Volkswehr der Donezker Volksrepublik lässt ukrainische Soldaten frei – Interview

Am 26.06 wurden die Soldaten des Bataillons №3004 der Nationalgarde nach dem Sturm gefangen genommen. Die Volkswehr der Donezker Volksrepublik ließ sie gestern frei.

Die Frau eines Berufssoldaten: Ich warte auf meinen Mann. Wir telefonieren miteinander mit dem Handy. Er sagt nicht, wer den Militärstützpunkt angegriffen hat. Von meinem Mann wurde nichts verlangt, man schenkte ihm sogar den warmen Tee ein.
Journalistin: Seit wann sind Sie hier?
Frau: Ab 7.00 Uhr. Zuerst wurden diese Jungs freigelassen (zeigt auf die Gruppe der jungen Soldaten). Mein Mann ist Berufssoldat.
Mann: Ist alles in Ordnung mit ihm?
Frau: Ja, alles gut. Ich bin eingefroren.
Mann: Kopf hoch!
Journalist: Erzählen Sie bitte, was dort drinnen abläuft und was gestern passiert ist!
Berufssoldat: Unsere Kaserne wurde gestern angegriffen, es gab eine kleine Schießerei, es gibt keine Opfer. Nach dem Sturm wurden wir hierher gebracht (angeblich in das Gebäude der Gebietsverwaltung). Wir bekamen warmes Essen, den Tee… Niemand hat uns etwas Schlimmes angetan. Wir wurden in einem Zimmer bis zum Morgen gehalten, weil in der Stadt nächtliche Ausgangssperren verhängt wurden. Bereits um 6.00 Uhr waren einige Eltern da. Zuerst wurden die Soldaten im Grundwehrdienst abgeholt, dann waren wir, die Berufssoldaten an der Reihe.
Jorunastin: Wie viele Männer wurden insgesamt gefangen genommen?
Berufssoldat: Etwa 200.
Journalist: Wer hat angefangen zu schießen? Haben Sie auf die Menschen geschossen?
Berufssoldat: Nein, auf die Menschen haben wir nicht geschossen. Wir haben irgendwie verstanden, dass das unsere Landsleute sind, sie auch. Wer angefangen hat, weiß ich nicht. Das Wichtigste ist, dass es keine Opfer gibt.
Journalist: Wo kommen Sie her?
Berufssoldat: Aus Donezk.
Journalist: Wie lange dauerte der Sturm?
Berufssoldat: Ein paar Stunden mit kleinen Pausen.
Journalist: Was habt ihr empfunden, als ihr die Schüsse und Explosionen gehört habt? Welche Befehle gaben die Offiziere?
Berufssoldat: Es handelte sich um gesetzsmäßige Befehle. Alle waren sich im klaren darüber, wo sie sind und wie sie handeln müssen.
Journalist: Sie sind Berufssoldat. Wie geht es weiter? Bleiben Sie bei der Armee oder schließen Sie sich die Volkswehr an?
Berufssoldat: Ich habe noch nicht entschieden, was ich tun werde.
Journalistin: Was haben die Offiziere gestern gesagt? Haben sie befohlen, in die Luft zu schießen?
Berufssoldat: Sie haben gesetzsmäßige Befehle erteilt.
Journalist: … um die Opfer zu vermeiden?
Berufssoldat: Es ist gelungen, Opfer zu vermeiden.
Journalist: Dürfen wir Ihren Namen und Familiennamen veröffentlichen?
Berufssoldat: Lieber nicht. Ok, mein Name ist Artur.