Archive for Juni 21st, 2014

21. Juni 2014

Ukraine TV-Show Panne ll Britischer Journalist packt aus

In der bekannten ukrainischen TV-Talkshow „Shuster Live“ konnte in einer Liveschaltung der britische Journalist der Sunday Times, Mark Franchetti, sehr zum Misfallen der Anwesenden von seinen Eindrücken im Südosten der Ukraine berichten. Im Studio waren überwiegend regimetreue Gäste geladen, der Expräsident Georgiens Saakaschwili sowie der „Maidan Held“ Wolodomir Parasiuk  – dann kam alles anders. Mark Franchetti, der dort selbst beinahe zu Tode kam, erzählte was er tatsächlich gesehen hatte: Faschistische Truppen aus dem Westen, schlechte Ausrüstung der Einwohner, kein Militär und fehlende russische Unterstützung. Da Franchetti in der Vergangenheit mit eher kritischen Reportagen zu Russland auffiel, wirkte dies umso glaubwürdiger.
Hier die deutsche Übersetzung der TV-Talkshow:

Moderator Savik Shuster: Zugeschaltet ist mein sehr guter Freund und Journalist Mark Franchetti der britischen Zeitung „Sunday Times“ in Moskau, der schon für Millionen von Lesern in ganz Europa geschrieben hat. Er verbrachte zusammen mit dem „Bataillon Ost“ drei Wochen in Oblast Donezk um herauszufinden, wer dort kämpft und warum. Anfang Juni geriet er zusammen mit dem Bataillon in einen Hinterhalt. Über diesen Kampf und über die Menschen im „Bataillon Ost“ berichtete er letzten Sonntag in der „Sunday Times“. Mark spricht heute live aus Moskau.

Mark Franchetti: Guten Tag Savik, ich möchte hier keine Position vertreten, sondern einfach von dem berichten, was ich gesehen habe. Man sagt, es sind Terroristen, und dass sie Waffen und Finanzierung von Russland erhalten. Aber das ist nicht wahr. Zumindest im Moment nicht. Es sind überwiegend ganz gewöhnliche Menschen ohne jegliche Militärerfahrung. Wir sind dort in eine Falle geraten. Meiner Meinung nach könnte das erfahrenen Soldaten nicht passieren. Die wären dort nicht hineingeraten. Und sie sind völlig davon überzeugt, dass Russland ihnen irgendwann zu Hilfe kommt. Sie warten auf diese Unterstützung, obwohl mir als Moskau Korrespondent völlig klar ist, dass Moskau keine Hilfeleistung beabsichtigt. Ich meine dies im Sinne von Geld, Waffen und Soldaten.

Moderator Savik Shuster: Ich kenne Mark schon sehr lange, wir waren zusammen in Bagdad. Er erzählt, was er mit eignen Augen gesehen hat, was jeder Journalist tun sollte. Mark, lassen sie uns ein paar Fragen von den Gästen stellen.

Anton Gerasimko, (Berater des Innenministeriums der Ukraine): Ich höre aufmerksam zu und bin sicher, er erzählt was er gesehen hat. Aber ich gehe davon aus, dass alles seitens Russland organisiert wurde, damit bei den westlichen Journalisten der richtige Eindruck entsteht und dies weiter in Europa verbreitet wird. Und leider gerade jetzt auch in der Ukraine. Das ist alles absolut nicht wahr. Waffen und Gelder fließen in Strömen. Der Sicherheitschef kann erzählen, wie er in Berdjansk große Lieferungen an Waffen und Geld sichergestellt hat. Das ist nur ein weiteres gutes Beispiel für die Arbeit der russischen Geheimdienste. Beispiel dafür, dass die ausländischen Journalisten großartig getäuscht wurden.

Mark Franchetti: Darf ich antworten? (Moderator: Ja bitte).
 Genau solche Sachen höre ich seit 17 Jahren von den russischen Geheimdiensten. Mir persönlich ist es völlig egal. Sie können denken was sie wollen. Ich möchte nicht über die Unterstützung mit Geld und Waffen von Russland reden, ich möchte über das reden was ich selbst gesehen habe, über die Menschen des „Bataillon Ost“, dass in Donbass als das Coolste gilt. Ich kann nicht bestätigen, dass diese Menschen gut bewaffnet sind, und dass darunter russisches Militär ist. Und noch etwas, man hat so viel über die Tschetschenen gesprochen, die habe ich lange gesucht. Im Unterschied zu Ihnen (Gemeint ist Anton Gerasimko) war ich selbst etwa 30 Mal in Tschetschenien (Anton Gerasimko grinst). Sie können lachen so viel sie wollen, aber im Unterschied zu ihnen war ich selbst dort. Und ich kann berichten was ich selbst gesehen habe.

