BERLIN (Eigener Bericht) – Die Führung des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB) sucht erneut den Schulterschluss mit der
Bundeswehr und bekennt sich zum Umbau der Truppe in eine global
agierende Interventions- und Besatzungsarmee. Entsprechende
Aktivitäten der DGB-Spitze richten sich aktuell gegen mehrere
militärkritische Anträge der Gewerkschaftsbasis zum am Sonntag
beginnenden Bundeskongress der Organisation. Zwar wendet sich auch die
DGB-Spitze gegen die Personalwerbung der deutschen Streitkräfte an
Schulen und die Kriegsforschung an Universitäten, rückt jedoch
gleichzeitig die „gewerkschaftliche Vertretung aller
Bundeswehrangehörigen“ ins Zentrum ihrer Beschlussvorlage. Die
weltweiten Kriegsoperationen des deutschen Militärs werden darin nicht
in Frage gestellt – im Gegenteil: Wie die DGB-Spitze erklärt, seien
sowohl die „Ermöglichung eines freien und ungehinderten Welthandels“
als auch der „freie Zugang zur Hohen See und zu natürlichen
Ressourcen“ integraler Bestandteil „deutscher Sicherheitsinteressen“.
