Archive for Oktober 17th, 2014

17. Oktober 2014

Wolfgang Effenberger, Willy Wimmer: Wiederkehr der Hasardeure ll Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute

Einhundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird wieder diskutiert: Wie konnte es zu der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ kommen? Im Mittelpunkt hitziger Debatten steht dabei nahezu ausschließlich die Schuldfrage. Doch mit Blick auf die damalige politische Großwetterlage muss sich die Aufmerksamkeit auch auf das Cui bono richten, nur so können die Hintergründe in ihrer ganzen Tragweite verstanden werden. Kriege brechen nicht einfach aus, Kriege werden gemacht. Wer waren die Planer und Wegbereiter, wer die Nutznießer?

Wolfgang Effenberger und Willy Wimmer spüren den geheimen Zielen nach, welche kriegstreiberische Kreise seinerzeit verfolgten – und ermöglichen dadurch einen aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen der Macht. Die Autoren demonstrieren aber auch, dass die aufgezeigten Motive und geopolitischen Interessen bis heute eine Blaupause für Auseinandersetzungen rund um den Globus bilden.

Klappentext:

Die Entwicklung, welche zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte, wird heute zumeist an den Bündnisverpflichtungen innerhalb Europas festgemacht, hinzu kommen Fehlurteile sowie Selbstüberschätzung bei den Mächtigen, allen voran bei Kaiser Wilhelm II. Das jedoch ist zu kurz gegriffen. Die Lunte für das explosive Gemisch wurde schon Jahre zuvor an anderer Stelle gelegt.

Das vorliegende Buch beschreibt den Weg in die Katastrophe, identifiziert die Kriegstreiber und erläutert deren Motive und Ziele. Dabei wird deutlich, dass es sich keineswegs um Schlafwandler, sondern um kühl kalkulierende, machtbesessene Hasardeure handelte. Sie finden sich unter Politikern, Militärs, Unternehmern und Bankiers, die ihren Einfluss häufig aus zweiter Reihe ausüben. Völlig unterschätzt wird das Wirken verdeckter Netzwerke, deren Wurzeln in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückreichen.

Heute, ein Jahrhundert später, wird erneut ein Konflikt der Großmächte heraufbeschworen, und die Massenmedien stimmen wie seinerzeit in den Kriegskanon ein. Wolfgang Effenberger zeigt anhand einer Vielzahl an Quellen, wie sich die Muster gestern und heute gleichen, ja dass heute sogar noch perfider vorgegangen wird. Besondere Betrachtung finden der Aufstieg der USA zur Weltmacht und die Aushebelung des Völkerrechts seit 1999.

Willy Wimmer ergänzt den primär historischen ersten Teil durch seine Überlegungen sowie eine Einschätzung der aktuellen Lage, welche er aus einer Vielzahl an Gesprächen und Besuchen während seiner aktiven politischen Zeit gewonnen hat. Eine der zentralen Fragen lautet dabei, wer in Deutschland künftig über Bundeswehreinsätze zu entscheiden hat. Wimmers biografische Notizen machen das vorliegende Werk zu einem Dokument der Zeitgeschichte.

Über die Autoren:

Willy Wimmer (geb. 1943) war 33 Jahre lang Abgeordneter der CDU im Deutschen Bundestag, daneben hatte er verschiedene Ämter inne, u. a. als Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministers der Verteidigung und als Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der KSZE/OSZE, wo er auf höchster staatlicher Ebene Gespräche rund um den Globus führte. Während der völkerrechtswidrigen Kriege in Jugoslawien, im Irak und in Afghanistan erregte er durch pointierte öffentliche Stellungnahmen sowie durch eine Verfassungsklage größere Aufmerksamkeit.

Wolfgang Effenberger (geb. 1946) erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr in der Zeit des Kalten Krieges tiefere Einblicke in den Irrsinn hochgerüsteter Militärapparate. Als erklärter Fachmann für geopolitische Fragestellungen und Autor mehrerer Bücher setzt er sich heute engagiert für den Frieden ein.

17. Oktober 2014

Roland Thoden/Sabine Schiffer (Hg.) ll Ukraine im Visier. Russlands Nachbar als Zielscheibe geostrategischer Interessen

Das ist der Titel einer Neuerscheinung, die auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde. Anton Latzo hat es gelesen. Hier seine Rezension:

Auf der Frankfurter Buchmesse (2014) wurde diese Publikation vorgestellt, die ihre Leser bei denjenigen finden wird, die an der Wahrheit über den Kampf um die Ukraine interessiert sind.

