junge Welt l Wer kuckt in die Röhre? Russisches Erdgas soll unter Umgehung der Ukraine in die Länder der EU kommen. Neue Verhandlungen über Lieferkonditionen für Kiew

 

Er ist wohl nur der Auftakt zu neuen Auseinandersetzungen gewesen, der Erdgasstreit zwischen Moskau und Kiew, der Ende Februar aufflackerte und schon nach wenigen Tagen vorläufig beiseitegelegt wurde. Auslöser war, dass Kiew am 18. Februar die Erdgasversorgung von Donezk und Lugansk eingestellt hatte und Russland mit direkten Lieferungen in die international nicht anerkannten Volksrepubliken eingesprungen war. Wer sollte die Kosten dafür tragen? Das russische Unternehmen Gasprom verwies darauf, dass die Ukraine auf ihrer territorialen Unversehrtheit bestehe, also für das Gas aufkommen müsse. Kiew erklärte, Donezk und Lugansk sollten das Geld selbst auftreiben. Gasprom, nicht bereit, erneut Außenstände in der Ukraine auflaufen zu lassen, setzte seine Lieferungen in die abtrünnigen Gebiete kurzerhand auf Kiews Rechnung, das seinerseits lautstark protestierte. Binnen weniger Tage konnte der Streit fürs erste gelöst werden – aber eben nur fürs erste: Auf Druck der EU kam man überein, Kiew zunächst unabhängig von der Frage, wer für das Donbass-Gas zu zahlen habe, weiterzubeliefern. Die Frage ist damit natürlich nicht aus der Welt. Ende März soll erneut verhandelt werden; dann steht ohnehin noch ein weiteres Problem auf dem Programm.

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