Wolodomir Parasiuk, Kommandant: Ich verstehe, er hat etwas gesehen, er war vielleicht nur in einem Gebiet wo gerade keine Tschetschenen Kämpfer waren. Und wenn man die Lage im Ganzen betrachtet, so haben wir einen Militärangriff von Russland auf die Ukraine. Die haben erstklassige Waffen. Ich habe selbst mit einem von der anderen Seite telefoniert und er sagte, wenn die aufhören uns mit Geld zu versorgen schmeißen wir unsere Waffen hin. Sie kämpfen dort nur für Geld. Und hören sie auf (Gemeint ist Mark Franchetti) uns zu betrügen. Die Situation ist ohnehin nicht einfach. Viele Leute schauen uns gerade zu und wir müssen die Dinge bei ihrem richtigen Namen nennen und keine künstlichen Analysen machen. Ich sage, dieser Reporter war an irgendeinem Ort und sagt, dort wären keine Tschetschenen von Kadyrow. Und das dort keine russischen Waffen und Unterstützung waren. Aber das alles ist dort. Das ist eine Einmischung von Russland in innere Angelegenheiten der Ukraine. Von Russland gesponsert und vom ehemaligen Präsidenten Janukowitsch– er wirft denen auch Geld zu.

Moderator Savik Shuster: Wir hören dazu gleich den Leiter des Sicherheitsdienstes, Codename „Odessa“.

Guten Abend. Ich bin hierher gekommen, sozusagen als letzte Warnung. Denn nächste Woche werden wir an der vordersten Frontlinie kämpfen. Ich möchte sagen, dass die Ukraine heute mit Putin selbst kämpft. Und mit Janukowitsch, und mit irgendwelchen Arschlöchern die Vorteile aus diesem Kampf erwarten. Arbeitslose, Drogensüchtige und Alkoholiker. Und ich sage nur eins, Putin nimm die Hände weg von der Ukraine sonst hacken wir sie dir ab. Du hast den Krieg angefangen, du hast ihn verloren. Und was Sie (Gemeint ist Mark Franchetti) erzählen ist eine große Lüge. Sie sollten sich dafür schämen. Sie belügen gerade die ganze Ukraine. Ich sage ihnen, gegen uns kämpft gerade die 45. Infanterie Brigade, dass sind die Besten der Besten im ganzen Land. Sie kämpfen mit modernsten Waffen von denen wir nicht einmal zu träumen wagen. Und was sie sagen.. schämen sie sich nicht?

(Jemand aus der Runde sagt, „warum schämen, er war an der Front“)

Mark Franchetti: Ich möchte antworten. Warum sollte ich mich schämen? Ich erzähle, was ich gesehen habe. Sie wollen, dass ich lüge? Ich habe überhaupt kein eigenes Interesse daran. Sie haben geschlafen. Lassen sie mich ausreden. Warum sollte ich mich schämen? Und ich habe berichtet wie ein Journalist, der dort beinahe umgekommen ist. Für die Berichterstattung aus der Ukraine. Ich berichte nur über meine eigenen Erlebnisse. Wenn sie andere Informationen haben werde ich mit ihnen nicht streiten. Ich weiß nicht woher sie ihre Informationen bekommen, dass dort Russland kämpft. Ich erzähle nur, was ich mit eigenen Augen gesehen habe. Ich habe nur meine Arbeit getan, und ich habe einen kleinen Ausschnitt des Ganzen gesehen und ich erzähle ihnen davon.

Leiter des Sicherheitsdienstes, Codename „Odessa“: Sind sie bereit, mit mir noch einmal dahin zu fahren? Vielleicht sehen wir zusammen etwas Anderes?

Mark Franchetti: Natürlich, dann fahren wir zusammen und Sie sehen das alles. Natürlich bin ich bereit. Im Moment kann ich als Journalist berichten der dort bereits war.

