Proteste in den USA gegen Schikanen und Polizei-Terror weiten sich landesweit aus

Proteste in den USA gegen Schikanen und Polizei-Terror weiten sich landesweit aus.US Präsident Obama bezeichnet demonstrierende Farbige verächtlich als „Kriminelle und Schläger“. Es kam zu etlichen Verhaftungen . Ein Farbiger war in einem Polizeibus in Baltimore nach heftigen Rückenschmerzen ins Koma gefallen und er verstarb danach. Solche Todesfälle nach Polizeigewalt ereignen sich immer wieder.

Auch in New York gab es bereits Fälle von ungesühnter Polizeigewalt mit tödlichem Ende gegen Afroamerikaner. RT-Reporterin Martina Portnaya: “Es bauen sich ganz deutlich Spannungen auf, nicht nur in New York, nicht nur in Ferguson”. In Baltimore trat inzwischen eine Ausgangssperre in Kraft. Zunächst friedliche Proteste gegen die Polizeigewalt schlugen in Gewalt um, bzw. lieferten sich Gruppen aus dem kriminellen Millieu , die in keiner Verbindung zu den Demonstranten standen, Straßenschlachten mit der Polizei. RT-Reporter Manuel Papalo berichtet aus der Stadt, in der bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen.

RT-Journalistin Gayane Chichakyan kritisiert, dass viele US-Medien die Demonstranten die Demonstranten kollektiv als “Kriminelle und Schläger”. Diese Wortwahl wurde zuvor von US-Präsident Barack Obama auf einer Pressekonferenz verbreitet. Auch haben viele US-Medien lediglich sehr selektiv von den Unruhen berichtet, nicht aber von den friedlichen Demonstranten und deren Anliegen. Viele Zuschauer werfen den US-Mainstreammedien vor, in einer völlig anderen Realität zu leben.

Mehrere tausend Menschen haben sich in den USA an diesen Demos gegen Polizeigewalt beteiligt – unter anderem in Baltimore und New York. Die „Washington Post“ berichtet zynisch von einem Hinweis darauf, dass sich der getötete Farbige Freddie Gray in einem Polizeibus selbst verletzt haben könnte.

von Jürgen Meyer
ie Proteste verliefen friedlich, allerdings nahm die Polizei in New York mindestens 60 Personen zwischenzeitlich fest, die versucht haben sollen, Absperrungen am Union Square zu durchbrechen. Die Behörden hatten es den Demonstranten untersagt, den Bürgersteig zu verlassen und auf der Straße zu laufen.

Larry Hogan, Gouverneur des US-Bundesstaats Maryland, rief Nationalgarde und Polizei dazu auf, die Ausgangssperre durchzusetzen. Aus einem Hubschrauber, der über Baltimore kreiste, kam die Durchsage: „Sie müssen nach Hause gehen. Andernfalls werden Sie festgenommen.“

In der ersten Nacht hatten die Sicherheitskräfte 35 Menschen festgenommen, die trotz Ausgehverbots auf den Straßen unterwegs waren.

Bis zum Freitag will die Polizei ihren Untersuchungsbericht fertigstellen, der die Umstände des Todes von Freddie Gray aufklären soll. Der Mann war am 12. April festgenommen und in einen Polizeibus gebracht worden. Nur etwa eine Stunde nach seiner Verhaftung fiel der 25-Jährige aus bisher unbekannten Gründen ins Koma, eine Woche später starb er an schweren Rückenmarksverletzungen. Der Untersuchungsbericht soll vorerst geheim bleiben. Und da stellt sich die Frage, warum das so ist, wenn die Polizei nichts zu verbergen hat? Der Zeuge konnte ihn zwar nicht sehen, weil er durch eine Metallwand von Gray getrennt war. Trotzdem halt man an der Märchenstunde fest, wenn sie ideologisch ins Weltbild passt.

Die Polizei von Baltimore hat bislang eingestanden, dass Gray trotz mehrerer Bitten eine medizinische Versorgung verweigert wurde. Außerdem hätten es die Beamten entgegen der Vorschriften unterlassen, den Festgenommenen anzuschnallen. Sechs Beamte sind bis zum Abschluss der Untersuchungen suspendiert worden, berichtet Reuters.