivals hier  http://uraniumfilmfestival.org/de/festivalprogramm-berlin-2015

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