Soeben wurde, nur 24 Stunden vor dem Start des Genfer II“ – Friedenskonferenz zu Syrien, ein sehr zweifelhafter Bericht verbreitet, in dem der Regierung von Assad, systematische Folter und Misshandlung vorgeworfen wird.
Nach Angaben der BBC wurde der Bericht „von Vertretern Qatars in Auftrag gegeben“. Dabei ist Katar dafür bekannt ein begeisterter Unterstützer der Oppositions-Rebellen seit dem Beginn der Unruhen in Syrien und ein erbitterter Feind der Regierung Syriens. Im Bericht wird behauptet, dass 55.000 digitale Bilder von 11.000 Häftlingen vorliegen, die Spuren von Folter, Hunger und Strangulierungen aufweisen. Die Bilder wurden angeblich von einem Überläufer namens Caesar aus Syrien heraus geschmuggelt.
Der Überläufer namens „Caesar“ war offenbar gewillt, über Jahre hinweg Fotos von Leichen zu machen, nur um sie jetzt 24 Stunden vor dem Start der Genf II Konferenz veröffentlichen zu lassen.
Die Fotos wurden angeblich von einem Team von Rechtsanwälten überprüft, die auch in Untersuchungen gegen den ex -jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic und Präsident Charles Taylor von Liberia involviert waren.
Nachdem das Unternehmen, Syriens Präsident Assad mit Gewalt zu stürzen gescheitert ist, will der Westen Präsident Assad jetzt vor dem Internationalen Strafgerichtshof anklagen, oder aber das Land mit “ humanitären“ UN-Beobachter zu überschwemmen, die später benutzt werden dürften, um die Kampffähigkeit der syrischen Armee zu schwächen gegen die Flut von Al- Qaida-Kämpfer die nach Syrien geschickt werden von Katar, Saudi-Arabien und aus der Türkei.
Angesichts der Geschichte der Rolle von Überläufern im Vorfeld vergangener Kriege wären wir naiv, wenn wir nicht misstrauisch würden. Erinnern wir uns z.B. an den Überläufer namens „Curveball“ ? Er war derjenige „Überläufer“, dessen fingierte Behauptungen über Massenvernichtungswaffen im Irak zum Tod von Hunderttausenden von Toten in diesem Krieg führten.
Der neue BBC Bericht räumt sogar selbst ein, dass der Bericht politisch motiviert sei“ und dass die Veröffentlichung des Berichts durch Katar kurz vor den Genfer Gesprächen II stattfindet,“ nennt ihn aber dennoch glaubwürdig.
Der neue Bericht der Überläufers kommt an die Öffentlichkeit, nur wenige Tage nachdem die Ergebnisse einer MIT-Studie bekannt wurden, einer Studie, die praktisch keine Mainstream-Medien Aufmerksamkeit im Westen hervorrief. Diese Studie ergab, dass die chemischen Waffen, die in Ghouta angewendet wurden und die fast als Vorwand für eine militärische Invasion der USA in Syrien dienten, unmöglich aus von der Regierung kontrollierten Gebieten verschossen werden konnten.
Ist es nicht interessant, wie viel Glaubwürdigkeit die Massenmedien einem zweifelhaften Bericht eines Überläufers einräumen, während die Ergebnisse einer großen Studie, die von zahlreichen unvoreingenommenen Experten durchgeführt wurde von den Medien völlig ignoriert wurden?
Sowohl Zeitpunkt als auch die Agenda hinter dem BBC-Bericht sind durchsichtig und zynisch, es gilt eine „humanitäre“ Invasion in Syrien zu propagieren und gleichzeitig eine Schwächung von Assads Position am Verhandlungstisch zu bewirken .
Der Bericht kommt nur wenige Tage nach der Atlantic Council, eine einflussreiche Denkfabrik in Washington DC, die im Grunde wie eine Drehtür ins Weiße Haus dient, einen Artikel veröffentlichte, in dem gefordert wurde die Realpolitik mit einem „PR-Gag“ neu zu beleben, um die Unterstützung für Assad zu beschädigen.
Der Artikel mit dem Titel „Die syrischen Friedensgespräche: Was ist kurzfristig erreichbar?“, verfasst vom ehemaligen Berater des US-Außenministeriums Frederic Hof argumentiert, dass die NATO fordern sollte, dass Assad , UN-Inspektoren uneingeschränkten Zugang zu dem Land einräumen muss. Dies ist die Wiederholung der selben Bedingungen, die der Invasion des Irak vorangingen – alles im Namen der “ Humanität“.
Der Autor Hof beklagt, dass die USA im vergangenen Jahr keinen militärischen Angriff auf Syrien veranlassten.
James Rupert, ein weiterer einflussreicher Autor schreibt im „Atlantic Council“, dass die USA „aus Gründen der Realpolitik und Humanität“ in Syrien eingreifen sollten.
Rupert und Hof könnten ihren Wunsch jetzt vielleicht erfüllt sehen, durch die jetzige Veröffentlichung dieses fragwürdigen und politisch zeitgenauem Berichts, der als Grundlage dienen könnte, für einen weiteren „humanitären Krieg“ in der Region, wie bereits zuvor die Katastrophe, die wir in Libyen erleben konnten.
