Abdullahs Vision Saudi-Arabien plant für die Zukunft. Gigantische Investitionen fließen, eine neue Hafenstadt entsteht. Doch die Lage der Region bleibt labil l Von Karin Leukefeld

Abdullahs Vision

Saudi-Arabien plant für die Zukunft. Gigantische Investitionen fließen, eine neue Hafenstadt entsteht. Doch die Lage der Region bleibt labil

Von Karin Leukefeld

Saudi Arabien ist die Nummer eins des OPEC-Kartells (Organisation erdölexportierender Länder) und neben Russland und den USA weltgrößter Förderer des Roh- und fossilen Brennstoffs. Seit Jahren schon bereitet sich das Königreich auf die Zeit »nach dem Öl« vor. Wie andere Golfstaaten auch, investieren die Herrschenden des Landes viel Geld im In- und Ausland, eines der strategischen Vermächtnisse des kürzlich verstorbenen Monarchen Abdullah.

Gekauft werden Grundstücke und Immobilien, investiert wird in Landwirtschaft, Konzernbeteiligungen, Fabriken und Transportwege. Die Flut der Petrodollars fließt dabei nach Schwarzafrika, in den Maghreb und nach Europa. Mehr als 110 Milliarden Riyal (rund 25 Milliarden Euro) sind für den Neubau einer gigantischen Stadt nördlich der saudischen Küstenmetropole Jiddah am Roten Meer vorgesehen. Die nach dem Gründer benannte »König Abdullah Wirtschaftsstadt« (KAEC) wird zukünftig zwei Millionen Menschen beherbergen. Dort soll zugleich einer der weltweit größten Häfen entstehen. Der neue Seehandelsplatz sei keine Konkurrenz zum bestehenden Hafen in Jiddah, »aber wir werden Dubai Geschäftsvolumen abnehmen«, zitierte die britische BBC am vergangenen Freitag Hafenmanager Rayan Bukhari. Bisher werden mangels interner Transportmöglichkeiten viele Güter für den Osten Saudi-Arabiens und für die Hauptstadt Riad in der Metropole der Vereinigten Arabischen Emirate entladen und von dort ins Land gebracht. Mit dem Ausbau der innersaudischen Verkehrsinfrastruktur soll sich das ändern.

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