[Neues Deutschland] Auf bestem Weg zum totalitären Polizeistaat NSA-Whistleblower William Binney über Massenausspähung durch den US-Geheimdienst

Interview von ElsaRassbach___________________________________________________________________________

William Binney arbeitete mehr als 30 Jahre lang bei der National Security Agency (NSA – Agentur für Nationale Sicherheit). Dem US-Verteidigungsministerium unterstellt, ist die NSA heute der größte Geheimdienst der USA.

In den 90er Jahren baute Binney zusammen mit NSA-Forschungsdirektor Dr. John Taggart eine Einheit für automatisierte Informationsgewinnung auf und wurde Technischer Direktor. Nach seinem Ausscheiden aus der NSA am 31. Oktober 2001 forderte Binney zusammen mit anderen Kollegen den Kongress und das Verteidigungsministerium auf, den Geheimdienst wegen Verletzung der Verfassung und Verschwendung von Steuergeldern zu untersuchen.

Nach der Veröffentlichung eines kritischen Berichts über die NSA in der »New York Times« ermittelte das FBI gegen Binney und andere Whistleblower wegen angeblicher Verschwörung und Preisgabe von Staatsgeheimnissen. Die Betroffenen wurden aber von allen Anschuldigungen freigesprochen.

Nach jahrelangen Bemühungen, eine Untersuchung der NSA durch die US-Behörden zu veranlassen, ging Binney am 20. April 2012 mit einem Interview in der Fernsehsendung »Democracy Now« erstmals an die Öffentlichkeit. Durch die Enthüllungen Edward Snowdens im vergangenen Jahr sehen sich Binney und die anderen früheren NSA-Whistleblower in ihren Forderungen bestätigt. Im Februar war Binney in Berlin, um seine Erfahrungen und Ansichten der deutschen Öffentlichkeit bekannt zu machen. Elsa Rassbach nutzte die Gelegenheit für ein Gespräch.

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