Moderator Savik Shuster: Codename „Odessa“, hören Sie zu. Ich war in Afghanistan zur Zeit der sowjetischen Besatzung und verbrachte dort mehr als 36 Monate. Und das ist mehr als der Soldatendienst. Zehn Jahre lang, jedes Jahr 2-3 Monate. Und die Sowjet-Propaganda sagte mir, dass ich lüge, dass das Volk dort nicht kämpft. Ich habe es aber gesehen und davon berichtet. Ein Journalist berichtet nur was er selbst sieht, mehr nicht.

Mark Franchetti: Ich möchte hinzufügen, wirklich erschreckend ist die Tatsache, dass dort ganz einfache Menschen zu den Waffen gegriffen haben. Ich weiss nicht welche Informationen sie haben, aber ich habe ganz gewöhnliche Menschen gesehen. Das waren keine Militärs. Der Zeitpunkt ist gekommen und sie haben die Initiative ergriffen. Da waren Bergarbeiter und normale Leute.
 Aber ich habe den Eindruck, dass der einzige vernünftige Mensch im Studio die nette Dame ist, die über die Zivilbevölkerung und die Bewohner gesprochen hat. Sehr intelligente Dame, deren Namen ich nicht verstanden habe.

(Gemeint ist Olga Bogomolez. Am Aufstand des Maidan in Kiew nahm sie aktiv teil und versorgte als Leiterin eines Koordinierungszentrums die zahlreichen Verletzten des Maidan)

Mark Franchetti weiter: So weit ich verstanden habe, sprechen sie über die Bekämpfung des Terrorismus. An die Leute die glauben, dass ich ein Russland Agent bin, kann ich nur sagen, dass Russland mich für russenfeindlich hält. Dies kommt aus der Zeit, als wir über die Ereignisse in Tschetschenienberichtet haben. Wir nannten die Tschetschenen Kämpfer und nicht Terroristen und man mochte uns dafür nicht. Jetzt können sie die Kämpfer von Donbas nennen wie sie wollen, das ist nebensächlich. Ich möchte nur nach meiner Erfahrung als Kriegsjournalist sagen, Terrorismus kann nicht lange existieren, ohne die Unterstützung der Einwohner, der Zivilbevölkerung. Ich möchte dies aus meiner dreiwöchigen Erfahrung in Donbas sagen. Die Mehrheit der Menschen die in Donbas wohnen sind ganz gewöhnliche Menschen die friedlich und ruhig leben wollen. Wenn man die tatsächliche Lage beschreiben soll ist es so, dass die Menschen dort keinen Krieg wollen. Die wollen sich nicht Strelkov, Ost usw. anschließen. Die Mehrheit der Männer hat keine Waffen ergriffen. Das was dort passiert, geschieht aus Gründen der Propaganda oder wegen der langjährigen Entfremdung im ganzen Land.

Was zählt ist nicht die Realität sondern das, was die Menschen dort als die Realität sehen.

Wenn man dort mit den Menschen spricht sind die sich völlig sicher, das sie von Faschisten angegriffen worden sind. Das ist euer größtes Problem! Dort wohnen Menschen, die die Situation völlig anders sehen. In Slawjansk sind tatsächlich bewaffnete Leute, und man muss mit ihnen verhandeln. Die Mehrheit der Menschen kämpft nicht, ich war dort und das ist die Tatsache. Die Einwohner werden von schwerer Artillerie beschossen. Und jedes Mal wenn ein Bewohner leidet, oder einen Angehörigen verliert, wird der etwas mehr extremistisch. Und ihr werdet diese Menschen für euch verlieren. Das Wichtigste ist, dass man diese nicht als Terroristen sieht. Und das ist meine bescheidene Meinung als der dumme Ausländer, wie ich hier genannt wurde. Der vom russischen Geheimdienst getäuscht wurde, da dieser ja so gut arbeitet. Vielleicht bin ich ein Idiot, aber ich sage, dass dort die friedliche Bevölkerung nur ganz in Ruhe leben will.