Es ist ein Sammelband, der verschiedene Sichten auf das Thema und Betrachtungen aus verschiedenen Blickwinkeln anbietet. Den Herausgebern ist es gelungen, Themen und Autoren auszuwählen, die zusammengenommen ein komplexes Bild der Ereignisse entwerfen, die Ursachen ansprechen und die Autoren des Kampfes um die Ukraine sowie ihre politischen Ziele deutlich benennen.

Die Beiträge selbst werden von Kennern der Materie geschrieben, die unmittelbar mit den Ereignissen konfrontiert waren und sind oder sich über lange Zeit journalistisch oder wissenschaftlich mit dem Thema und der Region beschäftigen.

Man habe sich zu dieser Publikation entschieden, so Eckart Spoo im Vorwort, „weil das weltpolitische Klima immer heißer“ wird. „Zur Abkühlung brauchen wir dringend verlässliche Informationen“. In diesem Sinne weist Hannes Hofbauer auf wichtige politische Prozesse in der Ukraine hin und zeigt, wie sich mit der „Orangenen Revolution“ der Kurswechsel der Ukraine Richtung Atlantik vollzog.

Wichtige soziale und ökonomische Bedingungen für diese Prozesse werden von Thomas Immanuel Steinberg und Hannes Hofbauer in getrennten Beiträgen dargestellt. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Beitrag von Reinhard Lauterbach hingewiesen, dessen Gegenstand der Nationalismus in der Ukraine (Westukraine) und seine Wirkung als ideologische Grundlage aktueller politischer Strömungen in Kiew und in der Außenpolitik der Ukraine ist.

Die Expansionspolitik der EU und ihrer Großmächte, darunter die BRD an führender Stelle, wird von Jürgen Wagner in seinem Beitrag „Der lange Arm der EU“ herausgearbeitet. Zentraler Platz wird dabei der Vorgängen um den Abschluss des Assoziierungsabkommens EU – Ukraine eingeräumt. Es wird der enge Zusammenhang zwischen der „Europäischen Nachbarschaftspolitik“, dem Assoziierungsabkommen und der Osterweiterung der EU herausgearbeitet.

Ein Tableau der politischen Kräfte des Imperialismus im Kampf um die Ukraine und gegen Russland wird von Kurt Gritsch durch seinen Beitrag „“Die Folgen der NATO – Entwicklung“ skizziert, in dem er den Kampf um die Ukraine in die Veränderungen der NATO – Strategie hineinstellt.

Jochen Scholz behandelt, dazu passend, unter der Überschrift „Worum es geht“ den Zusammenhang zwischen der „Ukraine-Krise und der geopolitischen Konstante auf dem eurasischen Kontinent“ (Brzezinski-Konzept).

Eine wichtige Seite in den Aktivitäten der imperialistischen Kräfte gegenüber der Ukraine vor und während der Ukraine-Krise behandelt Matthias Rude in seinem Beitrag „Die gekaufte Revolution“. Er beschäftigt sich mit der Einflussnahme der Geheimdienste, der NGOs und der verschiedensten Stiftungen auf die Vorbereitung und auf den Verlauf der antiukrainischen und antirussischen Aktionen.

Ein weiterer Komplex sind die Vorgänge auf dem Maidan. Thomas Eipeldauer (Euromaidan) geht der Frage nach, wie sich die Entwicklung vom Sozialprotest zur Hegemonie der äußersten Rechten vollzog. Er weist darauf hin, dass der Rechte Sektor und andere neofaschistische Gruppen eine zentrale Rolle auf dem Maidan spielten, dass es ohne ihr Gewaltpotenzial wohl kaum so rasch zur einer derartigen Eskalation gekommen wäre, die Janukowitsch zur Flucht gezwungen hat.

Zu diesem Komplex gehört auch der Beitrag von Sebastian Range, der unter der Überschrift „Blutige Wende“ den Einsatz von Scharfschützen auf dem Maidan behandelt.

In einem zweiten Beitrag geht Thomas Eipeldauer in „Im Griff der Oligarchen“ auf die Frage der Kontinuität nach dem Euromaidan ein. Susann Witt-Stahl überschreibt ihren Beitrag „Daily Terror des Faschismus“ und kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die neue Regierung der Ukraine nach einer Gesellschaft ohne (linke) Opposition strebt.

Sebastian Range stellt die Ereignisse um die Halbinsel Krim in den Gesamtzusammenhang der innen- und außenpolitischen Vorgänge in der Ukraine. Seine Analyse beruht auch auf einer Reihe von Dokumenten, die nur wenig oder gar nicht bekannt sind. Er kommt zur Schlussfolgerung, dass man von einer Annexion der Krim nicht sprechen kann. Auf der Krim sei es zu einer Sezession gekommen, die von einem Referendum gebilligt wurde. Ihr folgte der Beitrittsantrag zur Russischen Föderation, den Moskau annahm.

