Berlin sucht den Gaza-Krieg zur Stärkung seiner Einflussposition im Nahen Osten zu nutzen. Nach einem Vorstoß des deutschen Außenministers, die EU-„Mission“ an der Grenze des Gaza-Streifens („EUBAM Rafah“) neu zu aktivieren, bereiten deutsche Diplomaten gemeinsam mit Kollegen aus Paris und London eine Vorlage für den UN-Sicherheitsrat zum Nahost-Konflikt vor. Aus Israel kommt Zustimmung. „Die Deutschen als politische Führungsnation in Europa müssen eine ganz entscheidende Rolle im Gaza-Konflikt einnehmen“, wird der israelische Außenminister zitiert. „Deutschland als heute wichtigste Kraft in Europa“ könne im Nahen Osten „eine sehr positive Rolle spielen“, erklärt der Finanzminister. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat am gestrigen Montag bekräftigt, „aktive Außenpolitik“ betrachte er als „unsere Pflicht“; Berlin schulde sie „unseren Partnern“ sowie „unseren eigenen Interessen“. Gleichzeitig bereitet sich die Bundeswehr auf die Begleitung einer offensiven deutschen Weltpolitik vor – in Israel. Wie es in einer Mitteilung von Heeresinspekteur Bruno Kasdorf heißt, werden die deutschen Streitkräfte bis zu 250 Soldaten zur Ausbildung im Häuser- und Tunnelkampf dorthin entsenden. Operationen in bebautem Gelände („Urban Operations“) gelten als wichtigste Form künftiger Kriege.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58933
