[Junge Welt] Klartexter des Tages: Friedensbewegung – Spasibo, und alle raus zur Donnerstagsdemo!

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05.05.2014 / Ansichten / Seite 8Inhalt

Klartexter des Tages: Friedensbewegung

Von wegen die Friedensbewegung ist tot. Kriegsgegner in Deutschland melden sich dieser Tage mit Blick auf den Ukraine-Konflikt und das immer aggressivere Rußland-­Bashing zurück. Bereits am Sonntag abend (nach jW-Redaktionsschluß) fand in Berlin ein Trauermarsch für die in Odessa verbrannten und totgeschlagenen Antifaschisten statt. Das Bremer Friedensforum verurteilte am Wochenende die Propagandarhetorik von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Es sei »erschreckend«, wie dieser auf militärische Verstärkung der NATO und auf »harte Sanktionen« setze. »Das Bremer Friedensforum dagegen fordert statt Sanktionen Handelserweiterung mit Rußland, statt weiterer Aufrüstung Abrüstungsverhandlungen zwischen NATO und Rußland, statt des Aufbaus von Feindbildern die Verstärkung freundschaftlicher Beziehungen«, heißt es in einer Erklärung, die vom Gros der Medien ignoriert oder als von »Putin-Verstehern« verfaßt diffamiert werden dürfte.

In Aachen fordert das Antikriegsbündnis mit Blick auf den Massenmord in Odessa die Ausladung des ukrainischen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk von der Verleihung des Karlspreises an »Himmelfahrt« (29. Mai). Mit dem sogenannten Antiterroreinsatz der ukrainischen Armee gegen den Osten und Süden des Landes sowie der Unterstützung rechtsradikaler Paramilitärs und Hooligans durch die Kiewer De-facto-Regierung trägt deren Chef Jazenjuk die politische Verantwortung für das Massaker.«
Wiederum in Berlin zeigt die »Friko« Flagge. Sie ruft zur Kundgebung am 8. Mai um 17.30 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten auf. »Wir danken der sowjetischen Armee für die Befreiung vom Faschismus. Wir verurteilen die skandalöse Kampagne der Berliner Boulevardpresse, die darauf abzielt, die Panzer der sowjetischen Armee in diesem Ehrenmal zu beseitigen! Wir verurteilen die Kriegshetze von Politikern und Medien gegen Rußland und die Verharmlosung und Unterstützung der rechtsextremen und faschistischen Kräfte in der Ukraine.«
Spasibo, und alle raus zur Donnerstagsdemo! (rg)