Kai Ehlers beschäftigt sich mit der Ukraine-Frage unter Berücksichtigung der Strategie des USA-Imperialismus zur Bewältigung der „asiatischen Herausforderung“. Unter der Überschrift“Und immer noch die Ukraine“ behandelt er die Rolle der des Landes „auf dem Weg zu einer multipolaren Welt“.

Unter der Überschrift „Da stimmt etwas Nicht“ vertritt Christoph Jehle den Standpunkt, dass der Absturz des Fluges MH17 über der Ostukraine voller Rätsel bleibt. Den Diffamierungskampagnen und den politischen Zerrbildern der Medien stellt Peter Vonnahme mit seinem Beitrag „MH17 – Der Glaubwürdigkeits – Gau“ „Trennschärfe bei der Bewertung von Politik und glattgebürsteter Publizistik“ entgegen.

Mit der Rolle der Medien beschäftigen sich weitere drei Aufsätze. Volker Bräutigam (Herrschaft beginnt mit der Sprache) stellt dar, wie der Missbrauch des Begriffs OSZE-Militärbeobachter in den Nachrichtensendungen von ARD-Aktuell erfolgt. David Goeßmann (Berichterstattung mit Schlagseite) berichtet über Halbwahrheiten, Doppelstandards und Schweigen bei den Medien. In ihrem Beitrag (Einspruch unerwünscht) analysiert Sabine Schiffer (Mitherausgeberin des Bandes) die kritischen Stimmen in der Ukraine-Berichterstattung. Sie geht der Frage nach, warum diese Stimmen verhallten, warum ihre Hinweise und Erkenntnisse nicht die Nachrichtenredaktionen des eigenen Mediums erreichen, warum keine Korrekturen Mainstreams stattfanden.

Es wird ein Buch vorgelegt, das aktuell und voll von Informationen, Standpunkten, Betrachtungsweisen und Handschriften ist, die den Missbrauch der Ukraine im Dienste der Verwirklichung der Expansion der USA und der EU, besonders der BRD, und ihrer antirussischen Politik charakterisieren. Unterschiedlich strukturierte Beiträge liefern in ihrer Gesamtheit aufklärende Informationen zu verschiedenen Seiten des Kampfes um und in der Ukraine.

Es ist ein wichtiger Beitrag zur Einschätzung des Verlaufs der internationalen Auseinandersetzung mit dem Imperialismus in einer wichtigen strategischen Region.. Es werden nicht nur die aggressive Expansionspolitik des Imperialismus veranschaulicht, sondern auch Gefahren verdeutlicht, die sich daraus für Europa und für Stabilität und Frieden in der Welt ergeben.

Dem Buch sind möglichst viele Leser zu wünschen!

Anton Latzo

15. Oktober 2014

17. Oktober 2014

Die Linke Fraktionsvize Sahra Wagenknecht: Der größte Völkerrechtsbrecher sitzt im Weißen Haus

Die Linke Fraktionsvize Sahra Wagenknecht:  Jetzt als Lösung nach neuen militärischen Interventionen zu rufen, sei »heuchlerisch«. »Ich kann mich an keine US-geführte Militärintervention seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern, die für das betroffene Land Gutes bewirkt hätte. Es ging in der Regel um Rohstoffe und Absatzmärkte oder um die Verhinderung progressiver Entwicklungen. Es ging nie um Humanität.« Im übrigen, ruft Wagenknecht den Freunden amerikanischer Luftangriffe in ihrer Partei in Erinnerung: »Wenn es allein Terrorgruppen wie der IS wären, die das Völkerrecht mit Füßen treten, wären wir schon weiter. Der größte Völkerrechtsbrecher sitzt jedoch im Weißen Haus.« Der »Islamische Staat« sei nicht zuletzt von westlichen Ländern hochgerüstet worden. Die Türkei unterstütze die Dschihadistenmiliz bis heute, »genau wie die Golfstaaten, die aus Deutschland mit Waffen beliefert werden«. »Die Türkei ist in diesem Konflikt nicht unser Verbündeter, sondern spielt eine zynische Rolle. Zudem versucht Ankara, einen NATO-Bündnisfall herbeizuführen, in dem dann auch Deutschland sich engagieren müsste.«

17. Oktober 2014

[antikrieg.com] Paul Craig Roberts – Putin spricht: Ich hoffe, dass Washington hört

Die Amerikaner müssen begreifen, dass ihre Regierung nicht nur inkompetent und unmoralisch ist, sondern dass sie bösartig ist. Washington versteckt sich hinter moralischem Gerede, hat aber selbst keinerlei moralische Bedenken. Es gibt nichts Böses, zu dem Washington nicht fähig ist. Wer Washington unterstützt, unterstützt das Böse. http://antikrieg.com/aktuell/2014_10_16_putin.htm

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