Antje Vollmer bestärkt These von Günter Grass: Dritte Weltkrieg hat schon begonnen – Ex-Bundestagsvizepräsidentin vermisst die Weisheit früherer Entspannungspolitiker

Antje Vollmer, Die Grünen, hält die Sorge von Literaturnobelpreisträger Günter Grass vor einem dritten Weltkrieg für mehr als berechtigt. „Grass hat recht mit seiner in eine Frage gekleideten Sorge vor einem dritten Weltkrieg. Ich glaube sogar, dass der dritte Weltkrieg längst begonnen hat – und zwar an verschiedenen Fronten“, sagte Vollmer der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Dienstagausgabe). Sowohl die aktuellen großen Auseinandersetzungen im Nahen Osten als auch die noch hinzugekommene Konfrontation des Westens mit Russland in der Ukraine seien „für Europa hochgefährlich. Die bestehenden militärischen Konflikte machen mir zwar schon Sorgen genug, aber Grass hat recht, auch Cyberkriege über das Internet spielen heute eine Rolle.“ Auch Vollmer vermisst in der aktuellen Debatte Politiker wie Olof Palme, Willy Brandt und Bruno Kreisky, die „für das Konzept einer gemeinsamen Entspannungs- und Sicherheitspolitik, die den früheren Aggressor und dessen Sicht der Dinge mit einbezog,“ gestanden hätten. Dieses Denken sei bei der heutigen Politikergeneration weniger ausgeprägt. Die damaligen Entspannungspolitiker „sind vorsichtiger und auch ein Stückchen weiser gewesen als die heutige Politikergeneration“

Der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat sich zuvor besorgt über die Anzeichen eines anbahnenden dritten Weltkrieges geäußert.
Die Neue Westfälische Zeitung hatte in der vergangenen Woche ein Interview mit Grass veröffentlicht; dieser sah einen dritten Weltkrieg als möglich. Die neuen Konflikte würden dem 87-Jährigen Angst machen. Grass wies zudem auf das Internet zur Blockierung des Wirtschaftssystems, der Kriegstreiberei und der undurchsichtigen Situation in Ländern wie der Ukraine und Syrien hin. Der Autor von „Die Blechtrommel“, der sich auch für Politik interessiert und immer wieder mit neuen Äußerungen für Aufregung sorgt, sagte weiter: Ich bin nicht zuversichtlich, dass das Abkommen von Minks die Gefechte im Osten der Ukraine zum Stillstand bringt. Ich glaube nicht, dass der Konflikt friedlich zu Ende geht, denn weder Russland noch die Ukraine haben ihre Truppen in der Region vollständig im Griff.
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