US-Strategie (auf deutsch) l George Friedman STRATFOR @ Chicago Council on Global Affairs

US-Amerikanischer Think-Tank STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern

Eine Version des Videos wurde bereits weit verbreitet, die aber leider in der deutschen Übersetzung (Untertitel) einige auch etwas entstellende Fehler enthielt.
AntikriegTV hat nun die korrigierte deutsche Version des Videos (VoiceOver) veröffentlicht: https://youtu.be/vln_ApfoFgw

Eine Information zu STRATFOR gab Rainer Rupp: »Stratfor« verdient mit politischen, ökonomischen und militärischen Risikoeinschätzungen sein Geld. Was die Berichte von westlichen Medien und Regierungsstellen unterscheidet, ist, dass sie die Lage weitaus weniger ideologisch verzerrt und manipuliert wiedergeben, denn die Kunden sind hauptsächlich die Abteilungen in den Großkonzernen, die strategische Investitionsentscheidungen zu fällen haben und deshalb eine realistische Grundlage für ihre Planung brauchen und keine nach politischem Gutdünken gefärbte.

Mehr dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Stratfor

 

Und hier eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Ausschnitten des Videos:

George Friedman erklärt, dass es nirgendwo Frieden auf Dauer geben könne. Die USA befänden sich ständig im Krieg. In Europa würde es vermutlich keine großen Kriege wie im letzten Jahrhundert geben, aber die Europäer werden „ihre Kriege haben, ihren Frieden und sie werden ihr Leben leben. Es wird keine 100 Millionen Tote geben, aber die Vorstellung, Europa sei eine Ausnahmeerscheinung wird zuerst sterben“.

Europas Beziehungen zu den USA betreffend, sagt Friedman: „Wir haben keine Beziehungen mehr mit Europa. Wir haben Beziehungen mit Rumänien, mit Frankreich. Es gibt kein Europa zum dem man Beziehungen haben kann.“

Der islamistische Extremismus sei, nach Einschätzung Friedmans, für die USA zwar ein Problem, aber keine „existentielle Bedrohung“. Die USA müssten sich angemessen damit befassen, aber sie hätten „andere außenpolitische Interessen“.

Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik, für das es den 1. und 2. Weltkrieg und den Kalten Krieg führte, galt den „Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, denn vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann“ und die USA müssten sicherstellen, dass dies nicht passiert.

Die Ukrainer müssten sich, laut Friedman, natürlich dem Land zuwenden, das ihnen als einziges Hilfe bieten könne, „und das sind die USA.“ Friedman erinnert an den Besuch des Oberbefehlshabers der „US Army Europe“, General Ben Hodges, in der Ukraine. Er hatte dort angekündigt, dass US-Ausbilder demnächst nicht mehr nur inoffiziell, sondern ganz offiziell präsent sein werden. Obwohl die Annahme von Orden von fremden Armeen gegen militärisches Protokoll sei, hatte General Hodges ukrainischen Kämpfern Orden überreicht, um zu zeigen, dass die ukrainische Armee „seine Armee ist“. Hodges verkündete auch, dass die USA Panzer, Artillerie und andere Rüstungsgüter in den baltischen Staaten, Polen, Rumänien und Bulgarien in Stellung bringen würden.Trotz aller Dementis werden die USA, nach Friedmans Ansicht, Waffen an die Ukraine liefern.

„Bei alldem haben die USA außerhalb des Rahmens der NATO gehandelt, weil NATO-Entscheidungen einstimmig getroffen werden müssen. Jedes Land kann jeweils sein Veto einlegen“.

Es gehe den USA darum, „einen Cordon Sanitaire, einen Sicherheitsgürtel um Russland zu legen und Russland weiß das“.

