…. die Sanktionen werden Russland auf die Dauer nur stärker machen….

http://de.ria.ru/politics/20140807/269230865.html

US-Politologe: Russlands vernünftige Antwort auf US- und EU-Sanktionen

Der Einfuhrstopp für Agrarerzeugnisse aus Ländern, die antirussische Sanktionen verhängt haben, ist nach Expertenansicht eine vernünftige Antwort Russlands. „Sie zeigt, dass Moskau dem Druck des Westens nicht beugen wird“, sagte Mark Weisbrot, Ko-Direktor des Washingtoner Zentrums für ökonomische und politische Studien, am Donnerstag in einem RIA-Novosti-Gespräch.

„Russland hat mit seiner Entscheidung vernünftig gehandelt, statt die diplomatischen Beziehungen zu verschlechtern. Denn eine beliebige Belastung der diplomatischen Beziehungen hätte die Beilegung des Konflikts nur noch mehr erschwert… Sanktionen gegen Russland sind im Hinblick auf (Regeln) der Welthandelsorganisation (WTO) gesetzwidrig. Deshalb könnte auch Russland eine Gegenklage einreichen“, fuhr der Politologe fort.

Es werde für Russland gar nicht so schlecht sein, seine Abhängigkeit von Lebensmitteleinfuhren abzubauen. Da die USA bereits einen neuen Kalten Krieg begonnen hätten, wolle Russland nicht mehr auf Importe aus den USA und der EU angewiesen bleiben.

Weisbrot ist der Ansicht, dass Russland mit seinen jüngsten Handlungen Washington und dessen Verbündeten ein Signal sendet. „Russland hat nicht die Absicht, sich in diesem neuen Kalten Krieg zu ergeben. Auch Russland ist in der Lage, die finanziellen Interessen der anderen Seite zu beeinträchtigen. Eben deshalb hatten die US-Handelskammer und der Nationale Industriellenverband – die zwei größten Lobbyistengruppen in den USA – ganze Seiten in größten amerikanischen Zeitungen gekauft, um den Appell abdrucken zu lassen, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben“, betonte Weisbrot.

 

http://de.ria.ru/post_soviet_space/20140808/269240948.html
Angedrohter Gastransitstopp: EU wird Jazenjuk den Kopf zurechtrücken – Experte

Der vom ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk avisierte Stopp des Transits von russischem Gas nach Europa als Teil der von Kiew geplanten Sanktionen gegen Moskau ist nach Expertenansicht absolut ausgeschlossen. „Die EU wird Jazenjuk ganz schnell den Kopf zurechtrücken“, sagte der Chef des Energieausschusses der russischen Duma, Iwan Gratschjow, am Freitag in Moskau.

„Allein wegen des Transitstopps würde die Ukraine bis zu drei Milliarden US-Dollar verlieren… Durch die Ukraine wird derzeit mit rund 80 Mrd. Kubikmetern rund die Hälfte des gesamten russischen Gases gepumpt. Wenn sie (Ukrainer) den Gashahn zudrehen, wird Europa im Winter erfrieren“, sagte der Parlamentarier.

Am Freitag hatte Jazenjuk in Kiew mitgeteilt, die Regierung habe einen Gesetzentwurf gebilligt, der die Verhängung von 26 diversen Sanktionen gegen Russland ermöglichen werde. Unter geplanten Sanktionen sind der Entzug der Überflugsrechte für russische Flugunternehmen und der Stopp des Transits russischer Energieträger.

 

http://www.russland.ru/sanktionen-aus-russischer-sicht-aepfel-und-kartoffeln-haben-wir-immer/
Sanktionen aus russischer Sicht: „Äpfel und Kartoffeln haben wir immer“

 [Von Kai Ehlers] „Endlich ein entschlossener Schritt“ –  das war der Kommentar meiner gegenwärtigen Gastgeber tief im Herzen Russlands, an der Wolga, abends um 21.00 Uhr vor dem Fernseher, auf dem im zweiten Programm die Abendnachrichten laufen.

Man ist schon müde von den sich seit Wochen wiederholenden Nachrichten über Sanktionen, die beschlossen wurden, neuen Listen, die in Vorbereitung sind, verschärften Maßnahmen, die angedroht werden. Wofür? fragt sich der russische TV-Zuschauer. Was haben wir getan? Wo liegt der Sinn?

Aber letztlich ist doch klar, so die einhellige Sicht der Dinge, gleich wen ich befrage, dass die Sanktionen auf die Dauer Russland nur stärker machen werden. Man erinnert sich an 1998, wie es nach dem großen Spekulationskrach vor sich ging. Es dauerte keinen Monat, da hatten die russischen Betriebe bereits die Initiative ergriffen. Überall, wo vorher nur Westprodukte zu kaufen waren, tauchten auf einmal „vaterländische“, also heimische Produkte auf. Und wie im Kleinen, so im Großen: Der Kapitalmarkt löste sich aus der Kreditgefangenschaft von IWF und Weltbank. Das Land kam wie frisch geduscht, glatt rasiert und neu eingekleidet aus dieser Krise hervor.

Nicht viel anders wird es jetzt laufen, davon sind alle überzeugt, mit denen ich gegenwärtig sprechen kann. Schon in den letzten Wochen wurden mehr russische Waren gekauft. Jetzt, nachdem Wladimir Putin per Erlass verordnete,  dass Westwaren aus Ländern, die Sanktionen gegen Russland verhängt haben, für ein Jahr nicht mehr eingeführt werden dürfen, ist der Markt frei für russische Waren. Und Putin wird, davon sind die Gesprächspartner überzeugt, gleich ob Frauen oder Männer, gleich ob in Moskau oder in der Region, auch die outgesourcten Gelder wieder nach Russland holen.

Und überhaupt, ließ sich ein Rentner in der Tagespresse mit einem Satz zitieren,  der beinahe ein Zitat aus einem gleichnamigen Buch von mir hätte sein können: Äpfel und Kartoffeln haben wir immer.

Es beginnt, kann man sagen, wieder einmal der aus der Geschichte bekannte, vergebliche Kampf des Westens gegen ein Russland, das immer dann stark wird, wenn es sich auf seine Autarkie besinnen muss – auf seine eigenen Ressourcen an Öl, Gas und anderen Rohstoffen einschließlich des unendlich weiten, in den letzten Jahren brachliegenden Landes zum einen und der seines traditionellen, wie die Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom es nennen würde,  sozialen Kapitals zum anderen. Soziales Kapital – das ist in Russland die soziale Grundstruktur einer Gesellschaft, die sich immer noch in der lebendigen ergänzenden Familienwirtschaft ausdrückt, in der Datscha der Städter, im Hofgarten auf dem Lande. An den Grundelementen dieser russischen Selbstgenügsamkeit, dem Naturreichtum des Landes und der in die sozialökonomische Struktur bis in die Topografie des Landes eingewachsenen Fähigkeit und Bereitschaft zur Selbstversorgung seiner Bewohner und Bewohnerinnen,  sind bisher alle Versuche Russland in die Knie zu zwingen gescheitert.

Und daran, davon sind meine Gesprächspartner reihum überzeugt, wird auch der neue Versuch scheitern. Die Leidtragenden werden hauptsächlich die Europäer sein. Schade um sie, heißt es, das wäre alles nicht nötig.