[jungewelt] Fortgesetzter Staatszerfall
Libyen zwei Jahre nach dem Sturz des »Revolutionsführers« Muammar Al-Ghaddafi:
Das Land versinkt immer tiefer in Chaos und Gewalt – War die Bedeutung der Stammeszugehörigkeit in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, heißt es in einer Analyse der transatlantischen Denkfabrik International Crisis Group (ICG), so steigt sie nun wieder – z.T. mit direkter Unterstützung der USA, Großbritanniens und Frankreichs. Auch ethnische Konflikte flammten auf, und rassistische Einstellungen unter den überwiegend islamistischen »Rebellen« führten zu Gewaltexzessen gegen Schwarzafrikaner und afrikanische Ethnien bis hin zu ihrer völligen Vertreibung.
Die aufständischen Gruppen und Milizen einte allein die Feindschaft gegen Ghaddafi und das von ihm geschaffene Gesellschaftssystem. Der von den NATO-Staaten als Schattenregierung installierte »Nationale Übergangsrat« hatte nie die Führung im Aufstand inne. Mit Ausnahme von Bengasi, wo seine Basis lag, bildeten die Aufständischen auf städtischer oder Stammesebene Milizen und Räte, die weitgehend eigenständig operierten. http://www.jungewelt.de/2013/09-26/001.php
