http://de.ria.ru/politics/20140813/269276679.html
Danske Bank: EU hebt in drei Monaten Russland-Sanktionen wieder auf
MOSKAU, 13. August (RIA Novosti).
Die Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland und die Gegenmaßnahmen Moskaus werden bald für beide Seiten unerträglich und in einem bis drei Monaten wieder aufgehoben werden, erwarten Analysten der Danske Bank, der größten Bank Dänemarks.
In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Geldinstituts wird festgestellt, dass im Ukraine-Konflikt noch keine Deeskalation in Sicht sei. Wenn sich der andauernde Krieg aber auf den Energiesektor ausbreiten sollte, würden sowohl die EU-Staaten als auch Russland gewaltig verlieren, so die Analysten. Deshalb seien in absehbarer Zeit mit keinerlei Lieferunterbrechungen zu rechnen, während Auswirkungen auf den Öl- und Gaspreis nur einen begrenzten Umfang haben würden.
Von allen skandinavischen Staaten sei Finnland, so der Bericht, der größte Verlierer der Russland-Sanktionen. Norwegen hingegen könnte langfristig sogar profitieren, wenn die EU russisches Erdgas durch Gaslieferungen aus Norwegen zu ersetzen versuche. Die Analysten der Danske Bank zweifeln daran, dass EU-Sanktionen die innenpolitische Situation in Russland beeinflussen können. Wenn sich das Wirtschaftswachstum langsam abschwächen werde, werde es keine politischen Risiken geben, weil die Popularität von Präsident Putin noch immer hoch sei. Zudem werde Russland seine wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit Lateinamerika und Asien stärken.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am 7. August die Einfuhr einiger Lebensmittel aus den USA, der EU, Kanada, Australien und Norwegen verboten. Diese Länder hatten seit Jahresbeginn in drei Etappen weitgehende Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Das einjährige russische Einfuhrverbot gilt unter anderem für Rind- und Schweinefleisch, Obst, Geflügel, Käse und andere Milchprodukte. Ministerpräsident Dmitri Medwedew sprach von einer einmaligen Chance für Russland, die Importe durch Eigenproduktion zu ersetzen. Aus Moskau hieß es allerdings, dass die Restriktionen vorzeitig aufgehoben werden könnten, wenn die EU ihre Sanktionen der dritten Stufe aufhebe.
