Archive for Januar 27th, 2015

27. Januar 2015

Hecht-Galinski: „Es ist eine Schande, dass Putin nicht eingeladen wird!“

http://de.sputniknews.com/politik/20150127/300817433.html

 

Als eine „Schande“ hat die namhafte Publizistin Evelyn Hecht-Galinski die Verweigerung einer persönlichen Einladung für Präsident Wladimir Putin zur Gedenkveranstaltung nach Ausschwitz bewertet.

„Die Feierlichkeiten anlässlich der Auschwitz-Befreiung ohne die Befreier sind undenkbar“, meint die Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski.

„Ich möchte dem russischen Volk für die Befreiung von Auschwitz-Birkenau vor 70 Jahren danken. Es war die Rote Armee, die Auschwitz befreit hat“, betonte sie in einem Interview mit Sputnik-Korrespondent Armin Siebert.  „Und gerade als Nachkomme eines Auschwitz-Überlebenden möchte ich es als eine Schande bezeichnen, dass Russland und Putin von Polen nicht zur Gedenkfeier eingeladen wurden und dass Kanzlerin Merkel sich nicht bei Russland für diese Befreiung bedankt hat.“

Hecht-Galinski beobachte, wie das Wort „Ausschwitz“ zu einem Instrumentalisierungsbegriff geworden sei: „Wenn ich den Ministerpräsidenten des jüdischen Staates, Benjamin Netanjahu, höre, der die Phrase ‚Nie wieder Auschwitz‘ instrumentalisiert, um gegen den Iran vorzugehen, dann ist das für mich unerträglich.“ Auch in der Ukraine-Krise sei eine Instrumentalisierung des Begriffes wieder zu bemerken. Ihr Vater habe ihr berichtet, dass die schlimmsten Aufseher und Wärter Ukrainer waren: „da frag ich mich, warum wird inzwischen Russland so dämonisiert und als Feind betrachtet, auch von den deutschen Medien? Das ist sehr bedenklich.“

Angesprochen auf die jüngste Behauptung des polnischen Außenministers Grzegorz Schetyna, nicht russische, sondern ukrainische Soldaten hätten Auschwitz befreit, sagt Hecht-Galinski: „Das sind Dinge, die ich nicht mehr nachvollziehen kann und die für mich unerträglich sind.“

Auch die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck bei der Gedenkveranstaltung sieht Hecht-Galinski kritisch: „Das ist für mich emotional eine Zumutung. Ich halte das für einen Fehlgriff. Herr Gauck trägt ja auch gehörig dazu bei, wie aktuell die Kriegstrommel gegen Russland gerührt wird. Bundespräsident Gauck war einer der ersten, der den Sotschi-Boykott verkündet hat, ohne dass er gefragt wurde. Und das war weit vor der Krimkrise.“

27. Januar 2015

HEUTE – Film „Auschwitz vor Gericht“ – Lunte l Weisestraße 53 Berlin-Neukölln

Dienstag, 27. Januar um 20 Uhr

Heute jährt sich zum 70. mal der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee. Im Lagerkomplex Auschwitz waren 965 000 Juden, 75 000 Polen, 21 000 Sinti und Roma, 15 000 sowjetische Kriegsgefangene und 15 000 sonstige Häftlinge ermordet worden. Fünfzehn Jahre gingen ins Land der Täter, bis eine deutsche Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen 21 Angehörige der Lager-SS einleitete, von insgesamt 8200 SS-Angehörigen in Auschwitz. Erst am 20. Dezember 1963 begann vor dem Landgericht Frankfurt am Main der Auschwitzprozess. Die Vorgeschichte des Prozesses ist exemplarisch für die justizielle (Nicht-)Aufarbeitung der NS- Vergangenheit in der BRD der 1950er Jahre. Der gesamte Prozess, er dauerte 20 Monate, wurde auf Tonband aufgenommen. Wir zeigen Teile der Dokumentation „Auschwitz vor Gericht – Strafsache 4 Ks 2/63“.

Lunte

Weisestraße 53

Berlin-Neukölln

27. Januar 2015

Der URAN-Detektiv Prof. Siegwart-Horst Günther – Nachruf auf Prof. Siegwart-Horst Günther (24.Februar 1925 – 16. Januar 2015)

22.01.2015

Lebenslang fühlte er sich der Hilfe für Kranke, Schwache und Benachteiligte verpflichtet; Unrecht und staatliche Willkür wollte er nie akzeptieren. Die Mitglieder der „Nuclear-Free Future Award Foundation“ trauern um Prof. Dr. Dr. Günther, einen ihrer engagiertesten Mitstreiter, eine Frontfigur der Anti-Uranwaffenbewegung in Deutschland

Schon als junger Mann weigerte er sich im Krieg an der Ostfront, in die Verbrechen der Wehrmacht hineingezogen zu werden, was ihn später zum deutschen Widerstand führte und als Folge davon im Umfeld des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 kurz vor Kriegsende zur Inhaftierung im KZ Buchenwald.

Die traumatischen Erlebnisse im Krieg bewogen ihn, Humanmedizin zu studieren, mit einer zusätzlichen Ausrichtung zur Tropenmedizin. Er ging zu seinem großen Vorbild Albert Schweitzer nach Lambarene und später nach Ägypten, Syrien, Israel und Irak.

Im Irak, wo Günther auch an der Universitätsklinik in Bagdad habilitierte, wurde er nach dem 1. Golfkrieg der USA nach 1991 bis 1995 mit einem signifikanten Anstieg bestimmter Krebserkrankungen und von schweren Missbildungen bei Neugeborenen konfrontiert. Seine Nachforschungen brachten ihn zu der Erkenntnis, dass die Verwendung von urangehärteter Munition durch die USA und ihrer Alliierten für diese schrecklichen gesundheitlichen und genetischen Folgen nicht nur bei den Soldaten, sondern auch besonders bei der betroffenen Bevölkerung über die Kriegsjahre hinaus verantwortlich war.

Mit großem persönlichen Einsatz gelang ihm der Nachweis, dass Uranwaffen radiologisch und chemisch giftig und die Ursache des von ihm entdeckten „Golfkriegssyndroms“ sind.

Sein Name, seine Tätigkeit und seine Erkenntnisse werden unter anderem durch den Film „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“ und „Todesstaub“ (2004 und 2007) in Erinnerung bleiben. Spektakulär und unvergessen bleibt die Aktion, mit der er Reste von Uranmunition aus dem irakischen Kriegsgebiet nach Berlin schmuggelte und daraufhin wegen der „Verbreitung von radioaktivem Material“ strafrechtlich belangt wurde – soviel zur angeblichen und noch immer behaupteten Unbedenklichkeit der Munition. 2007 wurde Prof. Günther mit dem „Nuclear-Free Future Award“ in der Katagorie Aufklärung geehrt.

Die Mitglieder der „Nuclear-Free Future Award Foundation“ verneigen sich in Hochachtung und Ehrfurcht vor diesem geradlinigen und die Wahrheit suchenden Arzt und Wissenschaftler. Wir alle werden in ehrendem Gedenken in seinem Sinne weiterarbeiten.

Frieder Wagner,

Dokumentarfilmer, Köln

http://www.nuclear-free-future.com/news/129-der-uran-detektiv-prof-siegwart-horst-guenther/

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