junge Welt – Ostukrainische Volksrepubliken kämpfen mit Versorgungsmängeln

Not lehrt planen

Die ostukrainischen Volksrepubliken kämpfen mit Versorgungsmängeln. Preiskontrollen sollen Teuerung bremsen

Von Reinhard Lauterbach

In der Ostukraine wird der Waffenstillstand seit einigen Tagen halbwegs eingehalten. Das stellt die Verwaltungen der international nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk vor neue Aufgaben: das Leben und Überleben der auf etwa zwei Millionen Menschen geschätzten Bevölkerung zu sichern. Die Ausgangslage dafür ist schlecht bis sehr schlecht: 80 Prozent der Bergwerke haben die Produktion eingestellt, die Stahl- und Röhrenwerke liegen still, weil kein Rohstoff mehr kommt – dieser wurde traditionell aus dem Eisenerzvorkommen von Kriwoj Rog in der Zentralukraine bezogen. Das sind zwar nur 200 Kilometer Luftlinie, aber dazwischen liegt inzwischen die Front. Entsprechend fehlen den Republiken die Steuereinnahmen und den Leuten die Löhne. Viele Männer haben sich offenbar auch aus diesem Grund den Volkswehren angeschlossen, die nach Angaben der Militärführung der Aufständischen in den letzten Wochen reichlich neue Freiwillige aufgenommen haben – nach deren eigener Darstellung haben allein die Kämpfe um Debalzewo auf Seiten der Volkswehren mindestens 500 Männer das Leben gekostet, etwa 2.000 sind verwundet worden.

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