Archive for Juni 8th, 2015

8. Juni 2015

German-Foreign-Policy – Der Überlegenheitsanspruch des Westens

Anlässlich des G7-Gipfels in Elmau debattieren Berliner Regierungsberater über die Bedeutung des Zusammenschlusses der westlichen Führungsmächte. Die G7 bzw. G8 seien lange eine Art „Lenkungsausschuss“ der Weltpolitik gewesen, heißt es in einer aktuellen Analyse der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Die globale Finanzkrise des Jahres 2008 habe erstmals dazu gezwungen, im Rahmen der G20 andere Industrie- und Schwellenländer in globale Absprachen einzubeziehen; die G7 zielten nun darauf ab, über die Themensetzung für die G20 sich weiterhin die „Führungsrolle“ in der Weltpolitik zu sichern. In Berlin heißt es gleichzeitig, der Ausschluss Russlands aus den G8 sei auf Dauer nicht von Vorteil. Hintergrund ist, dass Moskau sich seit seiner Aussperrung verstärkt im Rahmen des BRICS-Bündnisses betätigt. Über dessen Ziele äußern Experten, die BRICS-Mitglieder strebten danach, „ihr gemeinsames politisches Gewicht gegen den Überlegenheitsanspruch des Nordens in Stellung zu bringen“. In wenigen Wochen werden die BRICS operative Schritte zur Gründung einer neuen Entwicklungsbank beschließen, die – als Alternative zur Weltbank – Ende des Jahres ihre Arbeit aufnehmen soll. Auch Schritte, die die globale Dollar-Hegemonie aushebeln können, sind geplant.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59130

8. Juni 2015

junge Welt l Friedensbewegung „Der gemeinsame Nenner“

Unter der Überschrift »Der gemeinsame Nenner« äußert sich Chefredakteur Klaus Steiniger im Editorial der Juni-Ausgabe des RotFuchs. Tribüne für Kommunisten und Sozialisten in Deutschland vor dem Hintergrund aktueller friedenspolitischer Debatten zu Grundfragen fortschrittlicher Bündnisarbeit:

(…) Wer Prinzipienfestigkeit mit sektiererischer Enge und Einigelung im eigenen Bau verwechselt und unfähig ist, das weitgespannte politische Spektrum in all seinen Nuancen zu erfassen, isoliert sich selbst. (…) Bundesgenossen, mit denen man in wichtigen, aber keineswegs allen Fragen übereinstimmt, sollte man weder überfordern noch für sich vereinnahmen wollen. Es gibt entschlossene Kämpfer, die den ganzen Weg mit uns zu gehen bereit sind, aber auch ehrenhafte Menschen, die nur ein Teilstück gemeinsam zurücklegen wollen. Schließlich begegnen wir redlichen Andersdenkenden, die keineswegs dem Lager unserer Feinde zuzuordnen sind. (…)

Nach dem Wegfall des Warschauer Vertragssystems sehen wir uns der latenten Gefahr eines dritten Weltkrieges gegenüber. Dabei gibt es zwei Gegenpole: den NATO-Kriegspakt mit den USA im Zentrum und das wieder zur Weltmacht aufgestiegene, zwar nicht mehr sozialistische, aber dem Imperialismus die Zähne zeigende Russland, das heute so bedeutende Staatsmänner wie Putin und Lawrow würdig repräsentieren. (…)

Heute brennt die Welt an allen Ecken und Enden. Besonders die Region des Nahen und Mittleren Ostens wird von einem Blutbad in das nächste gestürzt und ohne Unterlass destabilisiert. (…) Unter diesen Bedingungen ist die Wiederherstellung oder Behauptung des Friedens die wichtigste aller Fragen. Die Stärkung der weitgefächerten Bewegung zu seiner Verteidigung besitzt dabei Bedeutung. Es handelt sich keineswegs, wie einige offenbar voraussetzen, um eine Allianz ausschließlich linker Kräfte. (…) Wer aber die Friedensbewegung – die breiteste und vielschichtigste Kraft zur Rettung der Menschheit – für sich vereinnahmen oder auf Ziele orientieren will, die weit über deren selbstgewählten Rahmen hinausgehen, verprellt nicht nur potentielle Verbündete, sondern sägt auch am eigenen Ast. Um es offen zu sagen: Wir müssen bereit sein, in der Allianz gegen den Krieg Menschen und Strömungen neben uns zu akzeptieren, die – wie beispielsweise »Friedenswinter«, den manche zu undifferenziert betrachten – nicht aus der traditionellen Antikriegsbewegung hervorgegangen sind. Dass wir dabei nicht auf Leute wie Jürgen Elsässer abheben, versteht sich von selbst. (…) Jene aber, welche glauben, sie könnten die Spannweite der Friedenstaube dadurch ausdehnen, dass sie ihr rote Flügel verleihen, erreichen das Gegenteil des von ihnen Angestrebten und landen im politischen Ghetto. Man darf die Bewegung gegen den Krieg, um deren maximale Einheit gerungen werden muss, weil mehrere parallele Strömungen mit gleicher oder ähnlicher Zielsetzung stets weniger als eine sind, nicht mit der revolutionären Arbeiterbewegung oder der politischen Linken verwechseln, wobei Faschisten der Kampf angesagt werden muss. (…)

Vollständiger Text unter www.rotfuchs.net

8. Juni 2015

junge Welt l Plünderung per Sanktion l Syrischer Gewerkschaftsbund fordert in Genf Ende der EU- und US-Wirtschaftsblockade

Von Karin Leukefeld, Damaskus

Zeitgleich zur Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die seit dem 1. Juni und noch bis zum Samstag in Genf stattfindet, hat sich in Brüssel der Weltgewerkschaftsbund (WFTU) mit den Auswirkungen von Sanktionen und Wirtschaftsblockaden beschäftigt. Im Fokus stehen Strafmaßnahmen, die von den USA, NATO-Staaten und der Europäischen Union gegen Staaten verhängt werden. Eine Resolution, die das sofortige Ende wirtschaftlicher Strafmaßnahmen fordert, wurde dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, überreicht.

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https://www.jungewelt.de/2015/06-09/014.php

8. Juni 2015

rtdeutsch – Wende im NSU-Prozeß?

