Rückschlag für Hegemon: Sanktionen können US-Dollar schaden

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Rückschlag für Hegemon: Sanktionen können US-Dollar schaden

Die Sanktionspolitik der USA kann die Positionen des Dollar als internationale Währung beeinträchtigen. Darauf macht der frühere US-Kongressabgeordnete Ron Paul aufmerksam. Experten sehen auch weitere Risiken für den Dollar.

Ron Paul betrachtet die antirussischen Sanktionen als Fehler und befürchtet negative Folgen für den US-Dollar. Er warnt, wegen der Sanktionen komme nicht nur Russland, sondern auch Europa zu Schaden. Früher oder später werde es Europa satt haben, ein „unentgeltlicher Polizist der USA“ zu sein und deswegen Milliarden zu verlieren, so Paul.

Die Versuche, Moskau international zu isolieren, führen außerdem dazu, dass Russland die BRICS-Länder stärker ins Visier nimmt. Bei seinen Verrechnungen mit anderen Schwellenländern will Russland aktiver auf die Nationalwährungen setzen. Aber auch die aktuellen Probleme der US-Wirtschaft könnten dem Dollar schaden. Konstantin Kisseljow, Leiter der russischen Expertengruppe Open Economy, kommentiert:

„Im vergangenen Jahr hat das Etatdefizit der USA rund 700 Milliarden Dollar betragen. Das aktuelle Handelsbilanzdefizit liegt bei 42 bis 44 Milliarden Dollar. Das ist eine gigantische Summe. Es fällt den USA immer schwerer, das wirtschaftliche Gleichgewicht im Hinblick auf diese beiden Defizite aufrechtzuerhalten. In diesem Sinne kann alles jede Minute kaputtgehen.“

Die US-Wirtschaft – wie eigentlich jede andere – ist von internationalen Märkten abhängig. Dies setzt eine Interaktion mit anderen nationalen Wirtschaften voraus. Zwar haben die USA vorerst keinen direkten Rivalen auf diesem Gebiet, doch manche Schwellenländer erleben einen schnellen Aufstieg. Deren nationale Währungen könnten in absehbarer Zukunft dem US-Dollar Konkurrenz leisten. Ein aussichtsreicher Anwärter auf diese Rolle wäre der chinesische Yuan. China intensiviert konsequent seinen Außenhandel und visiert eine weltweite Spitzenposition in dieser Hinsicht an.

Eigentlich könnte China den Dollar auch direkt beeinflussen, denn dieses Land hält viele US-Staatsanleihen. Falls Peking beschließt, sie loszuwerden, droht dem Dollar ein Zusammenbruch. Allerdings erleidet dann auch China Verluste, denn der Wert dieser Wertpapiere wird schrumpfen. Deshalb ist dieses Szenario vorerst wenig wahrscheinlich: Wirtschaftliche Interessen haben Vorrang gegenüber der Geopolitik. Alexander Schirow, Vizechef des Instituts für volkswirtschaftliche Prognosen der Russischen Akademie der Wissenschaften, erwartet trotzdem einen zunehmenden Konkurrenzkampf zwischen dem Yuan und dem Dollar:

„In Bezug auf seine Sicherheit legt der Yuan nach. In nächster Zeit wird die chinesische Wirtschaft wahrscheinlich die Nummer Eins weltweit. Falls es China dabei gelingt, seine finanzielle Stabilität, ein großes Volumen an Reserven sowie ein vertretbares Tempo des Wirtschaftswachstums zu behalten, könnte der Yuan nicht weniger verlässlich werden als der japanische Yen.“

Dieser Vorgang kann aber Dutzende Jahre dauern. Niemand erwartet einen schnellen und absoluten Zusammenbruch des US-Dollar. Wichtig ist aber, dass auch andere Anwärter auf die Rolle einer weltweiten Reservewährung in Betracht kommen. Je öfter die USA Sanktionen gegen andere Länder beschließen, desto mehr Staaten werden Verrechnungen in Dollar vermeiden. Dies wird die internationalen Positionen der US-Währung schwächen.

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