Nichts dringlicher als Frieden Eindrücke aus dem Kriegsgebiet Donbass – Von SUSANN WITT-STAHL,

Von SUSANN WITT-STAHL, Donezk, 10. September 2014 –

Warteschlangen vor den Tankstellen an der Straße von Dnipropetrowsk nach Donezk. Wer weiter hinein in den Südosten fahren will, der nutzt die Chance und deckt sich mit mehr oder weniger lebensnotwendigen Dingen ein, die in Donezk gar nicht oder nur noch mit großer Mühe zu bekommen sind: Griwna aus dem Geldautomaten, Treibstoff, Zigaretten, Bier oder auch härtere Alkoholika.

Die Fahrt nach Donezk dauert eine Ewigkeit. Für knapp 300 Kilometer – eigentlich sind es weniger, aber die Kampfzonen müssen umfahren werden – braucht man etwa sechs Stunden. Ein Großteil der Landstrassen war schon immer in einem sehr schlechten Zustand, aber die vielen Panzer, die hier in den vergangenen Monaten bewegt wurden, haben zu allem Übel noch tiefe Rillen in den Asphalt gefräst.

In den letzten Tagen sind vorwiegend Truppentransporter der ukrainischen Armee unterwegs. Panzer sind nur vereinzelt auf den anliegenden Feldern zu sehen. „Viele andere stehen versteckt in den Wäldern und hinter Hügeln“, erzählt der Fahrer und Guide Maxim Iwanow*, der im normalen Leben – das zurzeit nicht zu haben ist – in Donezk als Geschäftsführer eines Konsumgütervertriebs seine Brötchen verdient.

http://www.hintergrund.de/201409103234/politik/welt/nichts-dringlicher-als-frieden.html

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