von: Jürgen Wagner | Veröffentlicht am: 27. September 2013
http://www.imi-online.de/2013/09/27/syrien-giftgasangriffe-und-die-verstetigung-des-buergerkrieges/
Zum letzten Abschnitt dieser umfassenden IMI-Analyse hier zur Ergänzung noch ein Auszug aus dem
Memorandum an Präsident Barack Obama von zwölf ehemaligen Angehörigen der US Streitkräfte und verschiedener US Geheimdienste, Vertreter/innen der Organisation Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)
http://www.jungewelt.de/2013/09-10/030.php?sstr=Memorandum
(…) Dass die verschiedenen Oppositionsgruppen, die darauf aus sind Syriens Präsident Bashar al-Assad zu stürzen, sehr daran interessiert sind, die USA stärker in ihre Bemühungen hineinzuziehen, ist eindeutig. Bis jetzt war noch nicht so klar, dass die Regierung Netanjahu in Israel ebenso starke Interessen hat, Washington tiefer in einen weiteren Krieg in der Region zu verwickeln. Aber das unverblümte Drängen Israels und der amerikanischen Israel Lobby, macht diese vorrangige Ziel Israels offensichtlich.
In einem wichtigen Artikel in der Freitagausgabe der New York Times, widmet sich die Jerusalem Korrespondentin Judi Rudoren in ungewöhnlich offener Weise den israelischen Beweggründen. In dem Artikel „Israel Backs Limited Strike Against Syria” (Israel unterstützt begrenzten Militärschlag gegen Syrien) berichtet sie, dass die Israelis etwas weniger hörbar argumentieren, dass kein Ergebnis das beste Ergebnis des zweieinhalbjährigen syrischen Bürgerkriegs wäre, zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt.
Rudoren fährt fort: „So schrecklich er – unter humanitären Gesichtpunkten – auch sein mag, für Jerusalem ist der Status quo besser als ein Sieg der Assad-Regierung und seiner iranischen Unterstützer oder die Stärkung der Rebellengruppen, die zunehmend von den sunnitischen Dschihadisten dominiert werden. ‚Dies ist ein Entscheidungsspiel, in dem beide Teams verlieren sollten, oder zumindest, in dem keines gewinnen sollte – wir würden uns mit einem Unentschieden zufriedengeben‘ sagte Alon Pinkas, der ehemalige israelische Generalkonsul in New York. ‚Beide sollten bluten, sich zu Tode bluten: das entspricht dem strategischen Denken hier. Solange es so weitergeht, geht von Syrien keine wirkliche Gefahr aus.'“
Wir vermuten, dass die gegenwärtige israelische Führung die Situation in Syrien genau so einschätzt und dass ein stärkeres US-Engagement – wenn auch zunächst nur mit begrenzten Militärschlägen – sicher stellen könnte, dass es keine baldige Lösung für den Konflikt in Syrien gibt. Je länger sich Sunniten und Schiiten in Syrien und in der weiteren Region gegenseitig bekämpfen, desto sicherer ist dies im israelischen Kalkül. (…)