„Wenn sie einen Polen, Ungarn oder Rumänen fragen, die leben in einer ganz anderen Welt als die Deutschen und die leben in einer ganz anderen Welt als die Spanier. Es gibt nichts Gemeinsames in Europa. Wenn ich Ukrainer wäre, würde ich genau das tun was diese tun: versuchen die Amerikaner hineinzuziehen.“

Friedman weiter: „Die USA haben ein fundamentales Interesse. Sie kontrollieren alle Ozeane der Welt. Keine andere Macht hat das jemals getan. Aus diesem Grund können wir in andere Länder eindringen, aber sie können das nicht bei uns. Das ist eine sehr schöne Sache. Die Aufrechterhaltung der Kontrolle über die Ozeane und im Weltall ist die Grundlage unserer Macht. Der beste Weg die feindlich Flotte zu besiegen, ist zu verhindern, dass sie gebaut wird. Den Weg, den die Briten gingen, um zu verhindern, dass eine europäische Macht eine Flotte bauen konnte, war dafür zu sorgen, dass die Europäer sich gegenseitig bekämpften.“

Friedman empfiehlt eine Politik, wie sie Ronald Reagan im Iran-Irak-Krieg 1980 – 88 verfolgte: „Er finanzierte beide Seiten damit sie gegeneinander kämpfen und nicht gegen uns. Es war zynisch, bestimmt nicht moralisch, aber es funktionierte.“

Diese Politik, Gegner miteinander kämpfen zu lassen und sie dabei politisch, finanziell und militärisch zu unterstützen, wäre nach Friedmans Auffassung für die USA die beste Politik, weil sie zwar Armeen (er nennt das Beispiel Irak) besiegen aber die Länder nicht besetzen könne, schon allein wegen der zahlenmäßig völligen Unterlegenheit seiner Soldaten gegenüber den Einwohnern. „Im äußersten Fall können wir das tun was wir in Vietnam Irak und in Afghanistan taten“, mit „Störangriffen“ den Gegner aus dem Gleichgewicht bringen.

Zum Problem der Ukraine zwischen Russland und den USA führt Friedman Folgendes aus: Für Russland stellt sich die Frage, kann die Ukraine als neutrale Pufferzone erhalten werden, oder wird sie durch ein Vordringen des Westens zur existentielle Bedrohung.

„Es ist kein Zufall, dass General Hodges, der ernannt wurde, um für all dies gerade zu stehen, davon spricht, Truppen in Rumänien, Bulgarien, Polen und den Baltischen Staaten in Stellung zu bringen, dem Intermarum, dem Terriorium zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee, wie Pilsudski es erträumte.“ Für die USA sei dies die Lösung. Aber „die Frage, auf die wir keine Antwort haben, ist, wie wird Deutschland sich verhalten?“

„Deutschland befindet sich in einer sehr eigenartigen Lage. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder sitzt im Aufsichtsrat von Gazprom. Sie haben eine sehr komplexe Beziehung zu Russland. Die Deutschen wissen selbst nicht was sie tun sollen.“

Die „Urangst“ der USA sei, laut Friedman, ein „Zusammengehen von deutschem Kapital und deutschen Technologien mit russischen Rohstoffen und russischer Arbeitskraft.“ Die USA hätten schon immer eine „Höllenangst“ vor dieser Verbindung.

„Wie wird sich das also abspielen? Die USA haben ihre Karten bereits auf den Tisch gelegt: die Linie zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer. Die russischen Karten lagen schon immer auf dem Tisch: Das mindeste was sie brauchen ist eine neutrale Ukraine, keine pro-westliche. Weißrussland ist eine andere Frage.

„Wer mir nun sagen kann, was die Deutschen tun werden, der kann mir auch sagen, wie die Geschichte der nächsten zwanzig Jahre aussehen wird. Aber leider haben sich die Deutschen noch nicht entschieden. Und das ist immer das Problem Deutschlands. Wirtschaftlich sehr mächtig, geopolitisch sehr fragil. Und es weiß nie wie es beides versöhnen kann. Seit 1871 ist das die deutsche Frage, die Frage Europas. Denken Sie über die deutsche Frage nach, denn sie kommt jetzt wieder auf uns zu. Ihr müssen wir uns jetzt stellen und wir wissen nicht wie. Wir wissen nicht was die Deutschen tun werden.“

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