Quellen:
http://www.youtube.com/watch?v=JkJ1d_RMi08&list=UU2FCgT_PVESYWYSiekDFfCw
https://www.youtube.com/watch?v=YfHFupR3Md0
http://1tv.com.ua/ru/programs/shuster

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21. Juni 2014

Ukraine / Russland / Syrien / Medien – wichtige Veranstaltungen / Termine

wichtige Termine

noch bis zum 1. Juli täglich von 10.00 – bis 21.00 Uhr
die Ausstellung an der Jannowitzbrücke

http://www.material-evidence,com

Fotoausstellung Syrien Ukraine


Berlin 26. Juni um 18:00 ll Neonazis & Euromaidan — From Democracy to Dictatorship

Am 26. Juni 2014 um 18:00 wird es im Münzbergsaal (Franz-Mehring-Platz 1, Nähe Ostbahnhof) eine Buchpräsentation geben, zu der wir euch herzlich einladen wollen:

Münzbergsaal, 1. OG
Tagungszentrum FMP 1
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin
(ehemaliges Verlagsgebäude Neues Deutschland)

Stanislav Byshok/Alexey Kochetkov:
Neonazis & Euromaidan — From Democracy to Dictatorship

Die Kurzfristigkeit der Einladung ist Folge der Aktualität der Ereignisse und vor allem der spontanen Entscheidung der Autoren, persönlich ihr Buch vorzustellen. Sie bringen 200 Exemplare mit und werden sie vor Ort umsonst verteilen.

Stanislav Byshok ist ausgebildeter Psychologe und als Schriftsteller tätig, Autor mehrerer Romane und Sachbücher. Alexey Kochetkov ist Politikwissenschaftler und als Journalist tätig.

Das Buch ist das Produkt investigativen Journalismus, Ergebnis ihrer Recherchen zur Entstehung des radikalen Nationalismus in der Ukraine seit den 1990er Jahren, der treibenden Kraft hinter den Maidan-Protesten während des letzten Winters. Es ist reichlich illustriert, schildert anschaulich die historische Entwicklung der rechtsextremen Kräfte, ihre Ideologie, Symbole und Mythen, ihre Bündnisse, Hintergründe zu ihren Erfolgen, es liefert Dokumente und eine Chronologie der von Neonazis begannenen Verbrechen während der Monate Februar und März 2014.

Das Buch ist Ende April auf Russisch erschienen und wurde kürzlich auf Englisch übersetzt. Die englische Übersetzung wird vor Ort verteilt.

https://cooptv.wordpress.com/2014/06/20/berlin-26-juni-um-1800-ll-neonazis-euromaidan-from-democracy-to-dictatorship/

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Ausstellung „Im Osten nichts Neues – Alte Feindbilder, moderne Propaganda“
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Datum: Samstag, 21. Juni 2014 – 18:30
Führung durch die Ausstellung
Gespräch

Dr. Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung wird durch die Ausstellung „Im Osten nichts Neues – Alte Feindbilder, moderne Propaganda“ führen.
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Datum: Freitag, 27. Juni 2014 – 18:30
Ukraine – die aktuellen Kriegslügen
Diskussion, Vortrag

Ein Vortrag von Eckart Spoo (Herausgeber der Zeitschrift „Ossietzky“) mit einer anschließenden Diskussion.
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 Freitag, 11. Juli 2014 – 18:30
Podiumsdiskussion: Wohin treiben unsere Medien? Wohin treiben wir?
Diskussion

ARD-aktuell (angefragt), Peter Vonnahme (Richter a.D., publizistisch hervorgetreten durch seine „Briefe an den Chefredakteur“), Dr. Christine Horz (Initiative für einen Publikumsrat für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk), Jochen Scholz (ehem. Luftwaffenoffizier und Verfasser eines offenen Briefes an Putin)
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 Donnerstag, 10. Juli 2014 – 18:30
Unabhängigkeit in Gefahr? Deutsche Top-Journalisten und transatlantische Netzwerke
Diskussion, Vortrag

Vortrag von Dr. Uwe Krüger (Universität Leipzig) – Bestimmte Auffälligkeiten in der Ukraine-Berichterstattung werden plausibel, wenn man die Verbindungen deutscher Leitmedien zu US- und Nato-nahen Organisationen kennt.

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 Donnerstag, 17. Juli 2014 – 18:30
Journalisten vor Ort
Gespräch

Ein anderer Blickwinkel ist möglich: Thomas Eipeldauer und Susann Witt-Stahl (moderiertes Gespräch).

21. Juni 2014

Ukraine Kurznachrichten…

http://de.ria.ru/security_and_military/20140621/268816990.html
Trotz Waffenruhe in Ostukraine: Kolomojski will „Separatisten“ den Rest geben
KIEW, 21. Juni (RIA Novosti).

