Im Vortrag von Shayan Arkian (Chefredakteur von Irananders) wird die komplexe machtpolitische Entwicklung im Nahen Osten im Kontext der demokratischen Machtergreifung der Muslimbrüder in Tunesien und Ägypten und die darauf folgende Syrien-Krise im Hinblick auf die „Achse des Widerstands“ gegen Israel behandelt. Des Weiteren werden Fragen – wie die nach den Parametern der amerikanischen Nahost-Politik, warum es nie die Intention der US-Politik war, den syrischen Machthaber Bashar Al-Assad zu stürzen, und auf welche Art und Weise die Islamische Republik Iran bemüht war, der US-Strategie der Zermürbung des syrischen Staates entgegenzutreten – erörtert.
In der anschließenden Diskussion geht es um das iranische Staatsmodell selbst. Kann der „arabische Frühling“ Iran erfassen? Lähmen die verschiedenen Machtzentren das Regieren in Iran? Ist die Islamische Republik Iran eine Demokratie? Wie stark ist das Parlament im politischen Staatsmodell Irans? Welche Rolle spielt der Wächterrat, und wie ist es um die religiösen Minderheiten bestellt?
Diese und weitere Fragen über das iranische Atomprogramm und über eine mögliche Einigung der USA oder EU mit Iran werden in der Diskussionsrunde ebenfalls behandelt. Dazu gehörte auch die Fragestellung, wieso es in den letzten Jahren – trotz der Präsidentschaft des gemäßigten Barack Obama – nicht zu einer Annäherung kam? Und zu guter Letzt bleibt die Frage nach dem Zinsverbot in der iranischen Wirtschaft.
Der Vortrag und die facettenreichen Diskussion wurden am 21. Oktober 2013 in der Hauptstadt Berlin abgehalten.