Unter der Überschrift »Der gemeinsame Nenner« äußert sich Chefredakteur Klaus Steiniger im Editorial der Juni-Ausgabe des RotFuchs. Tribüne für Kommunisten und Sozialisten in Deutschland vor dem Hintergrund aktueller friedenspolitischer Debatten zu Grundfragen fortschrittlicher Bündnisarbeit:
(…) Wer Prinzipienfestigkeit mit sektiererischer Enge und Einigelung im eigenen Bau verwechselt und unfähig ist, das weitgespannte politische Spektrum in all seinen Nuancen zu erfassen, isoliert sich selbst. (…) Bundesgenossen, mit denen man in wichtigen, aber keineswegs allen Fragen übereinstimmt, sollte man weder überfordern noch für sich vereinnahmen wollen. Es gibt entschlossene Kämpfer, die den ganzen Weg mit uns zu gehen bereit sind, aber auch ehrenhafte Menschen, die nur ein Teilstück gemeinsam zurücklegen wollen. Schließlich begegnen wir redlichen Andersdenkenden, die keineswegs dem Lager unserer Feinde zuzuordnen sind. (…)
Nach dem Wegfall des Warschauer Vertragssystems sehen wir uns der latenten Gefahr eines dritten Weltkrieges gegenüber. Dabei gibt es zwei Gegenpole: den NATO-Kriegspakt mit den USA im Zentrum und das wieder zur Weltmacht aufgestiegene, zwar nicht mehr sozialistische, aber dem Imperialismus die Zähne zeigende Russland, das heute so bedeutende Staatsmänner wie Putin und Lawrow würdig repräsentieren. (…)
Heute brennt die Welt an allen Ecken und Enden. Besonders die Region des Nahen und Mittleren Ostens wird von einem Blutbad in das nächste gestürzt und ohne Unterlass destabilisiert. (…) Unter diesen Bedingungen ist die Wiederherstellung oder Behauptung des Friedens die wichtigste aller Fragen. Die Stärkung der weitgefächerten Bewegung zu seiner Verteidigung besitzt dabei Bedeutung. Es handelt sich keineswegs, wie einige offenbar voraussetzen, um eine Allianz ausschließlich linker Kräfte. (…) Wer aber die Friedensbewegung – die breiteste und vielschichtigste Kraft zur Rettung der Menschheit – für sich vereinnahmen oder auf Ziele orientieren will, die weit über deren selbstgewählten Rahmen hinausgehen, verprellt nicht nur potentielle Verbündete, sondern sägt auch am eigenen Ast. Um es offen zu sagen: Wir müssen bereit sein, in der Allianz gegen den Krieg Menschen und Strömungen neben uns zu akzeptieren, die – wie beispielsweise »Friedenswinter«, den manche zu undifferenziert betrachten – nicht aus der traditionellen Antikriegsbewegung hervorgegangen sind. Dass wir dabei nicht auf Leute wie Jürgen Elsässer abheben, versteht sich von selbst. (…) Jene aber, welche glauben, sie könnten die Spannweite der Friedenstaube dadurch ausdehnen, dass sie ihr rote Flügel verleihen, erreichen das Gegenteil des von ihnen Angestrebten und landen im politischen Ghetto. Man darf die Bewegung gegen den Krieg, um deren maximale Einheit gerungen werden muss, weil mehrere parallele Strömungen mit gleicher oder ähnlicher Zielsetzung stets weniger als eine sind, nicht mit der revolutionären Arbeiterbewegung oder der politischen Linken verwechseln, wobei Faschisten der Kampf angesagt werden muss. (…)
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