http://de.ria.ru/security_and_military/20140621/268816990.html
Trotz Waffenruhe in Ostukraine: Kolomojski will „Separatisten“ den Rest geben
KIEW, 21. Juni (RIA Novosti).
Der ukrainische Oligarch Igor Kolomojski hat sich gegen die Feuereinstellung im Osten der Ukraine und gegen jegliche Kontakte zu Aufständischen in den Gebieten Donezk und Lugansk ausgesprochen. Das teilte ein Mitarbeiter des Rates für nationale Sicherheit der Ukraine RIA Novosti mit.
„Während der jüngsten Arbeitsreise von (Präsident Pjotr) Poroschenko in das Gebiet Donezk hatte Kolomojski ihm offen gesagt, er werde nie auf seine Befehle hören. Zudem erklärte der Oligarch, dass seine Privatarmee den ‚Separatisten‘ trotz Waffenruhe den Rest geben wird“, sagte der Sprecher, der anonym bleiben wollte.
Am vergangenen Freitag hatte Poroschenko seinen 15-Punkte-Friedensplan publik gemacht. Das Papier beinhaltet unter anderem Sicherheitsgarantien für alle Teilnehmer der Verhandlungen, eine Amnestie für alle, die Waffen gestreckt und keine Schwerverbrechen begangen haben. Zudem sollen alle Geiseln freigelassen werden.
Vorgesehen sind auch der Abzug aller illegalen bewaffneten Formationen und die Schaffung „sicherer Korridore“, über die „russische und ukrainische Söldner“ die Ukraine verlassen würden. Alle gesetzwidrig besetzten Gebäude sind zu räumen. Geplant ist ferner, die örtlichen Machtorgane wiederherzustellen sowie Sendungen des zentralen Rundfunks und Fernsehens in den Gebieten Donezk und Lugansk wiederaufzunehmen.
Poroschenko schlägt zudem eine Dezentralisierung der Macht im Land, den Schutz der russischen Sprache und Verfassungsänderungen vor.
Zudem befahl der Präsident, alle Kampfhandlungen am Freitag, 21.00 Uhr MESZ, bis zum 27. Juni, 09.00 Uhr MESZ, einzustellen. Innerhalb dieser sieben Tage hat die Volkswehr den Kampf aufzugeben und ihre Waffen zu strecken. „Diejenigen, die das nicht tun, werden vernichtet“, hieß es in Kiew.
http://de.ria.ru/security_and_military/20140621/268816946.html
Militär: Ukraine will Kampfhandlungen näher zu russischer Grenze verlegen
MOSKAU, 21. Juni (RIA Novosti).
Kiew versucht, die Kampfhandlungen im Osten der Ukraine näher zur russischen Grenze zu verlegen. Diese Ansicht vertrat Waleri Schnjakin, Mitglied des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrates.
„Ich denke, dass dahinter der Westen steckt. Falls es nicht gelingt, eine Einigung mit der ukrainischen Führung zu erzielen, sollte mit deren Gönnern in Washington verhandelt werden“, sagte der Militär am späten Freitagabend in einem RIA-Novosti-Gespräch. Er äußerte die Hoffnung, dass russische Diplomaten weise und mutig genug bleiben, um die Entwicklung in friedliche Bahnen zu lenken.
Den jüngsten Beschuss eines russischen Grenzübergangspunktes im Gebiet Rostow bezeichnete Schnjakin als eine Provokation, schloss zugleich das fehlende Können der ukrainischen Militärs nicht aus. Er erinnerte daran, dass Oberbefehlshaber Wladimir Putin bereits befohlen hatte, die Staatsgrenze Russlands verstärkt zu bewachen.
Am vergangenen Freitag war der russische Grenz-Checkpoint Nowoschachtinsk durch Granatfeuer vom ukrainischen Territorium aus getroffen. Zerstört wurden einige Gebäude und Grenzanlagen, ingenieurstechnische Kommunikationen wurden beschädigt. Glücklicherweise gab es keine Toten.
http://de.ria.ru/politics/20140620/268812438.html
Gefechte in Ost-Ukraine: Donezk stellt Bergarbeiter-„Division“ auf
KIEW, 20. Juni (RIA Novosti).
In der ostukrainischen Kohlebergbauregion Donezk, die seit Monaten Schauplatz heftiger Gefechte zwischen der Regierungsarmee und den Volksmilizen ist, wollen die Bergarbeiter eine eigene „Division“ aufstellen. Nach Angaben der nicht anerkannten „Volksrepublik Donezk“ haben sich bereits 500 Kumpel eintragen lassen.
„Die Donezker Volksrepublik hat mit der Bildung einer Division aus den Bergleuten begonnen, die ihre Häuser und Familien verteidigen wollen“, teilte die Führung der „Volksrepublik“ via Twitter mit. „500 Menschen haben sich bereits in die Reihen des neuen Verbandes eingeschrieben.“
Seit Beginn des Kiewer Militäreinsatzes haben die Grubenarbeiter mehrmals gegen den Krieg demonstriert. Mehrere Steinkohle-Bergwerke streikten aus Protest gegen die andauernden Kampfhandlungen. Die ukrainische Übergangsregierung, die nach dem Februar-Umsturz an die Macht gekommen war, schickte im April Truppen in die östlichen Kohlebergbau-Regionen Donezk und Lugansk, weil diese den Machtwechsel und die neue, nationalistisch geprägte Regierung in Kiew nicht anerkannt und „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den noch immer andauernden Gefechten gibt es auf beiden Seiten viele Tote und Verletzte.