Der ukrainische Oligarch Igor Kolomojski hat sich gegen die Feuereinstellung im Osten der Ukraine und gegen jegliche Kontakte zu Aufständischen in den Gebieten Donezk und Lugansk ausgesprochen. Das teilte ein Mitarbeiter des Rates für nationale Sicherheit der Ukraine RIA Novosti mit.

„Während der jüngsten Arbeitsreise von (Präsident Pjotr) Poroschenko in das Gebiet Donezk hatte Kolomojski ihm offen gesagt, er werde nie auf seine Befehle hören. Zudem erklärte der Oligarch, dass seine Privatarmee den ‚Separatisten‘ trotz Waffenruhe den Rest geben wird“, sagte der Sprecher, der anonym bleiben wollte.

Am vergangenen Freitag hatte Poroschenko seinen 15-Punkte-Friedensplan publik gemacht. Das Papier beinhaltet unter anderem Sicherheitsgarantien für alle Teilnehmer der Verhandlungen, eine Amnestie für alle, die Waffen gestreckt und keine Schwerverbrechen begangen haben. Zudem sollen alle Geiseln freigelassen werden.

Vorgesehen sind auch der Abzug aller illegalen bewaffneten Formationen und die Schaffung „sicherer Korridore“, über die „russische und ukrainische Söldner“ die Ukraine verlassen würden. Alle gesetzwidrig besetzten Gebäude sind zu räumen. Geplant ist ferner, die örtlichen Machtorgane wiederherzustellen sowie Sendungen des zentralen Rundfunks und Fernsehens in den Gebieten Donezk und Lugansk wiederaufzunehmen.

Poroschenko schlägt zudem eine Dezentralisierung der Macht im Land, den Schutz der russischen Sprache und Verfassungsänderungen vor.

Zudem befahl der Präsident, alle Kampfhandlungen am Freitag, 21.00 Uhr MESZ, bis zum 27. Juni, 09.00 Uhr MESZ, einzustellen. Innerhalb dieser sieben Tage hat die Volkswehr den Kampf aufzugeben und ihre Waffen zu strecken. „Diejenigen, die das nicht tun, werden vernichtet“, hieß es in Kiew.

http://de.ria.ru/security_and_military/20140621/268816946.html
Militär: Ukraine will Kampfhandlungen näher zu russischer Grenze verlegen
MOSKAU, 21. Juni (RIA Novosti).

Kiew versucht, die Kampfhandlungen im Osten der Ukraine näher zur russischen Grenze zu verlegen. Diese Ansicht vertrat Waleri Schnjakin, Mitglied des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrates.

„Ich denke, dass dahinter der Westen steckt. Falls es nicht gelingt, eine Einigung mit der ukrainischen Führung zu erzielen, sollte mit deren Gönnern in Washington verhandelt werden“, sagte der Militär am späten Freitagabend in einem RIA-Novosti-Gespräch. Er äußerte die Hoffnung, dass russische Diplomaten weise und mutig genug bleiben, um die Entwicklung in friedliche Bahnen zu lenken.

Den jüngsten Beschuss eines russischen Grenzübergangspunktes im Gebiet Rostow bezeichnete Schnjakin als eine Provokation, schloss zugleich das fehlende Können der ukrainischen Militärs nicht aus. Er erinnerte daran, dass Oberbefehlshaber Wladimir Putin bereits befohlen hatte, die Staatsgrenze Russlands verstärkt zu bewachen.

Am vergangenen Freitag war der russische Grenz-Checkpoint Nowoschachtinsk durch Granatfeuer vom ukrainischen Territorium aus getroffen. Zerstört wurden einige Gebäude und Grenzanlagen, ingenieurstechnische Kommunikationen wurden beschädigt. Glücklicherweise gab es keine Toten.

http://de.ria.ru/politics/20140620/268812438.html
Gefechte in Ost-Ukraine: Donezk stellt Bergarbeiter-„Division“ auf
KIEW, 20. Juni (RIA Novosti).

In der ostukrainischen Kohlebergbauregion Donezk, die seit Monaten Schauplatz heftiger Gefechte zwischen der Regierungsarmee und den Volksmilizen ist, wollen die Bergarbeiter eine eigene „Division“ aufstellen. Nach Angaben der nicht anerkannten „Volksrepublik Donezk“ haben sich bereits 500 Kumpel eintragen lassen.

