Prager Deklaration – internationale Konferenz kommunistischer, Arbeiter- und Linksparteien und Bewegungen

Am 23./24. Mai 2015 fand in Prag eine internationale Konferenz kommunistischer, Arbeiter- und Linksparteien und Bewegungen statt, ausgerichtet von der Kommunistischen Partei Böhmens und Moraviens ( KSCM). Delegierte aus 17 Ländern aus aller Welt nahmen teil.

Deklaration

Die Teilnehmer haben unter anderem die gegenwärtige komplexe politische Lage überall auf der Welt erörtert und einige Vorschläge gemacht, wie mit dieser umgegangen werden soll. Sie unterstrichen die Notwendigkeit  gemeinsamer Fortschritte bei einer Kooperation der Linken als einer festen Abwehrlinie gegen den imperialistischen Expansionismus.

Sie stimmten überein, dass 70 Jahre nach dem Ende des II. Weltkriegs die Menschheit aus diesen furchtbaren Ereignissen und dem unendlichen Leid noch nicht genügend Lehren gezogen hat. Niemand darf diejenigen, die für unsere Freiheit mit ihrem Leben bezahlt haben, beleidigen. Lassen wir die Bedeutung der mehr als 50 Millionen Opfer nicht in Frage stellen; weder der Soldaten der Roten Armee, noch der Truppen der Alliierten oder der Bürger, die ermordet oder zu Tode gefoltert wurden. Wir dürfen die gefährlichen Spiele des gierigen transnationalen Kapitals, der USA und ihrer Vasallen nicht unterschätzen. Lassen wir die Linke und fortschrittliche Bewegungen nicht an naionalen Leidenschaften oder heiklen Punkten unserer Vergangenheit, durch Fälschung unserer Geschichte und Fälschung der historischen Fakten und Informationen, durch die Passivität der Bürger zerbrechen, wie das im 20. Jahrhundert geschehen ist . Lasst und NEIN sagen zum nächsten Krieg!

Die breite Öffentlichkeit wird durch die bürgerlichen Medien, bei allseitiger Unterstützung durch die transnationalen Monopole wie durch das transnationale Finanzkapital, desinformiert. Historische Ereignisse werden zugunsten der Interessen kriegslüsterner Kräfte, mit der NATO an der Spitze, fehlinterpretiert. Erneut gerät Europa, speziell Osteuropa, in den Mittelpunkt deren Interessen. Die Befreier werden zu Invasoren umgedeutet, die Kriegstreiber zu Verteidigern der Menschenrechte und Demokratie. In Hinsicht auf die von der Nazi-Besatzung so leidgeprüfte ehemalige Sowjetunion erheben sich faschistische und nationalistische Kräfte und versuchen, die Ergebnisse des II. Weltkriegs zu revidieren, mit stillem Einverständnis des transnationalen Kapitals unter Führung der USA und der EU.

Unsere Zivilisation befindet sich erneut in grosser Gefahr. Wieder werden Werte und Sicherheiten destabilisiert. Die G7 haben, angeführt von den USA, in Nordafrika, im Mittleren Osten wie auch in anderen Teilen der Welt blutige Konflikte angefacht. Menschen fliehen vor Kriegen, Verarmung und Gewalt; unsere Bewegung darf dazu nicht schweigen.

Die Folgen dieser Kriege haben direkte Konsequenzen für Europa als Ganzes. Insbesondere der europäische Süden ist das Ziel von zehntausenden Migranten, die den Fanatikern zu entkommen versuchen, die den islamischen Glauben missbrauchen. Heute wird diese künstlich angefachte Migration zu einer weltweiten Erscheinung. Im Mittelmeer sind Tausende umgekommen. Sie werden Opfer eines verdammenswerten Handels mit ihnen. Die Schuldigen jedoch sind diejenigen, die jahrhundertelang die Nationen der III. Welt ausgebeutet, ihre Länder zugrundegerichtet und sie in blutige Konflikte getrieben haben. Wir müssen den Flüchtlingen legale Möglichkeiten eröffnen, nach Europa zu kommen, ohne dass sie riskieren, ihr Leben an den Grenzen der Festung Europa zu verlieren.

Diese Flüchtlingswelle ist sowohl das Resultat der Kolonialpolitik in der Vergangenheit als auch der heutigen Ambitionen der sogenannten Euro-atlantische Zivilisation, ihre Vorstellungen von einer Weltordnung dem Rest der Welt aufzuzwingen. Deshalb betrachten wir es als eine strategische Frage, dass die Migrationsprobleme an ihren Ursprungsorten gelöst wird. Gerade diejenigen Länder, die mit ihre Raubpolitik die soziale und humanitäre Krise dort heraufbeschworen haben, von wo die Migranten in die EU kommen, sollten bei der notwendigen Entwicklungshilfe eine aktive Rolle spielen.

Die wachsende Spannung überall in der Welt kündigt die Gefahr eines erneuten Kriegsausbruchs an. Um den Frieden erfolgreich zu verteidigen, müssen wir gemeinsam handeln und alle unsere Kräfte mobilisieren. Ein integraler Teil davon ist der Kampf gegen Armut, Arbeitslosigkeit und jede Form von Ausbeutung, die für grosse Teile der Bevölkerung den Verlust ihrer Würde bedeutet und dem Terrorismus den Weg öffnet. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Unser Ziel ist eine sozial faire Welt ohne Krieg.

Deshalb ist die Zeit gekommen, dass die kommunistischen und Arbeiterparteien, die Linke und die fortschrittlichen Bürgerbewegungen dringend für die Verteeidigungb des Friedens handeln und dafür jede Möglichkeit und jedes Mitttel nutzen, von der parlamentarischen Ebene bis zu den sozialen Netzwerken, in Europa wie in Lateinamerika, im  Mittleren Osten, in Afrika, im Fernen Osten und darüber hinaus.

Kommunisten, Linkskräfte, Bürger!

Lasst uns der Kriegstreiberei vorbeugen. Nur im Frieden können wir die brennenden Probleme der Gleichheit, der demokratischen Entwicklung sowohl der Gesellschaft als auch der Individuen, der menschlichen Würde lösen.

Lasst nicht zu, dass sie uns die Vorstellung einer Lösung mittels kriegerischer Konflikte aufzwingen. Lasst uns nicht denjenigen glauben, die von Frieden reden, aber mit dem Säbel rasseln, drohen und die Lage zum Äussersten treiben. Aus ihrem Mund kommt das Wort Krieg als etwas Naheliegendes, Unvermeidliches. Heute, in der Zeit der Nuklearwaffen, hätte es fatale Konsequenzen für die ganze Menschheit, wenn die Dispute zwischen den Mächten zu deren möglicher Anwendung führen würden. Lasst uns daran denken, dass jeder Krieg zu Tausenden Toten, Verarmung und Unglück führt. Jeder Krieg bedeutet Zerstörung, zerrissene Länder, den Verlust menschlicher Würde und gesellschaftliches Chaos. Die Anwendung von Nuklearwaffen kann die Zerstörung des ganzen Planeten bedeuten!

Nehmen wir uns der sozialen Probleme der Gesellschaft an, kämpfen wir gegen den kapitalistischen Despotismus; vergessen wir nicht, dass die allererste Bedingung für das Erreichen unserer Ziele der Frieden ist!

Geben wir den Menschen Hoffnung, dass eine Welt ohne Kriege, ohne Gewalt und Not möglich ist. Die grosse Mühe jedoch, dies zu erreichen, muss jeder von uns auf sich nehmen.

Quelle: solidnet

Übersetzung aus dem Englischen: news.dkp.de

Vielen Dank!

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