Ex-Bundeskanzler Schröder hat in einem Interview mit dem Spiegel das Vorgehen des Westens gegenüber Russland gerügt.

Berlin/Moskau (sputniknews.com) – Der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in einem Interview mit dem Spiegel das Vorgehen des Westens und insbesondere von Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber Russland gerügt.

Berlin hätte nicht zulassen dürfen, dass die EU-Kommission „nur mit der Ukraine und nicht auch mit Russland über eine EU-Assoziierung verhandelt“, kritisierte Schröder.

Für falsch hält er auch die Versuche, Russland international zu isolieren. Einen Ausschluss Russlands aus der G8 hätte er als Kanzler abgelehnt. „Gerade in der Krise sind Gespräche zwingend erforderlich“, betonte er im Gesräch mit der Samstagsausgabe des Spiegel.

Zudem zeigte er Verständnis für die russische Sorge wegen der Osterweiterung der NATO: „Mit dem Ende der Sowjetunion hat der Warschauer Pakt aufgehört zu existieren, während die NATO nicht nur weiterbestand, sondern sich erheblich nach Osten ausgedehnt hat.“

Die Ängste der baltischen Staaten und Polens vor Russland seien ihm zufolge kaum nachvollziehbar. Er kenne „niemanden, auch nicht in Russland, der so verrückt wäre, es auch nur in Erwägung zu ziehen, die territoriale Integrität Polens oder der baltischen Staaten infrage zu stellen“.

Der Sozialdemokrat hatte auch schon früher die Russland-Politik des Westens kritisiert. Ende 2014 sagte er in einem Vortrag an der Universität Regensburg: „In Europa kann es keinen dauerhaften Frieden geben, wenn man Russland abstößt, ohne es einzubeziehen, ob politisch oder ökonomisch.“

sputniknews.com

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