Die neue Flüchtlingspolitik Deutschlands zieht vor allem Lehrer, Apotheker, Ingenieure und Ärzte aus Syrien an. Teheran sichert Damaskus Unterstützung im Kampf gegen Terrorismus zu
Von Karin Leukefeld/Damaskus
Täglich verlassen Busse mit Auswanderern die syrische Hauptstadt Damaskus. Ein Ticket ist in Reisebüros zu bekommen. Pro Person kostet die Fahrt je nach Ziel 300 bis 400 US-Dollar. Die billigere Variante ist der Weg über die libanesische Hafenstadt Tripoli, von wo man mit einem Fährschiff ins westtürkische Izmir gebracht wird. Nimmt man vom Flughafen Beirut einen Flieger nach Istanbul, muss man etwas mehr bezahlen. In der Bosporus-Metropole und selbst in der irakischen Hauptstadt Bagdad kursiert inzwischen das Gerücht, die Bundesregierung plane, Schiffe an die Küste der Türkei zu entsenden, um die Flüchtlinge aufzunehmen und nach Deutschland zu bringen. So sollten die tragischen Bilder toter Kinder an der Mittelmeerküste vermieden werden. Von der Türkei aus geht der Weg weiter über das Meer nach Griechenland, manche Flüchtlinge unternehmen zwei, drei oder vier Anläufe, um mit einem Schlauchboot eine griechische Insel zu erreichen. Die Flüchtlinge werden dabei sich selbst überlassen, das Boot wird von einem der ihren gesteuert, der im Gegenzug den gefährlichen Transfer nicht bezahlen muss.
