[Junge Welt] Peace Event des Tages: USAID

In der bosnischen Hauptstadt Sarajewo findet an diesem Wochenende »das »größte internationale Friedens-Event 2014« statt, werben die Veranstalter. Mehr als 50 Organisationen seien an der Vorbereitung beteiligt gewesen, Tausende Besucher aus aller Welt setzten sich »für Frieden ein mit dem Ziel, die Welt zu verändern, von einer Welt des Krieges und der Gewalt zu einen Kultur des Friedens, der Gewaltlosigkeit und der Gerechtigkeit«, heißt es in der Ankündigung.

Das »Peace Event« wird von namhaften Gruppen getragen, es kommen Kommunisten und Kirchgänger, Vertreter vom Internationalen Friedensbüro, von Caritas Schweiz, von der Juristenorganisation IALANA, Pax Christi und vom Forum Ziviler Friedensdienst etwa. Neben den Quäkern sind als Finanziers mit im Boot die Linkspartei-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung, aber auch, und das ist neu: das französische Außenministerium und USAID, die für »Entwicklungszusammenarbeit« zuständige Behörde der US-Regierung.

Ausgerechnet letztere sollen den Frieden in der Welt finanzieren? Paris schickt Truppen nach Mali, Zentralafrika, Cote d’Ivoire und geriert sich in Sarajewo als Samariter? Und USAID? 2012 unterzeichneten Bolivien, Kuba, Ecuador, Dominikanische Republik, Nicaragua und Venezuela eine Resolution über die Ausweisung von Mitarbeitern der USAID aus den ALBA-Staaten, weil USAID die politische Opposition fördere, mit den US-Geheimdiensten zusammenarbeite und sich an der Destabilisierung gewählter Regierungen beteilige.

USAID hat 2014 ein Budget von 47 Milliarden Dollar und ist direkt dem Außenministerium in Washington unterstellt. Passend zur neuen Friedensfront in Sarajewo hat Hillary Clinton nun ihre Zustimmung zum Irak-Krieg 2003 als »Fehler« bezeichnet. Das meldeten am Freitag US-Medien mit Verweis auf die Autobiographie der früheren US-Außenministerin, die nach Pfingsten auf den Markt kommt. (rg)