Interview mit Reiner Braun (IALANA) – USAID und das Peace Event Sarajevo 2014

hier ein Auszug aus einen Interview mit Reiner Braun im Neuen Deutschland zur Frage der Spenderliste für das Peace Event Sarajevo 2014

http://www.neues-deutschland.de/artikel/935263.niemand-schlittert-in-einen-krieg.html

Auf der Spenderliste für das »Peace-Event« findet sich neben Ministerien auch die USAID, eine US-Behörde für internationale Entwicklung. Sind das die richtigen Geldgeber?
Wir bekommen Gelder von mehreren Regierungen, der finnischen und der französischen. Und über die deutsche Botschaft auch von der Bundesregierung. Für uns ist das eine sinnvolle Verwendung von Steuergeldern. Und wir begrüßen es – im Sinne des Grundgesetzes -, dass die Bundesregierung bereit war, die Veranstaltung, auf deren Inhalt sie keinen Einfluss genommen hat, mit zu finanzieren. Es bleibt die Frage: Ist das meiste Geld der Rosa-Luxemburg-Stiftung nicht auch Regierungsgeld?

Und die Gelder der USAID, die stark in die Sicherheitsstrategie der USA integriert ist und in der Kritik steht, auch Spionage zu betreiben, die Privatisierung öffentlicher Sektoren in den Nehmerländern zu forcieren?
Alle hier aktiven Friedensgruppierungen und viele zivilgesellschaftlich engagierten Gruppen in Bosnien-Herzegowina und in den anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawien leben davon, dass sie von der USAID oder der EU finanziell unterstützt werden. Wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten wollen, müssen wir das akzeptieren. Teile der Gelder, die diese Gruppen bekommen haben, sind zum Beispiel über Druckkostenzuschüsse mit in die Finanzierung geflossen. Im Sinne der Transparenz haben wir dies auch benannt. Wir haben keine direkte Spende bekommen. Die inhaltliche Kritik an der USAID teile ich aber absolut.

Die Diskussion darüber ist also nicht vorbei?
Die Diskussion gab es schon während der Vorbereitung. Jede und jeder hat von dieser Unterstützung gewusst. Dabei ist die Unabhängigkeit des »Peace-Events« vom ersten bis zu letzten Augenblick gewährleistet. Es gibt zwei Komitees, beide tragen die alleinige Verantwortung für das Programm.