Was die Band „Pussy Riot“ mit Guantánamo und Syrien zu tun hat

http://uweness.eu/zu-pussy-riot.html

Auszug:

„Doppelstandards

Selbstredend geht es nicht darum, Prozess und Urteil zu rechtfertigen: unbestritten ein falscher Ansatz und die Strafe sollte aufgehoben werden, wie auch die ihr zugrunde liegenden Strafrechtsparagraphen – ganz gleichgültig, ob in Russland, Deutschland oder den USA. Kurt Tucholsky meinte einmal: „Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.“[4] Dieser Satz trifft natürlich ebenso für die Politik zu und es ist entlarvend, was von ihr thematisiert wird und was permanent übergangen oder bagatellisiert wird. Vor einigen Monaten fand im Bundestag eine Debatte über die Todesstrafe in Weißrussland statt, ein arges Problem, da waren sich alle einig, aber natürlich wurde die Tatsache, dass in den USA derzeit 3.170 zum Tode verurteilte Menschen einsitzen, mit keinem Wort erwähnt, auch nicht, dass immer noch 34 von 50 US-Bundesstaaten die Todesstrafe verhängen. Die über 100 Bundestagsabgeordneten haben sich auch nicht in einem Offenen Brief an Barack Obama oder den texanischen Gouverneur Rick Perry gewandt, als parallel zu ihrer Russland-Initiative in Texas ein offensichtlich geistig zurückgebliebener Mann hingerichtet wurde. Es stellt für den Bundestag ferner kein Problem in den bilateralen Beziehungen dar, dass auf dem US-Stützpunkt in Guantánamo seit 10 Jahren rechtsstaats- und völkerrechtswidrig Menschen unter vagem Verdacht im Knast sitzen, nachweislich gefoltert wurden und teilweise noch nicht einmal den Grund ihrer Anklage erfahren haben. Oder etwa, dass in den letzten drei Jahren durch persönlichen Befehl von Obama völkerrechtswidrig und außerhalb US-amerikanischer Jurisdiktion bis zu 3.000 Menschen in Pakistan, Afghanistan und Jemen durch US-Militärdrohnen umgebracht wurden[5]. Wenn man nun die Verurteilung von „Pussy Riot“ zu einem massenmedialen Hype aufbauscht, aber zu anderem, viel schreienderem Unrecht fortwährend schweigt und sich so gleichsam zu Spießgesellen der Verantwortlichen macht, eben weil es sich dabei um ein verbündetes NATO-Land handelt, verliert man jegliche Glaubwürdigkeit und instrumentalisiert Menschenrechte für geopolitische motivierte Delegitimationskampagnen. Vor dieser Blaupause erklären sich teilweise auch andere Kampagnen westlicher Medien und Politiker, wenn es um der Korruption oder anderer Verbrechen überführte Politiker in Osteuropa geht…“ ->>

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