Auch im kommenden Juni wird wieder eine Mega-Veranstaltung bei Paris stattfinden, die gegen die iranische Regierung mobilisiert – nach Angaben der Veranstalter versammeln sich mehrere zehntausend Menschen. Prominente Redner werden auftreten für 5-stellige Honorare um Umsturz-Propaganda im Sinne einer extremistischen Splittergruppierung innerhalb der iranischen Diaspora zu unterstützen.
Besonders interessant ist es, dass zu diesen Grossveranstaltungen Tausende von jungen Leuten aus europäischen Großstädten per Bus anreisen. Angelockt werden die Menschen durch extrem niedrige Reiseangebote (zum Beispiel: Paris inkl.Busfahrt und Vier-Sterne Hotel – für 30€). Bedingung bei der Reisebuchung ist die Teilnahme an der Konferenz und die Presse berichtet dann regelmässig über überwältigende Besucherzahlen.
Veranstalter ist der Nationale Iranische Widerstandsrat, der sich auf seiner Webseite als sich ein breites Bündnis von demokratischen iranischen Organisationen, Gruppen und Persönlichkeiten bezeichnet.
Es gab diese Veranstaltungen in Genf Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und in Stockholm. Die größten allerdings in Paris und in Berlin. Über die Konferenzen wird in der Presse breit berichtet, wegen der prominenten Redner aber auch wegen der Tatsache, dass die Veranstaltungen scheinbar extrem viele Besucher anziehen.
Tatsache ist aber, dass sowohl der Umstand, dass die Redner 5-stellige Honorare einstreichen, als auch die Tatsache, dass aus mehreren europäischen Großstädten tausende junger Leute per Bus ankommen verschwiegen. Den jungen Menschen wird ein Wochenende in Paris oder Berlin zu einem Spottpreis im 4-Sternehotel versprochen. Der einzige Haken ist, dass sie als Fotostatisten in einem „vollbesetzen“ Veranstaltungsstadium herhalten müssen.
Neben republikanischen Spitzenpolitikern und dem israelischen Premierminister Netanyahu, der keinen internationalen Anlass verpasst, um seine Ablehnung gegenüber der aktuellen westlichen Iran-Politik auszudrücken, ist es hauptsächlich die exiliranische Organisation Volksmojahedin (Auch MEK/MOK/PMOI genannt) die Sturm läuft gegen jegliche Annäherung zwischen Tehran, Brüssel und Washington. Entspannungspolitik gegenüber dem Iran wird von allen vehement abgelehnt.
Seitdem die exiliranische Organisation Volksmudjahedin (MEK/PMOI) im Jahre 2009 von der EU-Terrorliste gestrichen wurde, finden alljährlich derartige Großveranstaltungen statt.
Teilnehmer der Konferenz im Februar in der Berliner Radrennbahn waren unter anderem: Rudy Giuliani, der ehemalige Bürgermeister von New York City und U.S.-Präsidentschaftskandidat im Jahr 2008; Michael Mukasey, US-Generalstaatsanwalt (2007-2009); Alan Dershowitz, Fachmann für das Verfassungs- und Strafrecht der USA; Patrick Kennedy, US-Kongressabgeordneter (1995-2011); Nicole Fontaine, ehemalige Präsidentin des Europaparlaments (Frankreich); Lord Alex Carlile, Im Vorsitz des Komitees für Freiheit im Iran des britischen Parlaments und Berichterstatter zum Terrorismus (Grossbritannien); Dominique Lefebvre, Mitglied der französischen Nationalversammlung und Vizepräsidentin des Parlamentskomitees für einen freien Iran; Robert Rochefort, Mitglied des Europaparlaments (Frankreich); Carmen Quintanilla, Vorsitzende des Frauenkomitees des spanischen Parlaments und Vizevorsitzende des Frauenkomitees des Europarats; José María Chiquillio (Spanien), aussenpolitischer Sprecher der Regierungspartei im spanischen Senat; Senator Luigi Compagna (Italien) und Carlo Ciccioli, ehemaliges Mitglied des italienischen Parlaments; Senator Pierre Galand (Belgien), Präsident der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF) und Vorsitzender der Weltorganisation gegen Folter – Europa (OMCT – Europe).
In den Jahren vorher traten unter vielen mehr als Redner auf: Howard Dean, ein früherer Vorsitzender des Democratic National Committee, General Peter Pace, Vorsitzender der US Army Joint Chiefs of Staff (2005-2007), General Hugh Shelton, Vorsitzender der US Army Joint Chiefs of Staff (1997-2001),
Mitchell B. Reiss, Director of Policy Planning des US-Außenministeriums (2003-2005), Louis Freeh, FBI- Direktor [1993 bis 2001]
Deutsche Redner, die bei den Kongressen auftreten waren z.B. die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan (SPD) , der ehemalige EU-Komissar Günter Verheugen (SPD), Prof. Rita Süssmuth,
Altbischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, Prof. Dr. Horst Teltschik, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, I.
Otto Bernhard von der Konrad Adenauer Stiftung (CDU) und der Rechtswissenschaftler Christoph Degenhart von der Uni Leipzig. Günter Verheugen verglich den Leiter der Konferenz Rajavi mit dem kürzlich verstorbenen Apartheidsgegner Nelson Mandela. Mittlerweile hat sich auch Rita Süssmuth der der PR-Entourage angeschlossen
Hier ein Erfahrungsbericht vonAlina Alykulova, die als Studentin in Prag auf das Reiseangebot derreingefallen ist: Wochenendtrip nach Paris inklusive Hin-und-Rück-Busfahrt und Unterkunft in einem Vier-Sterne Hotel – für 35€!
http://www.rferl.org/content/iran-mko-ncri-rally-diary/25029410.html
Der Redner Patrick Kennedy, Sohn des verstorben Senators Edward Kennedy und Mitglied des Repräsentantenhauses (1995-2011) berichtete übrigens über die Honorare für Redner
http://thinkprogress.org/security/2011/08/29/306528/patrick-kennedy-mek/
Das Wall Street Journal berichtete, dass Teilnehmern eine Gage zwischen 25.000 bis 40.000 US-Dollar gezahlt werde. Hier ein Bericht zu den Gagen von Rudolph Giulianis und Howard Deans.
http://thinkprogress.org/security/2011/05/13/176538/here-comes-the-mek/

