KIEW/BERLIN (Eigener Bericht) – Aus der Parlamentswahl in der
prowestlich gewendeten Ukraine gehen ultranationalistische Kräfte
gestärkt hervor. Während offen faschistische Parteien schwächer als
erwartet abschnitten, sind diejenigen Parteien erfolgreich gewesen,
die mit der Einbindung populärer Milizionäre aus faschistischen
Bataillonen um Wählerstimmen geworben haben: die „Volksfront“ von
Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk, die Personal des Bataillon Asow
eingebunden hat, und die „Selbsthilfe“ des Lwiwer Bürgermeisters
Andrij Sadowij, die dem Führer des Bataillons Donbass zum Einzug in
die Werchowna Rada verhalf. Während Berlin den Ablauf der Wahl lobt,
haben kritische Beobachter bereits im Wahlkampf geurteilt, der
Urnengang könne „nur bedingt als frei“ eingestuft werden: „Die
radikalisierten und zum Teil bewaffneten Teile der ukrainischen
Gesellschaft gehen gewaltsam gegen Vertreter anderer Meinungen vor“,
heißt es in einem Bericht. Der Autor spricht ausdrücklich von einem
„Klima der Angst“ in der Ukraine.
