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Friedenskongress unterwandert? – US-Agentur, die dem Außenministerium unterstellt ist unterstützt Sarajevo Peace Event

update von Elsa Rassbach siehe am Ende des Posts

Das Attentat von Sarajevo wurde zum Anlass genommen, den Ersten Weltkrieg zu entfesseln. Am selben Ort findet in diesem Jahr zu Pfingsten ein bedeutendes Friedenstreffen statt. Das Peace Event in Sarajevo 2014 ist die größte Veranstaltung der internationalen Friedensbewegung in diesem Jahr.
Eine US-Agentur für internationale Entwicklung USAID, die dem Außenministerium unterstellt ist, unterstützt dieses bedeutende Friedensevent in Sarajevo. Wie kann es aber möglich sein, dass von den Organisatoren des Sarajevo Peace Events Spenden der US-Organisation USAID entgegen genommen wurden. Die us-amerikanische Friedensaktivistin Elsa Rassbach stellt diese fundamentale Frage in einem jetzt auf Truthout.org erschienenen Artikel.
Gefordert wird, dass die Organisatoren des Sarajevo Peace Event zu Beginn der Konferenz in Sarajevo alle Informationen bezüglich der Unterstützung durch USAID sowie durch das französische Aussenministerium offenlegen.

Elsa Rassbach fordert in ihrem Beitrag bei Truthout darüberhinaus, dass finanzielle Zuwendungen der USAID umgehend zurückgegeben werden müssen.

Die USAID wurde 1961 gegründet, um die außenpolitischen Aktivitäten der US-Regierung in der Entwicklungszusammenarbeit zu koordinieren. Die Agentur war in den vergangenen Jahren vermehrt in Kritik geraten, weil sie zusammen mit der US-Stiftung „National Endowment for Democracy“ (Nationale Stiftung für Demokratie, NED) Oppositionsparteien in verschiedenen Ländern unterstützt hatte.

USAID unterstützte auch viele Bemühungen zur  Destabilisierung Russlands und auch in der Ukraine wurden erhebliche Finanzmittel vom
US-State Department sowie von der staatlichen Agentur
USAID (United States Agency for International Development)
für Oppositionskräfte bereitgestellt.

Insbesonders in Südamerika ist USAID aktiv, wie aus US-Dokumenten hervorgeht, die Wikileaks bekanntmachte. 2013 hatte zum Biespiel Boliviens Präsident Evo Morales USAID des Landes verwiesen, da die Agentur laut dem Staatschef gegen seine Regierung konspiriert hatte.

Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hat nach umfangreichen investigativen Recherchen ein geheimes Projekt gegen Kuba aufgedeckt, in dem die USAID eien zentrale Rolle spielte. Unter der Überschrift „‚Cuban Twitter‘ heimlich von den USA geschaffen, um Unruhen anzustiften“ zeigten die Autoren detailliert auf, wie 2009 mit dem Aufbau einer verdeckten Operation begonnen wurde, die von Ländern wie USA, Costa Rica, Nicaragua, Spanien und Großbritannien aus durchgeführt wurde – und damit internationales und nationales Recht verletzte.

Maßgeblich für diese Geheimoperation war das Office of Transition-Initiatives (OTI) der US-Agentur für internationale Entwicklung USAID, die dem Außenministerium unterstellt ist. OTI ist eine Abteilung, die nach dem Zerfall der Sowjetunion geschaffen wurde, um US-Interessen im sich schnell verändernden politischen Umfeld zu fördern – ohne die übliche Bürokratie durchlaufen zu müssen. Auf der Homepage von USAID heißt es dazu, OTI „unterstützt die US-Außenpolitik, in dem sie lokalen Partnern hilft, Frieden und Demokratie in vorrangigen Ländern voranzubringen, die sich in einer Krise befinden.“

http://truth-out.org/speakout/item/24150-open-letter-to-the-organizers-of-peace-event-sarajevo-2014

UPDATE (June 8, 2014):
The organizers of Peace Event Sarajevo recently removed USAID from the list of donors posted on their website under http://www.peaceeventsarajevo2014.eu/our-partners/articles/our-donors-are.html. But the USAID financing is still listed on page four of this downloadable program:http://www.peaceeventsarajevo2014.eu/tl_files/a_downloads/program_peace_event.pdf.

As far as I know, the organizers have not returned the financing from USAID, nor have they so far been open to a public discussion regarding this financing. Many participants in the Peace Event have expressed concern about the USAID and French Foreign Ministry financing, and several petitions are circulating. Two Members of the German Parliament, Heike Hänsel and Alexander Neu, have written to the organizers to express their concerns about the USAID financing.

Many conference participants were shocked upon arrival to see the ca. 200 local Bosnian volunteers for the event all wearing T-shirts with „USAID Peace Event Sarajevo 2014“ printed on them. The Bosnian version of the „Peace Event“ newspaper has USAID prominently displayed on the first page and other donors only in very fine print on the back page. It seems that among the population in Bosnia, USAID was promoted as virtually the only donor for Peace Event Sarajevo.

USAID is hardly a „neutral“ source of financing for a peace event in Sarajevo. The continued US military presence in Bosnia is controversial here and is particularly resented by the large Bosnian Serbian minority of ca. 30%. Several Bosnians I have spoken with in the two days I have been here have complained that they feel as though under a continuing US occupation. They are also dependent on USAID as virtually the sole source available to them for cultural and other projects.

The US has a huge embassy in Sarajevo. The US military base Camp Eagle in Bosnia would provide essential military infrastructure for any US and NATO military intervention in Ukraine. The George W. Bush Presidency is reported to have used Camp Eagle for the secret extrajudicial detention of ghost prisoners, which (along with Camp Bondsteel in nearby Kosovo) has been called a smaller version of Guantanamo.

Elsa Rassbach (in Sarajevo)