CO-OP NEWS

Information Clearing House – Die USA und die NATO erklären Russland den Zweiten Kalten Krieg

Der in England geborene Geldspezialist Peter Koenig beschäftigt sich mit dem Weltherrschaftsanspruch der USA und schlägt den Bogen vom Ersten zum Zweiten Kalten Krieg.

Von Peter Koenig
Information Clearing House, 21.04.14

Am 20. April 2014 lautete die Schlagzeile über dem Leitartikel der New York Times „In Cold War Echo, Obama Strategy Writes Off Putin“ (s. hier; unter der übersetzten Überschrift folgt ein längeres Zitat aus diesem Artikel)

Obamas Strategie, die wie ein Echo des Kalten Krieges wirkt, zielt darauf, Putin auszuschalten (Um Wiederholungen zu vermeiden, haben wir den im Original anfangs verkürzt wiedergegebenen 2. Abschnitt des Zitats weggelassen, da er keine zusätzlichen Aussagen enthält.)

„Weil sich in der Ukraine-Krise keine einfache Lösung abzeichnet, blicken Obama und sein Nationales Sicherheitsteam bereits über den aktuellen Konflikt hinaus; sie schmieden eine neue Langzeitstrategie zur Eindämmung Russlands, die einer aktualisierten Version der Strategie des Kalten Krieges gleicht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die USA entschlossen, den globalen Ambitionen der Sowjetunion entgegenzutreten. Jetzt ist die Obama-Regierung darauf fokussiert, Russland unter seinem Präsidenten Wladimir W. Putin zu isolieren; die wirtschaftlichen und politischen Verbindungen Russlands zur Außenwelt sollen gekappt und seine expansionistischen Bestrebungen auf die unmittelbare Nachbarschaft begrenzt werden. Russland soll zum Paria-Staat gemacht werden.

Wie Mitarbeiter durchblicken ließen, legt Obama keinen Wert mehr auf eine konstruktive Beziehung zu Putin – selbst dann nicht, wenn der tote Punkt in der gegenwärtigen Krise um die Krim und die Ukraine überwunden werden könnte. Obama will während seiner restlichen zweieinhalb Amtsjahre nur noch den Schaden begrenzen, den Putin anrichten könnte, die Kooperation (mit Russland) auf ein Minimum beschränken, den Herrn im Kreml ansonsten ignorieren und sich stattdessen auf Gebiete der Außenpolitik konzentrieren, in denen Fortschritte zu erzielen sind.“

Am 17. April reiste Außenminister Kerry mit viel Getöse wie der Abgesandter eines nackten Kaisers (mit neuen Kleidern) nach Genf, um mit Vertretern Russlands, Europas und des illegalen Nazi-Regimes in Kiew Vierergespräche über die Zukunft der Ukraine zu führen.

Kerry trat ähnlich selbstherrlich wie seine Vorgängerin Hillary Clinton auf, die als Gaddafi gelyncht worden war, lachend ausrief: „Wir kamen, sahen, und er musste sterben …“.

Kerry führte sich auf, als sei Russland nur eine Figur in einem Propagandaschauspiel der USA. Er hätte jede noch so vage Vereinbarung unterschrieben, um den sich prostituierenden (westlichen) Medien die Möglichkeit zu der Lüge zu verschaffen, Putin habe „Zugeständnisse“ machen müssen, um weitere Sanktionen zu verhindern; schon bald werden die Medienhuren fordern, Russland müsse wegen angeblicher Nichterfüllung der Vereinbarung bestraft werden.

All diese Lügen dienen nur der Desinformation. Weil die Mainstream-Medien immer unglaubwürdiger werden, informieren sich die Menschen in Europa und sogar in den USA zunehmend über alternative Medien, wenn sie die Wahrheit herausfinden wollen; trotzdem lügen die Mainstream-Medien immer dreister weiter.

Den Menschen in den USA und in Europa wird seit Jahrzehnten von den verlogenen Konzern-Medien eingetrichtert, die ganze Welt müsse nach der Pfeife der USA tanzen. Es sei normal, dass sich Washington überall einmischt, dass Obama oder ein anderer Marionetten-Präsident der US-Konzerne bestimmt, wo es langgeht, und immer und überall das letzte Wort hat.

Was haben die USA in der Ukraine, in Syrien und im Iran zu suchen – oder wo auch immer sie ihre blutigen Hände im Spiel haben?

Aber der Wind dreht sich gerade. Immer mehr Menschen in Europa und sogar in den USA erfahren aus alternativen Nachrichtenquellen, was wirklich läuft. Während sich John Kerry in Genf mit haltlosen Drohungen lächerlich gemacht hat, beantwortete Präsident Putin im Fernsehen vier Stunden lang Fragen von Menschen aus ganz Russland und aus anderen Staaten der Russischen Föderation, die sich meistens auf die Krim oder die Ukraine bezogen. Putin beantwortete alle Fragen völlig frei – ohne vorgefertigte Stichworte vom Teleprompter.

