Wer als unbedarfter Leser an diesem Wochenende die Onlineausgaben der ZEIT, des SPIEGELS,des Hamburger Abendblatts oder vielen anderen Presseorganen gelesen hat, muss wohl oder übel zu dem Schluss kommen, dass sich am Rande des Fackellaufs im russischen Woronesch etwas Ungeheuerliches abspielt haben muss. Russische Sicherheitskräfte, so die Botschaft zwischen den Zeilen, sollen einen homosexuellen Demonstranten am Rande der Strecke „niedergerungen“ haben, nur weil dieser eine Regenbogenfahne bei sich trug. Das passt natürlich 100% ins Bild des „schwulenhassenden“ russischen Präsidenten Putin. Schaut man sich jedoch die Geschichte ein wenig näher an, wird klar, dass die deutschen Zeitungen einmal mehr die Wahrheit verdrehen, um Russland in einem möglichst düsteren Licht darzustellen
Pawel Lebedew wurde von den Sicherheitskräften nicht abgeführt, weil er homosexuell ist oder eine Regenbogenfahne bei sich hatte, sondern weil er die Absperrungen übertreten hatte und den Fackellauf aktiv gestört hat.
In einer solchen Situation hätten die Sicherheitsbehörden in jedem Land der Welt vergleichbar gehandelt. Ganz konkret bietet sich hier ein Vergleich mit den Protesten während des Fackellaufs zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking an, die in den westlichen Metropolen Paris und London stattgefunden haben. In beiden Städten wurde der Fackellauf von Exil-Tibetern als Rahmen für ihre Proteste genutzt. Sowohl in Paris als auch in London gingen die Sicherheitskräfte mit aller gebotenen Härte gegen die Demonstranten vor – in London wurden dabei 37 Demonstranten niedergeknüppelt und anschließend in Polizeigewahrsam genommen.
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