Der ehemalige Verfassungsschutz-Beamte Andreas T. wird erneut im NSU-Prozess vernommen. Grund: Es sind Schmauchspuren an einem Lederhandschuh von ihm gefunden worden, die exakt der Treibladung der bei den Morden benutzten Ceska-Pistole entspricht. Die Spuren sind schon länger bekannt, wurden aber auf Intervention des BKA bisher nicht weiterverfolgt.

http://www.rtdeutsch.com/22161/headline/nsu-prozess-nutzte-beamter-und-v-mann-fuehrer-des-verfassungsschutzes-die-tatwaffe/

8. Juni 2015

Will Allies Fold Again on Ukraine – By Ray McGovern

By Ray McGovern

http://warisacrime.org/content/will-allies-fold-again-ukraine

President Barack Obama arrives in Germany Sunday to meet with the leaders of Germany, France, Italy, the UK, Japan, and Canada for the “G-7 summit” at a resort in Bavaria.

This particular genre of summit was formerly known as the “G-8.”  But that was before the U.S. succeeded in blaming Russia for the violent aftermath of the U.S./EU sponsored coup d’état in Kiev on Feb. 22, 2014, and managed to get Russia disinvited last year.

Stakes Higher Than Usual

We shall have to wait until the two-day gathering in Bavaria is over to gauge the results.  But the stakes are high and – for once – it is conceivable that the U.S. will suffer a significant setback in its continuing, if increasingly quixotic, effort to exploit recent violence in Ukraine to isolate Russia.

What the summit outcome is likely to show – figuratively speaking – is whether “G-7” should be more realistically labeled “G-1-plus-six.”  Number 1 being, what Obama continues to call the “only indispensable country in the world”; the “six” being those countries Russian President Vladimir Putin has labeled Washington’s “junior partners.”

The main question is whether Chancellor Angela Merkel and French President Francois Hollande, who have witnessed, up-front-and-personal, the behavior of Washington’s neocon policy makers and their Ukrainian tools, will summon the courage to act like adults.

Will the leaders of Germany and France continue to bend to the U.S. diktat?  Or are they more likely, this time, to stand up on their own four feet and resist pressure from the U.S. and its UK lackey for continued punitive economic sanctions against Russia?  Never mind the economic harm they do to Germany and France and other European countries.

Ukraine’s Poroshenko No Stranger

Chancellor Angela Merkel and French President Francois Hollande have had the chance personally to take the measure of Ukrainian President Petro Poroshenko and his client relationship with the U.S.  At a very different kind of summit on Feb. 11-12 in Belorussia, with only puppet Poroshenko reflecting U.S. objectives, they worked out with him and Putin the so-called “Minsk II” package agreement that included a ceasefire that has pretty much held – until just recently.

Merkel and Hollande are no political novices.  And, if they know their history, they know what a Pétain or a Quisling looks like.  In any case, they cannot have failed to recognize what Poroshenko looks like, and how he continues to do the bidding of the neocons running U.S. policy on Ukraine, who remain hell-bent on demonizing Putin and ostracizing Russia – all with little heed to the economic and the longer-term security interests of “junior partners” like Germany and France.

The German and French leaders – and of course Putin – are acutely aware of which side would see advantage in the current, pre-summit uptick in violations of the ceasefire in southeastern Ukraine.  It is a safe bet they see the increased fighting as a transparently convenient cudgel in Washington’s toolkit for use in its transparent effort to isolate Russia by blaming it for the violations and convincing U.S. “junior partners” of the need for continued economic sanctions.

The Roots of the Trouble in Ukraine

Europeans have a giant economic stake in what happens at the “G1-plus-six” summit in Bavaria.  Trouble is, European press coverage of Ukraine is almost as poor as the thin gruel served up in U.S. media.

Odd as it strikes me, having analyzed Soviet propaganda for decades, the fawning corporate media in the U.S. have recently proven to be at least as adept at spreading half-truth and lies.  Would you believe President Putin’s account of what went down in Kiev since early 2014 is far more factually based?  Well, you ought to believe that, because it is.

Here are excerpts from an interview Putin gave on June 6 to the Italian newspaper Il Corriere della Sera:

“What sparked the [Ukraine] crisis?  Former President Viktor Yanukovych said that he needed to think about signing Ukraine’s Association Agreement with the EU, possibly make some changes and hold consultations with Russia, Ukraine’s major trade and economic partner.  In this connection and under this pretext riots broke out in Kiev.  They were actively supported by both our European and American partners.

“Then a coup d’état followed – a totally anti-constitutional act. … The question is: what was the coup d’état for?  Why did they need to escalate the situation to a civil war? … The result that we have – a coup d’état, a civil war, hundreds of lives lost, a devastated economy and social sphere, a four-year $17.5 billion loan promised to Ukraine by the IMF and complete disintegration of economic ties with Russia…

“I would like to tell you and your readers one thing.  Last year, on February 21, President Yanukovych and the Ukrainian opposition signed an agreement on how to proceed, how to organize political life in the country, and on the need to hold early elections.

“They should have worked to implement this agreement, especially since three European foreign ministers signed this agreement as guarantors of its implementation.  If they were used merely for the sake of appearances … they should have said [after the coup the next day], “You know, we did not agree to a coup d’état, so we will not support you; you should go and hold elections instead.”

Let Merkel and Hollande be reminded that German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier and French Foreign Minister Laurent Fabius, in addition to Polish Foreign Minister Radoslaw Sikorski mediated the Feb. 21, 2014 agreement and signed it as official witnesses.  An envoy from Russian President Putin, Vladimir Lukin, was also involved but did not sign as witness.

There may be no such thing as a guilty conscience in high-stakes diplomacy.  Still, what happened just one day before the coup in Kiev is a matter of record.  Would it be too much to expect of Steinmeier and Fabius to remind their bosses of this shameless piece of failed diplomacy, before Merkel and Holland cave in once again to Washington’s diktat before the beer begins flowing in Bavaria?

Ray McGovern works with Tell the Word, a publishing arm of the ecumenical Church of the Saviour in inner-city Washington.  During his 27 years as a CIA analyst, he was chief of the Soviet Foreign Policy branch in the 60s, and Deputy National Intelligence Officer for Western Europe in the 70s.  Ray now serves on the Steering Group of Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS).