Putin hält sich an Tatsachen, wenn er das „Kiewer-Nazi-Regime“ als illegalen Mob bezeichnet und ihm vorwirft, es sei von Washington und dessen europäischen Marionetten an die Macht gehievt worden, stifte auch weiterhin Unruhe und lasse Menschen auf der Straße ermorden. Über die 5 Milliarden Dollar, die nach Frau Nulands Geständnis von der US-Regierung in der Ukraine investiert wurden, um in einem souveränen Land einen „Regimewechsel“ herbeizuführen, wird in den westlichen Medien natürlich nicht berichtet (s. dazu ein Video, das hier aufzurufen ist). Kein Wunder, dass Putins Umfragewerte immer besser werden, während die Popularität Obamas und seiner europäischen Komplizen ständig abnimmt.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat Washington nur Unfrieden und Tod in die Welt gebracht – millionenfachen Tod, und nur weil es seinen Machtbereich ständig erweitern und die Weltherrschaft erringen wollte – in Korea, Vietnam, Argentinien, Chile, Panama, Honduras, Nicaragua, Guatemala, Jugoslawien, Afghanistan, im Irak, in Libyen, im Jemen, in Pakistan, Somalia, im Sudan, in Zentralafrika, Venezuela, Thailand, Syrien und in jetzt der Ukraine, um nur einige seiner Opfer zu nennen. Einige dieser Länder wurden direkt von Truppen der USA oder der NATO überfallen. In anderen lässt der Massenmörder in Washington Stellvertreterkriege führen und von ihm genehmigte Drohnen-Morde begehen; oder er lässt Komplizen wie Hollande und Cameron die schmutzige Arbeit verrichten. Immer wieder werden Zehntausende Menschen ermordet, um „Regimewechsel“ herbeizuführen und dem (nackten) Kaiser die globale Herrschaft über Ressourcen, Menschen und Volkswirtschaften zu verschaffen.

Wenn es zunächst nicht klappt, berichten die sich prostituierenden Medien einfach nicht mehr darüber, bis die Menschen den Fehlschlag vergessen haben. Wenn es passt, kann das gleiche Problem ja später noch einmal aufgegriffen werden; die globale Gehirnwäsche hört nie auf. So konnte die ständige Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten zum Tagesgeschäft werden, das im Westen niemand mehr in Frage stellt. Die Einmischung wird nicht nur akzeptiert, sie ist zur Norm geworden.

Der noch nicht so lange zurückliegende erste Kalte Krieg wurde absichtlich vom Zaun gebrochen, um die Welt glauben zu machen, die Sowjetunion – der Staat, der im Zweiten Weltkrieg am schlimmsten zerstört wurde, am meisten gelitten und 25 Millionen Menschen verloren hat – stelle eine atomare Bedrohung für die USA und die Welt dar, weil er mehr Atomwaffen als der gesamte Westen einschließlich der USA habe.

Damit rechtfertigten die USA ein beispielloses Wettrüsten; um Europa am Aufbau gemeinsamer eigener Streitkräfte zu hindern, gründeten sie 1949 die North Atlantic Treaty Organization, die unter der Abkürzung NATO bekannt wurde und in die nach und nach fast alle westeuropäischen Staaten eintraten. Die NATO versprach, ihre Mitglieder gegen alle Angreifer zu verteidigen – vor allem gegen die Sowjetunion im Osten.

Alle westeuropäischen Politiker ließen sich von den USA einkaufen, nur (der französische Staatspräsident) Charles de Gaulle nicht. Er wusste, dass es ein Fehler war, den US-Amerikanern zu vertrauen, und scherte deshalb mit seinem Land 1966 aus der (militärischen Integration) der NATO aus. De Gaulle hatte die Geschichte der USA studiert und ihr Streben nach Weltherrschaft durchschaut. Er wollte Frankreich als einen unabhängigen, souveränen Staat erhalten, der selbständig Entscheidungen treffen kann. So wurde Frankreich eine eigenständige Atommacht, die keine (US- und) NATO-Basen mehr auf ihrem Territorium duldete. Das änderte sich erst, als der CIA-Agent Nicolas Sarkozy mit dem Spitznamen „Sarkozy, der Ami“ Präsident wurde; er machte die Entscheidung de Gaulles rückgängig. 2009, 43 Jahre nach der Vertreibung der Streitkräfte der USA und der NATO von französischem Boden, öffnete ihnen Sarkozy wieder die Tür nach Frankreich.

Für das Pentagon war ein Europa ohne schlagkräftige eigene Armee so wertvoll wie ein verborgener Schatz. Damit die (ganz auf Rüstung umgestellte) US-Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg überleben konnte, brauchten die USA dringend weitere Kriege; mit Korea und Vietnam wurde deshalb ein langfristiger Konflikt angezettelt. Mit viel Geld und massiver Propaganda wurde der Kalte Krieg ausgerufen, indem man den Menschen im Westen weismachte, sie seien tatsächlich von der Sowjetunion bedroht. Und die meisten glauben das bis heute.

