http://de.ria.ru/security_and_military/20140423/268343248.html
Ukraine-Krise: Rechter Sektor stellt Bataillon für Einsatz im Osten auf
KIEW, 23. April (RIA Novosti).
Die rechtsradikale ukrainische Bewegung Rechter Sektor stellt ein Sonderbataillon für den Einsatz gegen Anhänger der Föderalisierung im Osten der Ukraine auf. Das kündigte der Chef des Rechten Sektors und Präsidentenkandidat Dmitri Jarosch am Mittwoch in Kiew an.
Zum Bataillon „Donbass“ würden Vertreter des Gebiets Donezk angehören. Aktivisten und ausgebildete Kämpfer der Organisation seien bereit, den Geheimdiensten zu helfen, sagte Jarosch nach Angaben der Nachrichtenagentur UNN.
„Wir stimmen unsere Handlungen mit der Führung des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung, mit dem Innenministerium und mit dem Inlandsgeheimdienst SBU ab. Wir sehen keine Gefahr, dass die Teilnahme des Rechten Sektors an einer Sonderoperation des Innenministeriums und des SBU im Osten Zusammenstöße mit der Bevölkerung der Donbass-Region provozieren wird“, sagte Jarosch.
Der Rechte Sektor ist mit der nationalistischen Freiheitspartei von Oleg Tjagnibok verbunden, die nach dem Umsturz in der Ukraine zur Regierungskoalition gehört. Gegen Jarosch selbst läuft in Russland ein Strafverfahren wegen seiner Teilnahme an Kämpfen gegen russische Soldaten in Tschetschenien in den Jahren 1994/95.
http://de.ria.ru/politics/20140423/268342562.html
Moskau: Kiew und Washington schauen bei Provokationen von Rechtsextremisten weg
MOSKAU, 23. April (RIA Novosti).
Russland wirft den Politikern in Kiew und Washington vor, bei Provokationen der rechtsextremen Szene in der krisengebeutelten Ukraine wegzuschauen.
Obwohl das Genfer Abkommen die Entwaffnung aller gesetzwidrigen bewaffneten Verbände vorsieht, „beharren Kiew, Washington und andere europäische Metropolen darauf, dass nur jene ukrainischen Bürger ihre Waffen abgeben sollen, die im Südosten der Ukraine ihre Rechte verteidigen“, erklärte das russische Außenministerium am Mittwoch. „Dabei verschließen sie vor den weitergehenden Provokationen von rechtsradikalen Kämpfern, und vor allem aus dem so genannten Rechten Sektor, in Kiew und in südlichen und östlichen Regionen die Augen“, so das Moskauer Außenamt weiter. Die Behörde verwies darauf, dass Ausschreitungen von Rechtsextremisten in der Nacht zum 20. April bereits zu Menschenopfern geführt haben.
Die Krise in der Ukraine war eskaliert, nachdem die Opposition im Februar den Staatschef Viktor Janukowitsch gestürzt und eine Übergangsregierung gestellt hatte. Von russischsprachigen Einwohnern dominierte Gebiete im Osten und Süden der Ukraine haben die neue, von Nationalisten geprägte Regierung in Kiew nicht anerkannt. In Donezk, Charkow, Lugansk und anderen Städten demonstrierten tausende Menschen für eine Föderalisierung der Ukraine. Aktivisten besetzten Verwaltungsgebäude und bauten Barrikaden.
Daraufhin ordnete die Regierung in Kiew eine „Anti-Terror-Operation“ unter Einsatz der Armee in den Protestregionen an. Bei Zusammenstößen gab es Tote und Verletzte. Am 17. April einigten sich die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und die Außenminister Russlands, der USA und der Ukraine bei Krisengesprächen in Genf unter anderem darauf, dass alle illegalen bewaffneten Formationen entwaffnet werden und Plätze und Straßen verlassen müssen.