8. Juni 2015

Veranstaltung „Der Tod aus der Luft – die Rolle Deutschlands im US-Drohnenkrieg“ am 16. Juni 2015 in Berlin

Der Tod aus der Luft die Rolle Deutschlands im US-Drohnenkrieg

Fachgespräch der Fraktion DIE LINKE und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Volksbühne; Grüner Salon, Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin

  1. Juni 2015, 19 Uhr

Vor zwei Jahren machten Journalisten von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung bekannt, wie von US-Militärbasen in Deutschland Drohnenangriffe der USA unterstützt werden. Im April 2015 veröffentlichten der Spiegel und die Enthüllungsplattform THE INTERCEPT Geheimdokumente, die belegen, dass Ramstein als Schaltstelle im US-Drohnenkrieg fungiert. Dabei geht es um Einsätze in Ländern wie Somalia, dem Jemen, Afghanistan und Pakistan.

Hierfür kritisiert wiederholte die Bundesregierung stets ein Dementi des US-Präsidenten Obama, wonach von Ramstein keine US-Drohnen starten würden. Wie bei der NSA-Affäre verzichtet die Bundesregierung auf die Aufklärung und sitzt die Vorwürfe aus. Durch die Unterstützung des US-Drohnenkriegs bricht die Bundesregierung nicht nur ihr eigenes Grundgesetz, sondern auch das Völkerrecht und die universellen Menschenrechte.

Was bedeuten diese Enthüllungen für den weltweiten Einsatz von Killerdrohnen? Wie können wir parlamentarisch und außerparlamentarisch Widerstand gegen diese Beihilfe zu tausendfachem Mord organisieren? Diese und andere Fragen wollen wir mit folgenden

Referent_innen diskutieren:

Sarah Harrison

Journalistin, Wikileaks-Aktivistin und Snowden-Begleiterin auf seiner Flucht von Hongkong nach Moskau

Brandon Bryant

(angefragt) ist ein ehemaliger US-Drohnenpilot und Whistleblower.

Seine Zeugenaussagen sind ein wichtiger Bestandteil der Berichterstattung

zum Drohnenkrieg über Ramstein.

Wolfgang Kaleck

vom ECCHR (European Center for Constitutional and Human Rights) ist deutscher Fachanwalt für Strafrecht, vertritt den Whistleblower Edward Snowden und unterstützt die Klage jemenitischer Drohnenopfer gegen die deutsche Bundesregierung.

Frederik Obermaier

ist Journalist bei der Süddeutschen Zeitung und hilft beim Aufdecken der Rolle Deutschlands im US-Drohnenkrieg.

Niema Movassat

ist Obmann der Linksfraktion im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und hat mit Andrej Hunko die Bundesregierung zur Rolle der US-Militärstandorte AFRICOM und Ramstein bei USDrohnenangriffen in die Zange genommen.

Andrej Hunko

ist für die Linksfraktion Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, verfolgt und kritisiert seit Jahren die Anschaffung deutscher Kampf- und Überwachungsdrohnen.

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Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Telefax +4930/227-56544

veranstaltung@linksfraktion.de

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8. Juni 2015

Syrien-Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Abgeordneten und Fraktionen im Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament

http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/?p=1048

Aufruf in englisch herunterladen: Appeal in english.

Vor vier Jahren verhängten die “Freunde Syriens”, die  EU, USA und die Golfmonarchien, ein Embargo gegen Syrien: seine Auslandsguthaben wurden eingefroren, Importe aus Syrien verboten.
Dem Land sollte jede Einkommensquelle genommen werden. Ebenfalls verboten wurden Exporte von Treibstoff, Erdöl, Technik und Ausrüstung nach Syrien, um die Wirtschaft dieses Landes lahmzulegen und seine Regierung zum Fall zu bringen.

Ist das verantwortungsbewusste, ist das menschliche Politik? Wie würde es in unserem Land aussehen, wenn USA, unsere europäischen Nachbarn und die arabische Welt gemeinsam gegen Deutschland ein Embargo verhängen würde?  Was wäre mit unseren Arbeitsplätzen in Automobilindustrie, Maschinenbau, chemischer- und elektrotechnischer Industrie, wenn wir nichts mehr exportieren dürften? Was wäre, wenn man uns keinen Treibstoff, kein Erdgas und kein Heizöl mehr verkaufen würde? Hätten wir noch genügend Lebensmitteln zum Essen?

Müssen wir uns wirklich wundern, wenn heute nach vier Jahren Embargo in Syrien Hunger herrscht, überall Gewalt um sich greift, das Volk sich in einem blutigen Bürgerkrieg zerfleischt, Millionen auf der Flucht sind?

Helfen Sie mit, das Aushungern des syrischen Volkes zu beenden. Geben Sie ihre Unterschrift unter dem Appell an Bundeskanzlerin, Fraktionen und Abgeordnete, das Embargo gegen Syrien unverzüglich aufzuheben.

Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Abgeordneten und Fraktionen im Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament

Beenden Sie das Aushungern des syrischen Volkes! Schluss mit dem Embargo, damit Syrien Frieden bekommt!

Seit über vier Jahren führen die USA mit ihren Verbündeten verdeckt Krieg gegen Syrien: sie beliefern islamistische Gruppen mit modernsten Waffen und lassen sie von Militärberatern in Lagern in der Türkei und Jordanien für den blutigen Einsatz in Syrien ausbilden. Das wahabitische Regime in Saudi-Arabien und die Golfmonarchien stellen ähnlich wie in den 70er und 80er Jahren in Afghanistan Milliarden Dollar für die Rekrutierung und Bewaffnung von ISIS und Al Nusra zur Verfügung.

Die Verantwortung der Bundesregierung und der EU

An diesem schmutzigen Krieg gegen Syrien beteiligen sich EU und Bundesregierung. Seit 2011 haben sie ein Embargo gegen Syrien verhängt.

