Ukrainische Nationalisten feiern Massaker

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25. April 2014

Am 22. und 23. April 1943 wurden rund 600 Bewohner der polnischen Ortschaft Janowa Dolina in Wolhynien von der ukrainischen Untergrundarmee UPA ermordet.

Das Massaker von Janowa Dolina, das heute ukrainisch Bazaltowe heisst, gilt als Initial-Tat für die unter dem Schutz der deutschen Besatzung durchgeführten ethnischen Säuberungen in Wolhynien im Frühjahr und Sommer 1943, denen ca. 60.000 Polen, vor allem Frauen und Kinder, zum Opfer fielen.

Janowa Dolina war erst in der 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Siedlung für die Arbeiter des nahegelegenen Basaltsteinbruchs und ihre Familien angelegt worden. Die UPA drang in der Nacht in den Ort ein und setzte sogleich die meisten Häuser in Brand. Polnische Bewohner, die den Flammen entfliehen konnten, wurden zumeist mit Äxten und Messern massakriert. Nur aus einem Haus, in dem Schusswaffen vorhanden waren, gab es Widerstand, so dass bei dem Angriff auch 8 UPA-Kämpfer ums Leben kamen.

Anfang der Woche fand in Bazaltowe eine Gedenkfeier statt. Doch gedacht wurde nicht der Opfer des Massakers. Westukrainische Nationalisten, die vorwiegend in der paramilitärischen Organisation “Rechter Sektor” und der Svoboda-Partei organisiert sind, feierten an dem bereits früher errichteten Gedenkstein “einen der grössten Siege” der UPA. Man habe an diesem Tag eine “Bastion der polnisch-deutschen Okkupanten vernichtet”, heisst es in grober Verkehrung der historischen Tatsachen. Als “deutsche Okkupanten” gelten dabei die deutsche Siedler in Wolhynien, die in der Zeit der russischen Herrschaft unter Katharina II. ins Land gerufen wurden. In Dolina Janowka gab es während des Krieges aber auch eine kleine deutsche Wachmannschaft für den Basalt-Steinbruch, deren Schicksal allerdings nicht geklärt ist. Die Zahl der Opfer insgesamt wird auch von ukrainischer Seite dabei nicht bestritten.

Die politische Grosswetterlage erlaubt es den polnischen Mainstream-Medien nicht,  über den Vorgang zu berichten. Berichte finden sich nur in randständigen Internet-Medien, wie dem der Galizien-und Wolhynien-Polen kresy.pl. Im geschichtsbewussten Polen, in dem der Ermordung polnischer Armeeangehöriger durch den sowjetischen KGB in Katyn häufig und auf vielfältige Weise gedacht wird, ist die Erinnerung an die Wolhynien-Massaker heute unerwünscht. Die Bemühungen einzelner Gruppen um die Errichtung einer zentralen Gedenkstätte in Warschau werden bis heute blockiert. Die offizielle Erinnerungskultur wurde tagespolitischen Erfordernissen untergeordnet und in denen haben ukrainische Nationalisten als Verbündete und Russland als Feind zu gelten.