Diplomatische Fähigkeiten des Tages: US-Special Forces l jungewelt.de

https://www.jungewelt.de/2015/04-28/028.php

Zu Zeiten des weltumspannenden Empires Ihrer Majestät war es ein geflügeltes Wort, dass »über dem britischen Reich die Sonne nie untergeht«. Das Wallstreet Journal hat diesen Spruch nun auf »Amerikas Spezialeinsatzkräfte« angewandt, die rund um den Globus in 81 Ländern oft in streng geheimen Einsätzen operieren. Dies zeige, so die Zeitung, »wie die USA zunehmend auf militärische Eliteeinheiten zurückgreifen, um ihre globale Dominanz aufrecht zu erhalten«. Die meisten Einheiten der US-amerikanischen »Special Operation Forces« (SOF) sind offiziell damit beschäftigt, als Ausbilder oder »Berater« lokalen Kämpfern moderne Kriegsführung beizubringen. Anschließend werden diese Kommandoeinheiten von den SOF weitgehend unsichtbar von »hinten« in den Kampf gegen all jene Kräfte geführt, die sich Washingtons Interessen in den Weg stellen. Zu den »Bösen« gehören auch alle, die sich der Globalisierung, also der globalen Machtergreifung der Konzerne widersetzen und ihre nationale Souveränität wieder herstellen wollen.

Zum US-Lehrplan der lokalen Spezialeinheiten gehört sicherlich nicht nur die militärische Ausbildung, sondern auch die Unterrichtung in US-amerikanischen Werten, wie physische, sexuelle und psychische Misshandlungen von Gefangenen. Im US-Militärjargon heißt das salopp »enhanced interrogation« (erweitertes Verhör) – vom Rest der Welt wird es als Folter verurteilt. Im Wallstreet Journal dagegen liest sich das so: »Von Honduras bis zur Mongolei, von Dschibuti bis Estland, überall bringen US-Spezialkräfte lokalen Soldaten nicht nur diplomatische Fähigkeiten bei, damit sie ihre Länder gegen extremistische Ideologien abschirmen, sondern auch militärisches Können zur Bekämpfung von Militanten, … damit amerikanische Truppen dort nicht kämpfen müssen.« (rwr)

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