„Die Donezker Volksrepublik hat mit der Bildung einer Division aus den Bergleuten begonnen, die ihre Häuser und Familien verteidigen wollen“, teilte die Führung der „Volksrepublik“ via Twitter mit. „500 Menschen haben sich bereits in die Reihen des neuen Verbandes eingeschrieben.“

Seit Beginn des Kiewer Militäreinsatzes haben die Grubenarbeiter mehrmals gegen den Krieg demonstriert. Mehrere Steinkohle-Bergwerke streikten aus Protest gegen die andauernden Kampfhandlungen. Die ukrainische Übergangsregierung, die nach dem Februar-Umsturz an die Macht gekommen war, schickte im April Truppen in die östlichen Kohlebergbau-Regionen Donezk und Lugansk, weil diese den Machtwechsel und die neue, nationalistisch geprägte Regierung in Kiew nicht anerkannt und „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den noch immer andauernden Gefechten gibt es auf beiden Seiten viele Tote und Verletzte.

21. Juni 2014

Maidan-Aktivisten zeigen „Russen“ im Käfig

http://springstein.blogspot.de/2014/06/maidan-aktivisten-zeigen-russen-im-kafig.html

Eine in Kiew im April 2014 eröffnete Ausstellung warnt: »Vorsicht vor den Russen« und widerspricht allen, die nichts von Faschismus in der Ukraine und auf dem Maidan sehen und wissen wollen

Die Tageszeitung Neues Deutschland macht in der Ausgabe vom 20. Mai 2014 auf Seite 7 darauf aufmerksam: „Der ukrainische Bürgerkrieg hat nicht nur politische und militärische Dimensionen. Auch die Kultur wird zum Kriegsschauplatz. Ein makaberes Beispiel ist die im April im Kiewer Zentrum für zeitgenössische Kunst eröffnete Ausstellung »Vorsicht vor den Russen«, in der russische Menschen in Käfigen präsentiert wurden.
Die Russen-Darsteller hatten die Rolle heruntergekommener Bettler und Alkoholiker zu übernehmen, wurden in Drahtkäfigen vorgeführt. Die Darsteller trugen Sankt-Georgs-Bänder, die Käfige russische Trikoloren. Erkennbar sind Schilder, mit der Aufschrift »Bitte nicht füttern« und »Vorsicht vor den Okkupanten«. Träger dieser Aktion ist eine »ukrainische Kulturfront« von Künstlern und Maidan-Aktivisten. …“ Der Blog Moskowskii Monitor veröffentlichte Bilder aus der Ausstellung. Der russische Sender Vesti berichtete darüber am 26. April 2014. Einen weiteren Bericht veröffentlichte das ukrainische Online-Magazin LB.ua am 24. April 2014.

Hierzulande äußerte sich bisher von politischer Seite nur Wolfgang Gehrcke von der Linksfraktion im Bundestag am 21.5.14, der die „Ausstellung“ kritisierte, „in der „Russen“ wie Tiere vorgestellt werden. „Füttern verboten“ steht an den Gittern der Verhöhnung. Ich erinnere mich an die Bilder, die deutsche Nazis für ihre Propaganda herstellen ließen, auf denen Jüdinnen und Juden und sowjetische Kriegsgefangene in einer Ausstellung „Bilder der Untermenschen“ präsentiert wurden. Die Opfer, die dort abgebildet waren, wurden anschließend in den Konzentrationslagern vergast. Jetzt erreichen Europa aus der Ukraine neue Bilder von angeblichen Untermenschen. Ich will diese Bilder nicht sehen und doch gehen sie nicht aus meinem Bewusstsein, denn man muss wissen, was dort abläuft. Die Bilder der Unmenschlichkeit aus Kiew erinnern mich an die Bilder der Unmenschlichkeit aus Abu Graib: Eine Gefängniswärterin triumphiert über ihre Opfer. Als diese bekannt wurden, ging ein Aufschrei um die Welt. Und heute? …“

