Jürgen Todenhöfer über die Münchner Sicherheits-Konferenz

Liebe Freunde, die Idee der Münchner Sicherheits-Konferenz wäre nicht schlecht. Wenn man folgende Kriegstreiber nicht mehr einladen würde:

1. Politiker, die sich schon für Kriege eingesetzt haben, die grauenvoll daneben gingen. Oder sich als völkerrechtswidrige, hinterlistige Täuschung der Bevölkerung erwiesen (Afghanistan, Irak, Libyen).
2. Politiker, die neue Kriege des Westens planen. Stichwort Ukraine, Iran, Syrien, Irak.
3. Politiker, die Drohnenkriege führen. Im Yemen, Somalia, Pakistan usw.

Der Vorteil: Man bräuchte keinen riesigen Saal mehr, sondern könnte sich in einem gemütlichen kleinen Café treffen. Mit Politikern, denen es um Frieden geht. Nicht um Rüstungsgeschäfte.

Den großen Saal könnte man dem Internationalen Strafgerichtshof zur Verfügung stellen. Damit endlich einmal alle Verbrechen gegen die Menschlichkeit bestraft werden könnten, die auf der Münchner Sicherheitskonferenz ausgeheckt oder weitergeplant wurden. Der Saal wäre knackevoll.

Es würde eine Bombenstimmung herrschen, wenn Bush, Rumsfeld, Cheney, Blair oder Sarkozy ihre verlogenen Verteidigungsreden halten würden. Auch Friedensnobelpreisträger, die Todesdrohnen statt Friedenstauben losschicken, müssten ihre illegalen Tötungen verteidigen. Selbst für die Anführer des internationalen Terrorismus wäre Platz. Man müsste halt etwas zusammenrücken.

Utopisch? Alle großen Dinge der Geschichte sind aus anfangs viel belächelten Ideen entstanden. Und warum sollte eigentlich die Forderung nach Frieden und Gerechtigkeit utopisch sein? Die nur für Kriegsfreunde unwahrscheinliche Vorstellung, dass irgendwann Frieden auf der Welt herrscht, MUSS Realität werden, wenn die Menschheit überleben will.

Hört deshalb nie auf, für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten. Auch gegen die Super-Mächtigen, die sich heute in München treffen, um den Terror zu besiegen. Den sie selbst gezüchtet haben. Teilweise hier in München. Und von dem die meisten Teilnehmer nicht die Spur einer Ahnung haben. Euer JT

PS: Gut finde ich übrigens die Vermittlungs-Bemühungen Merkels im Ukraine-Konflikt. Und klug, dass sie Hollande einbezieht. Das ist fast schon die „Politik des ehrlichen Maklers“, die ich von Deutschland erwarte. Was für ein erfrischender Unterschied zum peinlichen und trotzdem gefeierten Säbelrasseln Gaucks auf der letzten Münchner Sicherheitskonferenz. Ich hoffe, Merkel hält diese Politik durch.

Mehr Infos: http://juergentodenhoefer.de


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