US-Chemiewaffenterror vor 50 Jahren – Statt Hilfe für die Opfer in Vietnam Kriegshetze gegen Syrien

Am 10. August 1961 begannen die US-Streitkräfte in Vietnam mit der Operation »Ranch Hand« (Erntehelfer), der großflächigen Versprühung von dioxinverseuchten Entlaubungsmitteln. (…)
Zehn Jahre dauerte der militärisch-chemische Großfeldversuch am lebenden Objekt. Nach zehn Jahren hatten die Vereinigten Staaten in 9495 dokumentierten Einsätzen rund 90 Millionen Kilogramm Agent Orange auf einer Fläche der Größe Hessens versprüht, drei Millionen Hektar Regenwald und Reisfelder vernichtet sowie 26000 Dörfer verseucht. 15,9 Liter kamen in den regelmäßig »entlaubten« Gebieten auf jeden Einwohner. Auch heute, 40 Jahre nach Ende des Agent-Orange-Einsatzes, leiden und sterben Menschen an den Langzeitfolgen. Neugeborene mit deformierten Schädeln, ohne Augen und Nase, mit fehlenden oder mißgebildeten Organen; junge Frauen um die 20 mit vom Krebs zerfressenen Gebärmüttern; Kriegsveteranen und einfache vietnamesische Bauern, die – oft Jahre nach Kontakt mit Agent Orange – an bösartigen Tumoren sterben.

2,4,5-

Trichlorphenoxyessigsäure (T-Säure) heißt der Wirkstoff in »Agent Orange«, der die Blätter von den Bäumen fallen und die Reissetzlinge eingehen läßt. Bei seiner Synthetisierung entsteht Dioxin. Diese chlorhaltige organische Verbindung wurde 1957 vom deutschen Chemiefabrikanten Boehringer entdeckt und zählt zu den potentesten Giften, das die Menschheit je ersonnen hat. Es ist nicht nur ausgesprochen persistent, also über lange Zeiträume in der Umwelt stabil. Es schädigt das Genom, schwächt das Immunsystem und ist stark krebserregend. Blutkrebs und Nierenversagen, Nervenleiden und Metastasenbildungen zählen zu den rund 140 bekannten Folgeerkrankungen. Fünf Millionen Vietnamesen kamen mit Agent Orange in Berührung. Drei Millionen von ihnen erkrankten in der einen oder anderen Form. Dazu kommen rund 200000 Angehörige der US-Streitkräfte, die bei der Veteranenbehörde als Agent-Orange-Opfer registriert sind.
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