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ARD/ZDF – *Erhöhung* der Zwangsabgabe

die neue haushaltsbezogene Zwangsabgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) war bekanntlich ein dermaßen großer Erfolg – finanziell gesehen -, daß innerhalb von nur zwei Jahren Milliardenüberschüsse eingenommen wurden. Deshalb wurde nach einiger Diskussion eine symbolische Senkung der „Beiträge“ beschlossen (um 48 Cent).

Da läuten beim ÖRR nun offenbar die Alarmglocken, und so wird jetzt für die Zukunft ein kräftiger Mehrbedarf an Geldern an die Wand gemalt — schließlich müßten ja „Gehälter bezahlt werden“ (und saftige Pensionen, s.u.), „gestiegene Produktionskosten“ und überhaupt: „gute Programme kosten Geld“.

„ARD meldet bis 2020 Mehrbedarf in Milliardenhöhe an“
http://www.heise.de/-2793611

Zufällig beläuft sich dieser „Mehrbedarf“ beim ZDF auf genau die z.Z. auf Sperrkonten liegenden Anteile an den Mrd.-Überschüssen. Bei der ARD ist man noch ein Stückchen schlauer bzw. dreister: Die 1,2 Mrd. Euro aus den Überschüssen würden *nicht* ausreichen; vielmehr seien darüber hinaus noch 99 Mio. Euro nötig. Das heißt, eine *Erhöhung* der Zwangsabgabe.
(NB: 99 Mio. sind 100 Mio. psychologisch aufbereitet, wie bei den Supermarkt-Preisen. Die ARD fordert 100 Mio. Euro zusätzlich zu den Milliarden auf den Sperrkonten, die sie mit einem auf Willkür basierenden System zusätzlich zu den bereits budgetierten Milliarden eingetrieben hat.)

Das Thema „gute Programme“ und den gesetzmäßigen Auftrag des ÖRR („Grundversorgung“) zu erörtern, würde hier den Rahmen sprengen.[*] Es reicht ja ein Blick ins aktuelle Tagesprogramm von ARD/ZDF. Aber ein paar allgemeine Informationen zur Illustration der Lage sind vielleicht angebracht:

„Die neun Landesrundfunkanstalten der ARD haben insgesamt rund 23.000 festangestellte Mitarbeiter, sie veranstalten elf Fernsehprogramme, 55 Hörfunkprogramme und verfügen über 16 Orchester und acht Chöre. Das Gesamtbudget der neun Anstalten beträgt pro Jahr rund 6,3 Milliarden Euro. Die Mitglieder der ARD sind mit etwa 100 eigenen Hörfunk- und Fernsehkorrespondenten an 30 Orten der Welt ständig präsent.“
https://de.wikipedia.org/wiki/ARD

Das ZDF hat seinerseits auch nochmal 18 Auslandsstudios (davon übrigens gleich zwei in den USA).

Ein Intendant beim NDR hat im vergangenen Jahr durchschnittlich 27.000 EUR verdient. Pro Monat. Direktoren erhalten fast 20.000 EUR monatlich aus unseren „Beiträgen“.
https://www.ndr.de/der_ndr/daten_und_fakten/Was-verdienen-die-Mitarbeiter-des-NDR-,ndrdaten189.html

Tom Buhrow vom WDR kommt auf über 30.000 EUR im Monat – außerdem in den Genuß einer „Pensionsverpflichtung“ i.H.v. 2,9 Millionen Euro. Ebenso wie seine Vorgängerin Monika Piehl. Und deren Vorgänger.
http://www.wiwo.de/7437564.html

Der Chef der Deutschen Welle (einer der 55 Hörfunksender der ARD) verdient im Monat über 17.000 Euro.

Hinzu kommen Nebeneinkünfte dieser Leute für ihre Tätigkeit in Aufsichtsgremien der angeschlossenen Produktionsfirmen, was bis zu 60.000 EUR pro Jahr und Person ausmacht. — Ob das mit den von der ARD monierten „gestiegenen Produktionskosten“ gemeint ist?
http://www.wiwo.de/7437564.html

Völlig klar also, daß hier dringender Handlungsbedarf bei den Gehältern besteht. Allein schon bei den Gehältern!


[*] Siehe auch:
http://publikumskonferenz.de

https://de.wikipedia.org/wiki/ZDF#Klage_vor_dem_Bundesverfassungsgericht

„Lobbyisten auf Sendung“
http://www.taz.de/!5159288/

Lobbycontrol: „INSM und Marienhof – Eine kritische Bewertung“ (PDF)
https://www.lobbycontrol.de/download/insm-marienhof-bewertung.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/ARD#Rezeption.2C_Medienkritik_und_Kontroversen