Erklärtes Ziel dieses Embargos ist es, die Wirtschaft Syriens zum Erliegen zu bringen und seine Bevölkerung zum Aufstand gegen die eigene Regierung zu treiben. Gemeinsam mit den USA und den Herrschern Saudi-Arabiens und der Golfmonarchien haben EU und Bundesregierung

  • die Auslandsguthaben dieses Landes „eingefroren“ und
  • die Importe aus Syrien, besonders von Rohöl, verboten. Jeder Geldverkehr wurde unterbunden, um dem Land seine Einnahmen zum Einkauf der Güter zu entziehen, die es für seine Bevölkerung und Wirtschaft benötigt. Selbst Überweisungen syrischer Gastarbeiter an ihre Verwandten sind nicht mehr möglich.
  • Exporte nach Syrien, insbesondere von Treibstoff, Heizöl sowie von Technologie und Ausrüstung zur Förderung und Raffination von Erdöl bzw. Verflüssigung von Erdgas und für Kraftwerke zur Stromgewinnung, wurden untersagt. Ohne Treibstoff und Strom aber kommen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, Handwerk, Industrie zum Erliegen.

Zynisch fragte die Tagesschau bereits am 14. Dezember 2012: „Wie lange hält Assads Wirtschaft das durch?“ und fuhr triumphierend fort: „Jetzt geht es Syriens Wirtschaft schlecht. 30 Prozent der Menschen lebten schon vor dem Volksaufstand von nicht viel mehr als einem Euro am Tag. Die Inflation galoppiert. Lebensmittel sind doppelt so teuer, Diesel und Importe knapp. Strom wird selbst in Damaskus drei Stunden abgeschaltet, anderswo länger“. Heute, drei Jahre später, ist das Sozialprodukt Syriens um 60 % eingebrochen, die Arbeitslosenquote von knapp 15 % auf 58 % hochgeschnellt. 64,7 % der Syrer leben in extremer Armut und können sich selbst die notwendigsten Lebensmittel nicht mehr kaufen. In dieser verzweifelten Situation gedeihen Gewalt, Fanatismus, Kriminalität, können Terrororganisationen wie ISIS und Al Nusra leicht rekrutieren.

Ein Volk gezielt aushungern, ist ein Verbrechen

Das Embargo gegen das Entwicklungsland Syrien ist eine unmenschliche Form der Kriegsführung. Sie richtet sich gegen die Zivilbevölkerung. Mehr als eine Millionen Menschen, darunter über 500.000 Kinder mussten in den 90er Jahren infolge des Embargos im Irak sterben. Soll das jetzt übertroffen werden? Das Embargo gegen Syrien wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Es heizt die blutigen Kämpfe in diesem Land an. 220.000 Tote, fast eine Million Verletzte und Verstümmelte, über zehn Millionen Menschen auf der Flucht – reicht das immer noch nicht?

Wir fordern Sie, Frau Bundeskanzlerin, die Abgeordneten und Fraktionen im Bundestag und Europaparlament auf, umgehend tätig zu werden

  • Das Embargo gegen Syrien ist aufzuheben, damit sich die Wirtschaft des Landes wieder erholen und eine weitere Verelendung dieses Volkes verhindert werden kann.
  • Dem Land ist großzügig humanitäre und Wiederaufbauhilfe zu gewähren
  • Die diplomatischen Beziehungen mit Syrien sind wieder herzustellen. Seine Souveränität ist zu respektieren.

Es ist höchste Zeit, dass Bundesregierung und EU in diesem Konflikt eine Rolle als Vermittler übernehmen und ihren Beitrag zur Wiederherstellung des Friedens in Syrien und der Region leisten.

Das Embargo weiter aufrechtzuerhalten, heißt, sich an einem Völkermord mitschuldig zu machen!

V.i.S.d.P. Bernd Duschner, Samhofstrasse 2a, 85276 Pfaffenhofen

Erstunterzeichner, Samstag 6. Juni 2015

Dr. Friedrich-Martin Balzer, Historiker; Hartmut Barth-Engelbart, Schriftsteller, Musiker, Kabarettist; PD Dr. Johannes M. Becker, Marburg; Rolf Becker, Schauspieler; Wolfgang Bittner, Schriftsteller; Reiner Braun, Geschäftsführer der „Internationale Juristen und Juristinnen gegen den Atomkrieg (IALANA); Volker Braun, Schriftsteller; Volker Bräutigam, Publizist; Heinrich Bücker, Coop Anti. Regscafe Berlin; Sevim Dagdelen, MdB, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion; Daniela Dahn, Schriftstellerin; Dieter Dehm, MdB, mittelstandspolitischer Sprecher; Hartmut Drewes, Pastor i. R., Bremer Friedensforum; Bernd Duschner, Dipl. Volkswirt, Vorsitzender von Freundschaft mit Valjevo e. V.; Dr. Salem El-Hamid, Generalsekretär der Deutsch-Syrischen Gesellschaft; Peter Feininger, Privatlehrer für Kunst und Musik, Redakteur http://www.forumaugsburg.de; Anneliese Fikentscher, Bundesvorsitzende Arbeiterfotografie; Wolfgang Gehrcke, MdB, stellvertretender Vorsitzender und außenpolitischer Sprecher der Linkspartei; Senne Glanschneider, stellv. Bundesvorsitzende Arbeiterfotografie; Annette Groth, MdB, menschenrechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion; Joachim Guilliard, Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg; Heike Hänsel, MdB, Entwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion; Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenkerverbandes; Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin; Michael Held, Sprecher des ökumenischen Netzes in Deutschland; Inge Höger, MdB, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion; Prof. Dr. rer. nat. Peter Horn, IAEA-Expert in Isotope Geochemistry; Dr. Anne Maximiliane Jäger-Gogoll, Priv. Doz.; Ulla Jelpke, MdB, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion; Claudia Karas, Aktionsbündnis für einen gerechten Frieden in Palästina; Dr. Helmut Käss, Braunschweig; Dr. Sabine Kebir, Privatdozentin; Peter Kleinert, Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung; Susanna Kuby, Publizistin; Dr. Brigitte Kustosch, Lehrerin i. R; Dr. Helmut Lohrer, International Councillor IPPNW Deutschland; Professor Domenico Losurdo, Universität Urbino, Präsident der Internationalen Gesellschaft für dialektisches Denken; Pascal Luig, Vorstandsmitglied der Naturwissenschaftlerinitiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit; Dr. phil. habil. Karl Melzer, Arabist und Philosoph; Ulrich Mercker, Bonner Friedensbündnis; Dr. Amir Mortasawi, Arzt und Autor; Albrecht Müller, Publizist und Herausgeber der NachDenkSeiten, Planungschef im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt; Dr. Izzedin Musa, Diplom-Geologe i. R; Harald Nestler, Handelsrat a. D, Sprecher des Ortsverbandes Berlin-Köpenick der GBM e. V; Alexander S. Neu, MdB, Obmann der Linksfraktion im Verteidigungsausschuß; Andreas Neumann, Vorstand Arbeiterfotografie; Norman Paech, Völkerrechter, Universität Hamburg; Doris und George Pumphrey, Berlin; Ellen Rohlfs, Mitglied der Deutsch-palästinensischen Gesellschaft und der Friedensgruppe Gush Shalom, Israel; Jürgen Rose, Oberstleutnant a. D. und Publizist; Professor Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler und Friedensforscher; Dr. Werner Rügemer, Publizist; Rainer Rupp, Journalist; Erich Schaffner, Schauspieler und Rezitator; Dr. Sabine Schiffer, Leiterin des Institut für Medienverantwortung; Erasmus Schöfer, Schriftsteller; Jochen Scholz, Oberstleutnant a. D.; Renate Schönfeld, Pfarrerin i. R; Eckart Spoo, Publizist und Herausgeber des Ossietzky; Thomas Immanuel Steinberg, ehemals SteinbergRecherche; Frieder Wagner, Journalist und Filmemacher; Dr. med. Jens Wagner, IPPNW; Willy Wimmer, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministers der Verteidigung a. D.; Laura Freiin von Wimmersperg, Moderatorin der Berliner Friedenskoordination; Lucas Zeise, Finanzjournalist