Nach dem vorläufigen Ende des Kalten Krieges lief die Kriegsmaschinerie der NATO unter dem Vorwand des „Krieges gegen den Terror“ einfach weiter; mit dieser nie endenden (mit neuen fingierten „Terroranschlägen“ immer wieder aktualisierten) Bedrohung wurde der ständige Ausbau der (westlichen) Militärmacht gerechtfertigt. Die von den Konzernen gekauften Medien stellten sicher, dass die Bevölkerung den angeblich zu ihrer Sicherheit geführten endlosen „Krieg gegen der Terror“ billigte. Terroristen sind dabei alle, die sich dem Diktat des westlichen Imperialismus widersetzen.

Als die Sowjetunion zusammenbrach, sicherten der Westen und seine Führungsmacht USA Russland zu, dass sich die NATO nicht über ihre damalige Ostgrenze, also über die Ostgrenze Westdeutschlands hinaus ausdehnen werde. Unter totaler Missachtung dieser Abmachung hat die NATO die ganze wiedervereinigte Bundesrepublik Deutschland, Tschechien, Polen, Rumänien, Bulgarien und mehrere Staaten vereinnahmt, die aus dem unter Führung Washingtons zerschlagenen Jugoslawien hervorgegangen sind. Damals führte Clinton, ein anderer US-Massenmörder, das Kriegsszepter – natürlich auch im Namen der Menschlichkeit.

Als sich die NATO mit Unterstützung Frankreichs immer näher an die russischen Grenzen heranschob, erklärte der US-hörige Sarkozy im April 2008 auf dem NATO-Gipfel in Bukarest:

„Wir brauchen die NATO zur Verteidigung Europas. Wir brauchen die USA, und die USA brauchen starke Verbündete. Frankreich knüpft wieder engere Beziehungen zur NATO und öffnet ihr die Tür. Wir haben die gleichen Werte; wir sind Freunde.“

Er fügte hinzu: „In Afghanistan müssen wir siegen …, auch wenn wir dafür sehr lange brauchen sollten. Es gibt keine andere Lösung“. Dann fuhr er fort: „Mit großer Freude begrüße ich heute im Namen Frankreichs die Aufnahme Kroatiens und Albaniens in unser NATO-Bündnis.“

Abschließend stellte er fest: „Was Georgien und die Ukraine betrifft, akzeptieren wir kein Veto eines anderen Staates. Auch diese beiden Länder werden sich bestimmt der NATO anschließen.“ Und das sagte er bereits im Jahr 2008.

Seit den 1960er Jahren bis heute haben die von den Konzernen mit nach Belieben gedruckten (eigentlich wertlosen) Mickymaus-Dollars bezahlten Mainstream-Medien in den USA und in Europa Russland zu isolieren und zu dämonisieren versucht; jetzt hat sich der Westen vor allem auf Wladimir Putin eingeschossen – mit dem Ziel, die Ukraine für das überschuldete westliche Finanzsystem und die NATO zu gewinnen und sich damit vor der Türschwelle Moskaus festzusetzen.

Putins nicht aggressives diplomatisches Auftreten auf der internationalen Bühne findet sicher mehr Zustimmung als die doppelzüngigen Lügen des in Washington residierenden Friedensnobelpreisträgers und Kriegstreibers.

Außerdem hat Russland einen wesentlich stärkeren wirtschaftlichen Einfluss auf die europäischen Staaten als die USA. Russland liefert nicht nur 50 Prozent der Energie Westeuropas, mit seinen Verbündeten China, den andere BRICS-Staaten und deren Partnern vereint, könnte es den Dollar mit einem Mausklick als weltweit akzeptiertes Zahlungsmittel beseitigen. Russland und China haben bereits erklärt, dass sie den Energiehandel in Zukunft in ihren eigenen Währungen abwickeln werden, was die BRICS-Staaten untereinander und mit ihren Partnern im sonstigen Handel bereits tun. Außerdem bereiten die BRICS-Staaten nicht nur eine neue Währung vor, die den Dollar ersetzen wird, sondern auch ein internationales Geldtransfersystem, das die berüchtigte Privatbank BIS, die Bank for International Settlements umgeht; ihr Zahlungsverkehr wird künftig also auch nicht mehr über US-Banken laufen. (s. dazu auch hier).

„Die Zeiten ändern sich ,“ hat Bob Dylan gesungen, und er hat Recht.

Peter Koenig ist Wirtschaftswissenschaftler und hat früher für die Weltbank gearbeitet. Er hat sich intensiv mit Umweltproblemen und der Trinkwasserversorgung der ganzen Welt beschäftigt. (Biografie s. hier).


Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de