https://www.jungewelt.de/2015/01-19/045.php
Handbuch
Seit langem bemüht sich insbesondere die russophobe neue Bourgeoisie in den baltischen Republiken, auch den vernünftig gebliebenen Teil der Bevölkerung gegen die aus dem »Wilden Osten« heranstürmenden Barbarenhorden moralisch aufzurüsten und sich selbst als Retter der westlichen Zivilisation aufzuspielen. Vor dem Hintergrund der politisch und militärisch angespannten Lage entlang der Ostgrenze der EU und der anhaltenden Kämpfe in der Ostukraine krönte jetzt die litauische Regierung ihre Hetze gegen Moskau: Sie gab in großer Auflage ein Handbuch zum Überleben einer angeblich unmittelbar bevorstehenden russischen Invasion heraus.
Parallel zu dessen Erscheinen werden derzeit Tausende litauischer Soldaten zur Heimatverteidigung mobilisiert. Verteidigungsminister Juozas Olekas (Foto) rechtfertigte das 100seitige Machwerk mit Russlands angeblich »wiederkehrenden Aggressionen gegen seine Nachbarn, derzeit in der Ukraine«. Von dort meldeten die westlichen Kriegstreiber in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein Dutzend »russische Invasionen«, ohne jemals einen Beweis, z. B. ein Foto von einem Panzer der russischen Armee auf ukrainischem Territorium, vorgelegt zu haben.
Für ihre Strategie der Angst hat das NATO- und EU-Mitglieds Litauen die volle Unterstützung der Kriegstreiber in Washington und Europa. Sie sind an einer friedlichen Lösung der Krise in der Ostukraine nicht interessiert. Vielmehr wollen sie die Möglichkeiten nutzen, diesen Konflikt an der Grenze zu Kernrussland nach Belieben hoch- oder herunterzufahren, um eine Kooperation des Kreml in anderen Weltregionen zu erpressen. Der Ukraine-Konflikt wird in Washington gern als »Retourkutsche für Syrien« bezeichnet, weil Moskau vor zwei Jahren den bereits beschlossenen US-Bombenkrieg zum »Regimewechsel« in Damaskus verhindert hatte. (rwr)