8. Juni 2015

Syria Appeal to the German Chancellor Angela Merkel, the German Bundestag and the European Parliament

german: http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/?p=1048

Appeal to Chancellor Angela Merkel and the members and parliamentary groups of the German Bundestag
and the European Parliament

Stop starving out the people of Syria!
End the embargo, so that Syria can live in peace!

For more than four years, the U.S.A. and its allies have been waging concealed war on Syria: they supply Islamist groups with up-to-date weaponry, and have their “military advisers” train them in camps in Turkey and Jordan for bloody missions in Syria. As in the Seventies and Eighties in Afghanistan, the Wahhabite regime in Saudi Arabia and the Gulf emirates provide billions of dollars to recruit and arm ISIS and the Al-Nusra Front.

The responsibility of the German government and the EU

The EU and the German government are participating in this dirty war against Syria. Since 2011, they have placed an embargo on Syria.
The stated goal of this embargo is to cripple Syria’s economy and force its population to rebel against their government. Together with the U.S.A. and the rulers of Saudi Arabia and the Gulf emirates, the EU and the German government have “frozen” the country’s foreign credit balances, and banned imports from Syria, in particular of crude oil. All monetary transactions have been prevented, in order to deprive the country of the revenues to purchase goods that it needs for its population and economy. Even bank transfers from Syrians living and working abroad to their relatives are no longer possible.banned exports to Syria, in particular of fuel and heating oil, as well as the technology and equipment for pumping and refining petroleum or liquefying natural gas, and for generating stations. But without fuel and electricity, farming and food production, trades and industry come to a halt.
On 14 December 2012, the German state television news programme Tagesschau already asked cynically “How long can Assad’s economy survive this?”, and added triumphantly “Syria’s economy is in a bad state. Even before the popular rebellion, 30% of the people live on not much more than one euro a day. There is galloping inflation. Food costs twice as much. Diesel fuel and imports scarce. Electricity is switched off for three hours even in Damascus, and longer elsewhere.” Today, three years later, Syria’s GDP has sunk by 60%, and the unemployment rate has shot up from barely 15% to 58%. 64.7% of Syrians live in extreme poverty, and can no longer afford even the barest necessities of food. In this desperate situation, violence, fanaticism, and crime flourish; terrorist organizations such as ISIS and the Al-Qaeda affiliate Al-Nusra can recruit easily.

The embargo against Syria, a developing country, is an inhuman form of warfare, directed against the civilian population. In the Nineties, more than a million people, including over half- a-million children, perished as a result of the embargo in Iraq. Do we want to top that figure?
The embargo against Syria only intensifies the bloody battles there. 220,000 dead, almost a million maimed or injured, more than ten million people fleeing – is that still not enough?

Lift the embargo against Syria, so that the country’s economy can recover, and further
impoverishment of the people be prevented.
* Grant the country humanitarian and reconstruction aid generously.
*  Restore diplomatic relations with Syria. Respect its sovereignty.
It is high time for the German government and the EU to assume a role as mediator in this conflict, and make a contribution to restoring peace in Syria and the region.

Maintaining the embargo means being an accomplice to genocide!

initial signatories:

