rtdeutsch ll Benutzen die USA auch in Syrien wieder Uran-Munition?

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Mit dem neuen Krieg gegen den Islamischen Staat (IS) kommen alte Ängste wieder auf. Auf der Webseite von Oppositionellen gegen den IS namens „Rakka wird abgeschlachtet,“ wird von Besorgnis in der Bevölkerung berichtet, dass wieder bunkerbrechende, mit Uran angereicherte Munition zum Einsatz kommen könnte.

Im Dezember wurde bekannt, dass für die Anti-Terror-Operation gegen den IS unter Federführung der USA auch A-10-Erdkampfflugzeuge mit dem Spitznahmen „Warzenschwein“ zum Einsatz kommen. Diese Kampfflieger wurden speziell für den Einsatz von hochentzündlicher Munition konstruiert, die zumeist aus abgereichertem Uran (depleted uranium kurz DU) besteht. Solche Kampfmittel sind ideal gegen massive und gepanzerte Ziele, denn abgereichertes Uran ist wesentlich härter als Stahl und kann deshalb Metall und Beton leicht durchdringen.

Einer Pentagon-Statistik zufolge, schossen diese Warzenschweine im Kampf gegen den IS bisher 62 Panzer, 64 Panzerfahrzeuge und MRAP-Laster ab, die für ihre Stabilität und Resistenz selbst vor Anschlägen mit Minen bekannt sind. Allerdings bleibt offen, mit welcher Munition das geschah. Auf die Frage, ob die USA bei den Einsätzen der Warzenschweine diese hochumstrittene Munition verwendet, wird ausgewichen. Anfragen von Abgeordneten verschiedener west-europäischer Staaten an ihre Regierungen bekamen als Antworten weder ein klares Nein noch ein klares Ja, so ein Bericht der “Internationalen Kampagne zum Verbot von Uranwaffen” Ende Februar.

Ein Schrecken ohne Ende

Der Irak leidet noch heute unter den Folgen der mit DU-Munition geführten Bombardements von 1991 und 2003. Im Zuge dieses Beschusses wurden hunderte Tonnen abgereichertes Uran gegen das Land eingesetzt. Die Folgen dieser „panzerbrechenden“ Munition sind langwierig und verheerend.

So kam es zu extremen Anstiegen in der Bevölkerung bei Fehlgeburten, starken Missbildungen, bösartigen Tumoren und Krebserkrankungen. Eine Studie aus dem Jahr 2012, verfasst von u.a. M. Al-Sabbak und S. Sadik Ali von der Geburtsklinik und medizinischen Hochschule von Al Basrah im Irak, berichtet, dass alleine in der im Jahre 2004 stark beschossenen Stadt Falludscha zwischen 2007 und 2010 mehr als die Hälfte der Neugeborenen mit starken Missbildungen geboren wurden und 45 Prozent der Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt endeten. In der Provinz Babil stieg die Anzahl von 500 diagnostizierten Krebsfällen im Jahr 2004 auf 9.082 im Jahr 2009, also auf das 18-fache!

Der weltweite Protest gegen diese Munition ist stark und viele Organisationen setzen sich für eine Uranwaffen-Konvention ein. Eine entsprechende Resolution der UN-Vollversammlung im Jahre 2010 unterstützten 148 Staaten – jedoch Frankreich, Großbritannien, Israel und die USA waren dagegen. Von insgesamt 18 Staaten wird vermutet, dass sie über radioaktiv strahlenden Geschosse verfügen, die wegen ihrer langen Halbwertszeit noch über Generationen hinweg strahlen und noch extrem lange nach ihrem Einsatz Menschen und Umwelt schädigen.

Im Interesse des Iraks könnte der Einsatz dieser Munition auf keinen Fall liegen. Und die Tatsache, dass Bagdad Mitte 2014 bei den Vereinten Nationen einen Bericht, in dem das Verbot dieser Waffen gefordert wird, vorlegte, bestätigt diese Annahme. Allerdings bleibt die Befürchtung, dass Amerika diese Munition auf eigene Faust doch anwenden könnte.