Gehrcke ist zuzustimmen, wenn er feststellt: „Sage keiner, er habe es nicht gewusst!“ Und: „Wer wegschaut, wer darüber schweigt, macht sich mitschuldig. Das gilt auch für uns!“ Der Linkspartei-Angeordnete hofft, dass die Faschisten in der ukrainischen Bevölkerung auf wenig Zustimmung stoßen. Mag sein, dass nur wenige deutlich „Ja“ sagen, aber schon auf dem Maidan-Platz wurde mindestens weggeschaut, als die faschistischen Schlägertruppen das Kommando übernahmen. Darauf hat u.a. der Moskauer Soziologe Vadim Damier in einem Interview, das die anarchistische Monatszeitung Graswurzelrevolution mit ihm führte und in ihrer April-Ausgabe (GWR 388) veröffentlichte, deutlich gemacht. Während Linke aus dem Protestlager „mit Gewalt entfernt“ wurden, sei der Einfluss der Rechtsextremen in Folge der Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften wie den „Berkut“-Einheiten gewachsen. Sie waren zwar zahlenmäßig in der Minderheit, so der Soziologe, „qualitativ aber war ihre Präsenz viel bedeutender und manchmal hegemonial“. Die Protestbewegung habe nie dagegen protestiert, sondern „ihren neofaschistischen Teil tolerierend oder billigend in Kauf“ genommen. Die Neonazis wären die „erfahrensten und am besten trainierten“ unter den „Selbstverteidigungskräften“ auf dem Platz gewesen. Diese hätten „eine entscheidende Rolle beim Staatsstreich Ende Februar 2014“ gespielt. Ähnlich beschrieb es u.a. der Osteuropa-Experte Alexander Rahr in der Sendung Panorama der ARD am 6. März 2014: „Der rechte Sektor war aus meiner Sicht entscheidend für den Umsturz, weil er eine Organisation ist, die auch bereit war, in Kampfhandlungen mit den Polizisten, mit den Sicherheitskräften einzutreten. Sie waren gut organisiert, sie hatten auch immer wieder einen Plan, wie sie angriffen, wie sie sich verteidigten, so dass sie einen großen Anteil am Erfolg des Maidans gehabt haben.“

So haben sich die Protestierenden auf dem Kiewer Maidan-Platz mitschuldig gemacht, egal welche ehrenwerten Motive sie auch protestieren ließen. Die Ausstellung in Kiew ist ein weiterer Beleg dafür, dass auch in der Ukraine gilt, was Bertolt Brecht schon 1941 in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ feststellte: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“

21. Juni 2014

Umfrage: Russen haben negatives Bild von Nationalisten (RIA Novosti)

http://de.ria.ru/zeitungen/20140616/268759418.html

MOSKAU, 16. Juni

Die politische Krise in der Ukraine hat dazu geführt, dass die russische Gesellschaft Nationalisten mit größerer Skepsis betrachtet, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag

Laut einer Umfrage im Auftrag der russischen Gesellschaftskammer nehmen die meisten Russen die Ereignisse in Kiew als nationalistische bzw. faschistische Revolution wahr und betrachten  die nationalistischen Organisationen in Russland deshalb mit Vorsicht.

Der Bericht „Die nationale Frage in Russland vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise“ wurde von der Agentur für soziale Technologien „Politech“ mit Unterstützung des Instituts für Ethnologie und Anthropologie der russischen Akademie der Wissenschaften erstellt. „Die Verfasser der Studie wollen untersuchen, wie sich im vergangenen Jahr die gesellschaftliche Meinung im Bereich der ethnischen Beziehungen verändert hat, darunter wie sich die Einstellung der Russen gegenüber den Nationalismus verändert hat“, heißt es im Bericht.

49 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Russen in der Ukraine keine nationalistischen Organisationen zum Schutz ihrer Rechte bilden sollten, sondern jede Erscheinung von Nationalismus bekämpft werden muss. Dabei betonten 53 Prozent, dass in der Ukraine ein nationalistischer Machtsturz und keine demokratische Revolution stattgefunden hat. 58 Prozent der Befragten sind negativ gegenüber Nationalisten im eigenen Land eingestellt. Vor einem Jahr waren es 50 Prozent.

„Die russischen Umfrageteilnehmer sehen die Nationalisten etwas positiver als die Vertreter anderer Nationalitäten“, so die Verfasser des Berichts. Doch die negative Einstellung gegenüber dem Nationalismus dominiere auch unter der russischen Bevölkerung. Dabei fühlen sich Jugendliche den Nationalisten näher als Vertreter der älteren Generation. Das hänge damit zusammen, dass die Älteren sich noch an die Sowjetzeiten erinnern. In der Sowjetunion galt der Begriff „Nationalismus“ als Synonym von „Chauvinismus“, „Nazismus“, „Faschismus“.
Dem Bericht zufolge spielen Nationalisten in der russischen Politik keine Rolle. Nur 2,5 Prozent der Befragten würden die Nationalisten bei einer Parlamentswahl unterstützen.

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