Dr. Friedrich-Martin Balzer, Historiker
Hartmut Barth-Engelbart, Schriftsteller, Musiker, Kabarettist
PD Dr. Johannes M. Becker, Marburg
Rolf Becker, Schauspieler
Wolfgang Bittner, Schriftsteller
Reiner Braun, Geschäftsführer der „Internationale Juristen und Juristinnen gegen den Atomkrieg (IALANA)
Volker Braun, Schriftsteller
Volker Bräutigam, Publizist
Heinrich Bücker, Coop Antikriegscafe Berlin
Sevim Dagdelen, MdB, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion
Daniela Dahn, Schriftstellerin
Dieter Dehm, MdB, mittelstandspolitischer Sprecher
Hartmut Drewes, Pastor i. R., Bremer Friedensforum
Bernd Duschner, Dipl. Volkswirt, Vorsitzender von Freundschaft mit Valjevo e. V.
Dr. Salem El-Hamid, Generalsekretär der Deutsch-Syrischen Gesellschaft
Peter Feininger, Privatlehrer für Kunst und Musik, Redakteur http://www.forumaugsburg.de
Anneliese Fikentscher, Bundesvorsitzende Arbeiterfotografie
Wolfgang Gehrcke, MdB, stellvertretender Vorsitzender und außenpolitischer Sprecher der Linkspartei
Senne Glanschneider, stellv. Bundesvorsitzende Arbeiterfotografie
Annette Groth, MdB, menschenrechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion
Joachim Guilliard, Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg
Heike Hänsel, MdB, Entwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion
Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenkerverbandes
Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin
Michael Held, Sprecher des ökumenischen Netzes in Deutschland
Inge Höger, MdB, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion
Prof. Dr. rer. nat. Peter Horn, IAEA-Expert in Isotope Geochemistry
Dr. Anne Maximiliane Jäger-Gogoll, Priv. Doz.
Ulla Jelpke, MdB, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion
Claudia Karas, Aktionsbündnis für einen gerechten Frieden in Palästina
Dr. Helmut Käss, Braunschweig
Dr. Sabine Kebir, Privatdozentin
Peter Kleinert, Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung
Susanna Kuby, Publizistin
Dr. Brigitte Kustosch, Lehrerin i. R.
Dr. Helmut Lohrer, International Councillor IPPNW Deutschland
Professor Domenico Losurdo, Universität Urbino, Präsident der Internationalen Gesellschaft für     dialektisches   Denken
Pascal Luig, Vorstandsmitglied Naturwissenschaftlerinitiative Verantwortung f. Frieden u. Zukunftsfähigkeit
Dr. phil. habil. Karl Melzer, Arabist und Philosoph
Ulrich Mercker, Bonner Friedensbündnis
Dr. Amir Mortasawi, Arzt und Autor
Albrecht Müller, Publizist und Herausgeber der NachDenkSeiten, Planungschef im Bundeskanzleramt unter  Willy  Brandt und Helmut Schmidt
Dr. Izzedin Musa, Diplom-Geologe i.R.
Harald Nestler, Handelsrat a. D, Sprecher des Ortsverbandes Berlin-Köpenick der GBM e.V
Alexander S. Neu, MdB, Obmann der Linksfraktion im Verteidigungsausschuß
Andreas Neumann, Vorstand Arbeiterfotografie
Norman Paech, Völkerrechter, Universität Hamburg
Doris und George Pumphrey, Berlin;

Ellen Rohlfs, Mitglied der Deutsch-palästinensischen Gesellschaft und der Friedensgruppe Gush Shalom, Israel
Jürgen Rose, Oberstleutnant a. D. und Publizist
Professor Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler und Friedensforscher
Dr. Werner Rügemer, Publizist
Rainer Rupp, Journalist
Erich Schaffner, Schauspieler und Rezitator
Dr. Sabine Schiffer, Leiterin des Institut für Medienverantwortung
Erasmus Schöfer, Schriftsteller
Jochen Scholz, Oberstleutnant a. D.
Renate Schönfeld, Pfarrerin i. R.
Eckart Spoo, Publizist und Herausgeber des Ossietzky
Thomas Immanuel Steinberg, ehemals SteinbergRecherche
Frieder Wagner, Journalist und Filmemacher
Dr. med. Jens Wagner, IPPNW
Willy Wimmer, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministers der Verteidigung a. D.
Laura Freiin von Wimmersperg, Moderatorin der Berliner Friedenskoordination
Lucas Zeise, Finanzjournalist

german: http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/?p=1048

english: http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/wp-content/uploads/2015/06/appell-in-englischer-sprache.pdf

For signing send a message to Mr Bernd Duschner
bernd@freundschaft-mit-valjevo.de
http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/

8. Juni 2015

Pentagon erwägt Atomschläge gegen Russland

Von Niles Williamson (von World Socialist Web Site)

US-Verteidigungsminister Ashton Carter traf sich am Freitag im Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa mit zwei Dutzend amerikanischen Militärkommandanten und europäischen Diplomaten, um über die Verschärfung ihrer wirtschaftlichen und militärischen Kampagne gegen Russland zu diskutieren. Sie bewerteten außerdem die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftssanktionen und der Strategie der Nato, die Krise in der Ostukraine für die Stationierung von Soldaten und Kriegsgerät in Osteuropa auszunutzen, und drohten Russland mit Krieg.

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums erklärte gegenüber Reuters, dass es bei dem Treffen hauptsächlich darum gehe, „zu bewerten und Strategien zu entwerfen, wie die Vereinigten Staaten und ihre wichtigsten Verbündeten auf die verschärften Spannungen mit Russland im Laufe des letzten Jahres reagieren sollten“. Der Vertreter sagte außerdem, dass Carter der Lieferung von tödlichen Waffen an das ukrainische Regime positiv gegenüber stehe. Dieser Vorschlag war bereits Anfang des Jahres vorgebracht worden.

Besonders provokant war ein Bericht von Associated Press, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Laut diesem Bericht erwägt das Pentagon den Einsatz von Atomraketen gegen militärische Ziele in Russland als Reaktion auf angebliche Verstöße gegen den Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) von 1987. Die USA behaupten, Russland habe gegen den INF-Vertrag verstoßen, indem es Flugerprobungen von bodengestützten Marschflugkörpern durchgeführt habe, deren Reichweite die Beschränkungen des Vertrags überschreite. Russland dementierte dies.

Das Pentagon diskutiert über drei Optionen: die Stationierung von Raketenabwehrsystemen in Europa, um russische Raketen abschießen zu können, eine „Gegenschlag“-Option, die nichtatomare Präventivschläge gegen russische Militäranlagen beinhalten würde und schließlich die Möglichkeit eines „Ausgleichsschlags“, der den präventiven Einsatz von Atomraketen gegen Ziele in Russland beinhalten würde.

AP bezieht sich auf einen Mitarbeiter, der angedeutet habe, dass Optionen bis hin zur „Verbesserung der Fähigkeit amerikanischer Atomwaffen, militärische Ziele in Russland zu zerstören“ geprüft würden. Mit anderen Worten, die USA bereiten einen Atomkrieg gegen Russland vor.

Robert Scher, einer von Carters atompolitischen Beratern, sagte im April vor dem Kongress, dass der Einsatz von „Gegenkräften“ bedeuten würde, dass „wir losschlagen und die Raketen in ihren Basen in Russland zerstören“.

Andere Vertreter des Pentagon erklärten, diese Option würde die Stationierung bodengestützter Marschflugkörpern in ganz Europa erfordern.

