https://www.jungewelt.de/2015/06-13/054.php
Am 8. August 2014 begannen die US-Streitkräfte im Irak die Operation »Inherent Resolve«, was soviel heißt wie »natürliche Entschlossenheit«. Am 22. September 2014 wurde der Einsatz auf Syrien ausgedehnt. Die Regierung in Damaskus wurde nie um Zustimmung gebeten. Ziel ist offiziell die Gruppierung »Islamischer Staat« (IS). Der Allianz gehören 62 Staaten an. Kampfjets aus den USA, Australien, Belgien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Jordanien, den Niederlanden und Großbritannien beteiligen sich an Luftangriffen im Irak. In Syrien werden die Attacken von Militärs der USA, Bahrains, Kanadas, Jordaniens, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate ausgeführt.
Nach jüngsten Angaben des US-Zentralkommandos flogen die Kampfjets bisher mehr als 4.100 Einsätze. Die Kosten der Operation werden auf bisher 2,74 Milliarden US-Dollar beziffert, die durchschnittlichen täglichen Ausgaben sollen bei 9,1 Millionen US-Dollar liegen.
Das Weiße Haus genehmigte in dieser Woche zudem die Entsendung von 450 weiteren »Militärberatern« in den Irak. Sie werden nach Angaben des Pentagon auf einer Luftwaffenbasis östlich von Falludscha stationiert. Die offizielle Zahl der US-Militärs im Zweistromland erhöht sich damit auf 3.500.
Der Krieg im Nahen Osten – im Irak, Syrien und Jemen spricht man vom dritten Weltkrieg – lässt bei der US-Rüstungsindustrie die Kassen klingeln. Boeing (F-15-Kampfjets), Lockheed Martin (F-16-Kampfjets) und General Atomics (»Predator«-Drohnen) verkaufen an die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Jordanien und Israel wie schon lange nicht mehr. Riad kaufte 2014 für 80 Milliarden US-Dollar Rüstung ein, die Emirate für 23 Milliarden. Katar schaffte für elf Milliarden US-Dollar »Apache«-Kampfhubschrauber, »Patriot«- und »Javelin«-Luftabwehrsysteme an. Boeing und Lockheed Martin haben inzwischen Verkaufsbüros in Doha eröffnet. (kl)