http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4006363/272025734/
Rechtswidrige Initiative der „Bild“-Zeitung
Im Vorfeld des 8. Mai möchten wir auf die antirussische Hetze in Deutschland eingehen, darunter auf die Versuche, die beiden Panzer am Sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten zu entfernen.
Ulrich Schneider, ein deutscher Historiker und Generalsekretär der Föderation der Widerstandskämpfer sagt dazu:
Sicherlich ist die Ukraine-Krise ein Auslöser für diesen skandalösen Vorstoß der „Bild“-Zeitung und der Zeitung BZ Berlin, dieses Denkmal zu beseitigen, aber im Hintergrund steht mehr. Im Hintergrund steht auch der Versuch, die Erinnerung an die heroische Leistung der sowjetischen Armee, der Roten Armee aus dem öffentlichen Bild zu beseitigen. Und das ist etwas, was mir mindestens soviel Sorgen macht, wie diese eigentlich absurde Initiative der „Bild“-Zeitung von der die Journalisten wussten, dass die weder möglich ist noch auf der rechtlichen Grundlage beruht.
Und wie viele Befürworter dieser Initiative des Springer-Verlags es in Deutschland gibt?
Das hat die „Bild“-Zeitung bisher noch nicht veröffentlicht, es kursieren zwar Zahlen, die von über tausend Unterzeichnenden sprechen, aber verifiziert ist nichts davon, und die Politiker, die aus dem Bundestag sich dazu artikulieren, geben zwar ihren Namen, aber sie wissen genau, dass diese Initiative rechtlich unmöglich ist, weil sich die Bundesregierung 1990 verpflichtet hat, vertraglich, den Schutz aller sowjetischen Kriegserinnerungsstätten, und das ist natürlich damit auch dieses Panzerdenkmal im Berliner Tiergarten, zu schützen. Und das ist eigentlich für mich der Skandal, dass Politiker des deutschen Bundestages, die um diese Verantwortung der Bundesrepublik gegenüber der damaligen Sowjetunion und heute Russland wissen, dass die sich für solch eine Kampagne hergeben.
Im Internet gibt es ja auch entschiedene Stimmen dagegen. Wie ist die Stimmung gerade im Vorfeld des 8. Mai in Deutschland?
Viele Dinge, die man aus den Zeitungen offiziell liest und auch Dinge, die man von der Regierung offiziell hört, entsprechen nicht der Meinung der Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Immer dann, wenn in der „Tagesschau“ oder anderen Medien elektronisch Kommentare geöffnet werden, hat man den Eindruck, dass mindestens zwei Drittel wenn nicht sogar mehr der Kommentatoren im Internet darauf kritisch antworten und sich von dieser einseitigen Verurteilung der russischen Politik deutlich distanzieren, und erwarten, dass man statt Konfrontation und Abgrenzung zu Kooperation und Gespräch findet.
Gibt es auch in diesem Jahr traditionelle Veranstaltungen am Tag der Befreiung des deutschen Volkes von Nazis?
Ja, natürlich. Es gibt in Deutschland und nicht nur in Deutschland, sondern es ist ja international ein Erinnerungstag an die Befreiung von Faschismus und Krieg, Sieges über den Faschismus, der Neunte Mai wird ja nicht umsonst als Tag des Sieges auch begangen… Wir feiern die Befreiung von Faschismus und Krieg und letztlich zum Beispiel hat sich in Berlin seit vielen Jahren eine sehr schöne Initiative, eine deutsch-russische Initiative, ausgehend von unseren antifaschistischen Organisationen, gebildet, die unter dem Titel „Wer nicht feiert, hat verloren“, am Treptow-Ehrenmal ein deutsch-russisches Fest anlässlich des 8. und 9. Mai durchführt. Und wir werden in diesem Jahr ganz sicherlich anlässlich der Bild-Kampagne auch noch eine symbolische Aktion am Brandenburger Tor bzw. am russischen Denkmal am Tiergarten begehen, um deutlich zu machen, dass wir gegen eine solche Hetze aktiv sind.
Am 8. Mai, am Nachmittag wird vor dem Tiergarten-Denkmal die Aktion sein. Und das große Fest findet am Freitag, dem 9. Mai ab 13. Uhr im Treptow-Park statt, und alle Hörer der Stimme Russlands, die in Berlin leben, sind herzlich eingeladen, dort zu kommen, das Fest – es geht sicherlich bis in den Abend hinein. Und viele Stände sind da, und viele Begegnungen sind da. Es ist kein großes Fest mit Ansprachen und Reden, es ist ein Fest der Freude und ein Fest der gemeinsamen Begegnung. Und deswegen, glaube ich, macht es Spaß für jeden, daran teilzunehmen.