Der Pentagonsprecher Leutnant Oberst Joe Skewers erklärte gegenüber AP: „Alle Optionen, über die wir diskutieren, sollen sicherstellen, dass Russland keinen nennenswerten militärischen Vorteil aus seinem Fehlverhalten ziehen kann.“

Die Rücksichtslosigkeit und Fahrlässigkeit der amerikanischen Außenpolitik ist atemberaubend. Ein Großteil der russischen Streitkräfte ist in der Nähe von dicht besiedelten Gebieten stationiert. Ein präventiver Atomschlag könnte in Sekunden Millionen Menschen in den Tod reißen und einen Atomkrieg auslösen, in dem die Menschheit ausgerottet würde. Selbst wenn die US-Regierungsvertreter mit ihren Drohungen gegen Russland nicht wirklich dieses Ziel verfolgen und nur versuchen, Moskau einzuschüchtern, liegt solchen Drohungen eine düstere objektive Logik zugrunde.

Inmitten militärischer Spannungen und strategischer Unsicherheit erhöht die atomare Kriegstreiberei der US-Regierungsvertreter in dramatischer Weise die Gefahr eines unabsichtlichen Kriegs. Nato-Truppen führen entlang der russischen Grenzen, vom Nordmeer über die Ostsee bis zum Schwarzen Meer und dem Mittelmeer, Militärübungen durch. Alle nationalen Streitkräfte in der Region sind in höchster Alarmbereitschaft.

Die amerikanischen Regierungsvertreter wissen nicht, wie der Kreml auf ihre Drohungen reagieren wird. Da die russische Regierung einen plötzlichen Nato-Angriff befürchten muss, ist es wahrscheinlicher geworden, dass sie auf vermeintliche Anzeichen für eine Nato-Militäraktion mit dem Abschuss ihrer Raketen reagiert. Sie muss fürchten, dass die Raketen andernfalls am Boden zerstört werden. Die Gefahr, dass eine fehlerhafte Annahme oder ein Kommunikationsfehler zu einem offenen Krieg führt, ist drastisch gestiegen.

Die World Socialist Web Site hatte schon letztes Jahr gewarnt, dass die Entscheidungen der Nato, einen von faschistischen Kräften angeführten Putsch in Kiew zu unterstützen und Russland ohne jeden Beweis die Schuld am Abschuss des Fluges MH17 zu geben, die Kriegsgefahr erhöht hat. Sie schrieb damals: „Wollen wir wirklich zulassen, dass es zwischen den USA, Europa und Russland zu einem Krieg kommt, bei dem Atomwaffen eingesetzt werden könnten? Diese Frage muss sich jeder stellen, der die Ereignisse seit dem gewaltsam herbeigeführten Absturz des Malaysian-Airlines-Flugs MH17 verfolgt hat.“ Diese Warnungen werden von Schers und Carters Aussagen bestätigt.

Im März hatte Putin erklärt, dass er nach dem Putsch in Kiew das russische Militär, inklusive der Atomstreitkräfte, in Alarmbereitschaft versetzt habe, da er einen Nato-Angriff auf Russland fürchtete. Jetzt hat das US-Militär durch seine eigenen Aussagen bestätigt, dass die Politik der USA das Risiko eines Krieges birgt.

Vor der internationalen Arbeiterklasse wurden diese Bedrohungen weitgehend geheim gehalten. Die Arbeiter in den USA, Europa und auf der ganzen Welt haben immer wieder gezeigt, dass sie die Kriege der USA im Irak und Afghanistan ablehnen. Doch fast fünfzehn Jahre nach dem Beginn dieser Kriege steht die Welt am Rande eines noch blutigeren und verheerenderen Konflikts. Doch die Medien und herrschenden Eliten verheimlichen die Gefahr eines Atomkriegs.

Voraussichtlich wird US-Präsident Obama beim G7-Gipfel am Wochenende den Druck auf Russland weiter verschärfen und die europäischen Regierungschefs dazu drängen, die Wirtschaftssanktionen beizubehalten. Diese wurden im letzten Jahr gegen Russland verhängt, nachdem es die Krim in die russische Föderation aufgenommen hatte. Als Vorwand für die Fortführung der Sanktionen soll der erneute Ausbruch von Kämpfen in der Ukraine dienen, für den die USA Russland verantwortlich machen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko warnte am Donnerstag in einer Rede im Parlament vor der „immensen Gefahr erneuter schwerer Kämpfe mit russischen und terroristischen Kräften“. Er behauptete, ohne einen Beweis zu liefern, dass in den von Rebellen kontrollierten Gebieten Donezk und Lugansk in der Ostukraine 9000 russische Soldaten präsent seien.

Poroschenko sagte: „Das ukrainische Militär sollte sich auf eine neue feindliche Offensive und eine Großinvasion entlang der gesamten Grenze zur Russischen Föderation vorbereiten. Wir müssen darauf wirklich vorbereitet sein.“ Er erklärte, das ukrainische Militär habe mindestens 50.000 Soldaten im Osten stationiert und sei bereit, das Land zu verteidigen.

Einen Tag vor Poroschenkos Äußerungen kam es in der Ostukraine erneut zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten mit Dutzenden von Todesopfern. Die Kämpfe in dieser Woche waren der bisher schwerste Verstoß gegen den Waffenstillstand, der im Februar unterzeichnet wurde.

Kremlsprecher Dimitri Peskow erklärte am Donnerstag vor der Presse, Russland sei davon überzeugt, dass die Kampfhandlungen am Mittwoch von Kiew provoziert worden waren, um die Diskussionen auf dem G7-Gipfel am Wochenende und dem EU-Gipfel in Brüssel Ende Juni zu beeinflussen. „Dieses provokante Vorgehen geht von den ukrainischen Streitkräften aus und das beunruhigt uns“, sagte er.

Beide Seiten gaben der jeweils anderen die Schuld am Ausbruch der Kämpfe in Marjinka, etwa vierzehn Kilometer westlich der Rebellenhochburg Donezk. Poroschenkos Berater Juri Birjukow sagte am Donnerstag, dass bei den Kämpfen fünf ukrainische Soldaten getötet und weitere 39 verwundet worden seien. Der stellvertretende Verteidigungsminister und Sprecher der Volksrepublik Donezk (DNR) Eduard Basurin erklärte gegenüber Interfax, dass sechzehn Rebellenkämpfer und fünf Zivilisten getötet worden seien.

