https://amerika21.de/2014/08/104443/handeln-der-uno-gaza
Bolivien hinterfragt Handeln der UNO im Gaza-Streifen
Von Eva Haule amerika21.de 24.08.2014
New York. Boliviens Botschafter bei den Vereinten Nationen (UN), Sacha Llorent, hat das Verhalten des UN-Sicherheitsrats zur israelischen Militäroffensive im Gaza-Streifen in Frage gestellt.
In einem Interview mit dem lateinamerikanischen Nachrichtensender Telesur erklärte der Diplomat, dass der Sicherheitsrat seiner Pflicht nicht nachkomme: Er müsse eine klare Position gegenüber dem „Massaker in Gaza“ einnehmen. Lateinamerika habe dies bereits getan, sagte Llorent kurz vor dem Treffen der Außenminister der Bolivarischen Allianz ALBA mit dem Sicherheitsrat.
Er machte auch deutlich, dass das ALBA-Bündnis „den Anschlag entschieden verurteilt, den die venezolanischen Delegation erlitt“, als eine Bombe in der Nähe des Konvois mit humanitärer Hilfe für die Palästinenser in Gaza einschlug. Während der Übergabe der Hilfsgüter – darunter zwölf Tonnen Medikamente und Lebensmittel – an die Hilfsorganisation „Roter Halbmond“ war der Konvoi am vergangenen Mittwoch nach Angaben des venezolanischen Botschafters in Palästina, Juan Antonio Hernández, von einem israelischen Kampfflugzeug angegriffen worden. Dabei wurde das Gebäude der Hilfsorganisation beschädigt. Verletzt wurde niemand.
„Wir bedauern zutiefst, dass der Sicherheitsrat in diesem Fall keine Maßnahmen ergreift“, so Llorent. Er verwies darauf, dass die Haltung der Vereinigten Staaten dessen Entscheidungen beeinflusse. Die USA böten „Israel, der viertmächtigsten Streitmacht der Welt, erhebliche Militärhilfe.“ Der Sicherheitsrat habe bereits mehrere Treffen zu dem Thema durchgeführt, jedoch seien nur Erklärungen abgegeben und keine Resolutionen – etwa für einen Waffenstillstand – verabschiedet worden, so Llorent abschließend.
https://amerika21.de/2014/08/104284/nicaragua-hilfe-fuer-gaza
Nicaraguas Präsident Ortega kündigt Hilfe für Gaza-Streifen an
Von Timm B. Schützhofer amerika21.de 23. Aug 2014 |
Managua. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat erklärt, dass seine Regierung die Möglichkeit erörtert, wegen der israelischen Angriffe eine Medizinerbrigade in den Gaza-Streifen zu schicken.
Bei einer Rede zum 35-jährigen Bestehen des Medizinischen Korps der Streitkräfte auf dem Platz der Revolution in Managua sagte er, die Brigade könne über Ägypten in den Gaza-Streifen einreisen. Die medizinische Hilfe solle die Solidarität des nicaraguanischen Volkes mit den Palästinensern deutlich machen. Dies sei alles was man tun könne, da man keineswegs eine Konfrontation mit Israel wolle.
Nicaragua werde weiter versuchen, die Lage zu erleichtern und die Respektierung der Beschlüsse der Vereinten Nationan einzufordern. Diese müssten in die Praxis umgesetzt werden, damit der palästinensische und der israelische Staat sich „in Sicherheit entwickeln“ könnten, „weil beide Völker das Recht dazu haben, das wissen wir und erkennen wir an“, so Ortega.
In seiner Rede griff Nicaraguas Präsident auch die Äußerung von Papst Franziskus auf, der zu Beginn der Woche vom „bereits stattfindenden dritten Weltkrieg“ gesprochen hatte. Die Militäroffensive Israels sei Teil davon, sagte Ortega. In den vorangegangenen Weltkriegen seien sich zwei genau definierte Blöcke gegegenüber gestanden, heute finde der Konflikt an verschiedenen Punkten und mit verschiedenen Motivationen statt. Die Hauptverantwortlichen seien die USA und die europäischen Staaten.
Eines der Schlachtfelder sei der Irak. Die USA hätten dort unter dem Vorwand der Existenz von Massenvernichtungswaffen interveniert. Diese Kriegsfront bestehe trotz des Rückzugs der USA weiter: Heute bombardiere die US-Luftwaffe erneut das Land, um gegen Jihadisten vorzugehen, die ein Produkt der vorangegangenen Kriege in der Region seien. Auch für die Zerstörung Libyens seien die NATO-Staaten verantwortlich. Dort bekämpften sich jetzt „Banden jeder Art gegenseitig“. Der Krieg gegen Libyen sei eröffnet worden, um die Regierung von Muammar al-Gaddafi zu beseitigen, mit dem die NATO-Länder früher gute Beziehungen gehabt hätten. Was die Ukraine-Krise angehe, so habe der „Hochmut der Großmächte“ diese neue Kriegsfront provoziert, wo eine Verfolgung der russischen Bevölkerungsteile begonnen habe.
Der Papst habe Recht, der dritte Weltkrieg werde in all diesen Ländern „erlebt und erlitten.“ Statt den Weg des Dialoges, der Verhandlung und der Achtung der Institutionen zu suchen, stürzten die Verantwortlichen sich „in Abenteuer und glaubten, dass es leicht wäre, alle diese Länder unter ihre Kontrolle zu bekommen“, so Ortega.
