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21.09.2013 / Schwerpunkt / Seite 3Inhalt
Rußland bremsen
Unsere Zeit, Wochenzeitung der DKP, veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe eine Analyse von Khaled Hadadah, Generalsekretär der Libanesischen Kommunistischen Partei, über »Krieg und Frieden im östlichen Mittelmeer. jW dokumentiert einen kurzen Auszug.
Die strukturelle Krise, in die der Weltkapitalismus seit mehr als einem Jahrzehnt eingetaucht ist, war eine der mörderischsten, aber auch der wichtigsten für die arabische Welt und den Mittleren Osten. Während dieses Jahrzehnts haben die imperialistischen Kriege (einschließlich der israelischen) im Irak, in Afghanistan, in Libyen, im Libanon und in Palästina in der Tat Millionen Tote und Dutzende Millionen Verstümmelte und Zwangsflüchtlinge verursacht, nicht zu vergessen die Zerstörung der Städte und Dörfer. (…)
Washington hat (…), unterstützt von seinem türkischen Verbündeten, bereits zahlreiche Kriege ausgelöst, sowohl in Tschetschenien wie zwischen Georgien und Ossetien und heute in Syrien und vielleicht wieder im Libanon und in den besetzten palästinensischen Gebieten. Für dieses Ziel haben die USA (…)ein altes Projekt des früheren Staatssekretärs Henry Kissinger unter der Bezeichnung »Großer Mittlerer Osten« wieder auf die Tagesordnung gesetzt, aus dem einige Jahre später, im Jahr 2006, als die israelischen Armeen den Libanon bombardierten, der »Neue Mittlere Osten« wurde, der – wie uns damals Condoleezza Rice erklärt hat – nur geboren werden konnte unter den Schmerzen unseres Volkes. Dieses Projekt beruht auf der Verwendung innerer Spaltungen, vor allem religiöser und konfessioneller, um die arabische Welt in Ministaaten zerfallen zu lassen, die Krieg führen und den Diebstahl der arabischen Reichtümer erleichtern. (…)
Folglich hat die gegenwärtige Phase des Krieges im Mittleren Osten ein vierfaches Ziel: Das erste besteht darin, die (…) Zerbröckelung Syriens und des Libanon zu Ende zu bringen. Das zweite ist die Liquidierung der Sache Palästinas. Das dritte besteht darin, die Situation in Ägypten wieder in den Griff zu bekommen und die Moslembrüder wieder einzusetzen, um so aus Ägypten, nach der Türkei und Pakistan, den dritten Staat des Mittleren Ostens zu machen, der auf einer sunnitischen militärisch-muslimischen Diktatur beruht und die schiitische militärisch-muslimische Ausbreitung des Iran eindämmen kann (…). Was das vierte Ziel angeht, ausgehend von all dem, ist es darauf ausgerichtet, Rußland daran zu hindern, der Anführer eines zweiten internationalen Pols zu werden, der »seinen Anteil« an der Neuaufteilung der Welt im Gefolge des weltweiten Scheiterns der Hegemoniepolitik des US-Imperialismus in den letzten 23 Jahren verlangen könnte.
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