Ukrainische Truppen hatten am Mittwoch außerdem die Innenstadt von Donezk mit Artillerie beschossen. In den südwestlichen Stadtteilen Kirowski und Petrowski wurden sechs Menschen durch Granaten getötet und weitere 90 verwundet. Der städtische Marktplatz Sokol wurde schwer beschädigt, mehrere Ladenstraßen brannten nieder.

Als Reaktion auf die Entwicklungen am Mittwoch wurden Mitglieder des faschistischen Rechten Sektors angewiesen, sich auf den Kampfeinsatz vorzubereiten. Der Oberbefehlshaber des paramilitärischen Bataillons der Organisation, Andrei Stempitzki, rief in einem Post auf Facebook alle Mitglieder, die während des Waffenstillstands zu Hause waren, dazu auf, „zu ihren Kampfeinheiten“ zurückzukehren. Er drohte, der Rechte Sektor werde „Krieg führen, egal was die Anhänger des Waffenstillstands tun werden.“

http://www.wsws.org/de/articles/2015/06/06/ukra-j06.html

8. Juni 2015

Großbritannien: Prozess gegen Syrien-Kämpfer aufgehoben aus Angst vor “unangenehmen Enthüllungen” l rtdeutsch

 

Nachdem ein Schwede wegen terroristischen Aktivitäten in Syrien am Londoner Flughafen Heathrow festgenommen wurde, drohte dem Verdächtigen der Prozess, doch kurz zuvor ließ man ihn klammheimlich frei. Gegenüber britischen Behörden argumentierte der ehemalige Syrien-Kämpfer nämlich, dass er lediglich für jene Rebellen kämpfte, die der Westen – auch Großbritannien – großzügig unterstützt. Daraufhin wurde der Fall schnell fallen gelassen, denn ansonsten dürften zahlreiche schmutzige Details über fragwürdige Operationen Großbritanniens im bürgerkriegsgeschüttelten Syrien herauskommen, die London in der Öffentlichkeit “gehörig” in Verlegenheit bringen würde, hieß es von Kritikern.

Siehe kurzes Video dazu: http://www.rtdeutsch.com/22059/headline/grossbritannien-prozess-gegen-syrien-kaempfer-aufgehoben-aus-angst-vor-unangenehmen-enthuellungen/

8. Juni 2015

[antikrieg.com] Die Tragikomödie in der Ukraine – Made in the USA

Während das Poroschenkoregime weiterhin dissidente Journalisten verhaftet, „Wehrdienstverweigerer“ einsperrt und oppositionelle Politiker vertreibt (von denen viele unter sehr merkwürdigen Umständen „Selbstmord begangen haben“), arbeiten die unerschrockenen Verteidiger der ukrainischen „Demokratie“ in Amerika und Europa auf eine Konfrontation mit Russland hin.
weiter
http://antikrieg.com/aktuell/2015_06_07_dietragikomoedie.htm
8. Juni 2015

Letter from NYTimes on Ukraine

Imagine if somebody organized a coup against the Canadian government, which might or might not be popular at that moment (that could be determined at the next election, that’s what elections are for). Imagine if the coup gang then announced that English would henceforward be the only official language in Canada (a position later rescinded, but the incident would be unlikely to reassure Canadian French speakers). Imagine if French speakers in Canada predictably started organizing actively for independence from Canada. Imagine if the coup government then started shelling Quebec City, Chicoutimi, Trois Rivieres, and most of Montreal.

Oh, and imagine if a tape was produced of a senior US official, whose husband is one of the most notorious neocons in Washington, plotting the coup with the US ambassador to Canada.

That’s what happened in Ukraine. It doesn’t take Moscow’s gold to convince a great many of us, who have no connection to Ukraine or to Moscow, to see US behavior in Ukraine as outrageous. Especially since the tape showed the US official plotting to stick HER puppets into power in Kiev instead of the European Union’s puppets, with the remark „[expletive deleted] the EU.“

Washington’s behavior in Ukraine has been outrageous, and a lot of people, here and in Europe, think so. We haven’t take money or anything else from Vladimir Putin, or anybody else. I wish I could say that the members of the coup government in Kiev had not taken money from Washington.

Of course, proper propaganda pundit that it is, NYT has demonized Russia.

http://www.nytimes.com/2015/06/08/world/europe/russia-fights-wests-ukraine-sanctions-with-aid-and-ideology.html

8. Juni 2015

Berlin „Stand Up For Truth“: US-Whistleblower & Mitglieder d. NSA-Untersuchungsausschuss #1

7. Juni 2015 – Erster Teil – US-Whistleblower Thomas Drake, Daniel Ellsberg, Jesselyn Radack und Coleen Rowley diskutieren mit MdB Konstantin von Notz und MdB Martina Renner (beide Mitglieder im NSA-Untersuchungsausschuss), Historiker Joseph Foschepoth und dem ehemaligen Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Peter Schaar.

Eröffnet wird die Diskussionsrunde vom ehemaligen Militäranalysten Daniel Ellsberg (Pentagon Papers) und der ehemaligen FBI-Agentin Coleen Rowley.

Einleitung von US-Journalist Norman Solomon, Mitglied des Editorial Boards von ExposeFacts.org.

Moderation Sarah Harrison, Journalistin und Direktorin der Courage Foundation. #qvdemocracy

In Kooperation mit der Courage Foundation, ExposeFacts.org, DIE ZEIT, ZEIT Online, transmediale und Haus der Kulturen der Welt.

Koordination Diani Barreto @deCespedes
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Veranstaltung im Rahmen der Kampagne „Stand Up For Truth“ Woche zur Unterstützung von Whistleblowern weltweit und zur Publizierung der
Petition an die Regierungen der USA und Deutschlands zur Beendigung von Massenüberwachung und Drohnenmorden.
Diese Petition wird unterstützt durch World Beyond War, Aktion Freiheit statt Angst, The Nation, Koalition des Widerstands, Roots Action, Berlin-gegen-Krieg.de, #StopWatchingUs Berlin und bisher von über 30.000 weiteren Menschen.

Petition online unterschreiben: http://www.rootsaction.org

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