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Chomsky zu ungerechtfertigten Behauptungen über eine Bedrohung durch den Iran

Washington (Press TV) – Der bekannte amerikanische Sprachwissenschaftler, Philosoph und Kritiker der US-Politik Noam Chomsky hat Behauptungen über eine Bedrohung durch den Iran als realitätsfremd und Maßnahmen gegen die angebliche Bedrohung – wie die Sanktionen gegen den Iran – als durch politische Interessen motiviert bezeichnet.
In einem Interview am Donnerstag mit dem Sender al-Jazeera sagte Chomsky, dass das Atomabkommen  zweifellos das, was als Bedrohung durch den Iran dargestellt wurde, abgemildert und in den Hintergrund gerückt habe. Aber was genau mit dieser Bedrohung gemeint war, sei immer noch nicht hinreichend geklärt worden.

Dabei verwies Chomsky exemplarisch auf die Behauptung, dass der Iran den Atomwaffensperrvertrag (NPT-Vertrag) verletzt haben soll, und entgegnete darauf, der Iran sei diesem Vertrag beigetreten und halte sich vollständig an seine Verpflichtungen. Dagegen gebe es Staaten – wie Israel, das über ein reiches Atomwaffenarsenal verfügt und trotzdem von den USA protegiert wird –, die diesen Vertrag nicht unterzeichnet haben. Ebenso seien Pakistan und Indien dem NPT–Vertrag nicht beigetreten, ohne dass dies von den USA und der sog. internationalen Staatengemeinschaft angeprangert und sanktioniert wird.

Niemand solle Atomwaffen besitzen, sagte Chomsky weiter. Auch die USA nicht. Aber davon abgesehen wären die gegen den Iran erhobenen Anschuldigungen und Maßnahmen wie die Sanktionen selbst dann ungerechtfertigt, wenn die Behauptung zutreffen sollte, dass der Iran gegen den NPT-Vertrag verstößt. Das gelte insbesondere  für Drohungen der US-Regierung mit einem Militärschlag, falls  der Iran sich nicht an seine Pflichten aus dem NPT-Vertrag halten sollte.